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Ein zweites Leben für Smartphones und Laptops Nachhaltigkeit und sichere Datenlöschung sind jetzt gefragt

Ein Gastbeitrag von Sylvia Haensel* 3 min Lesedauer

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Sylvia Haensel, Director Strategic Partnerships & Data Security bei Certus Software, einem Softwareunternehmen für zertifizierte Datenlöschung, hat über zwölf Jahre lang in der Datenrettung gearbeitet und weiß, wie schnell vermeintlich gelöschte Daten wiederhergestellt werden können. Im Gastbeitrag verweist sie auf die Wichtigkeit, beim Thema Nachhaltigkeit nicht nur an Recycling, sondern auch an Datensicherheit zu denken.

Sylvia Haensel, Director Strategic Partnerships & Data Security bei Certus Software.(Bild:  Certus)
Sylvia Haensel, Director Strategic Partnerships & Data Security bei Certus Software.
(Bild: Certus)

Die aktuelle Umfrage des Digitalverbandes Bitkom unter rund 600 Unternehmen ab 20 Beschäftigten in Deutschland ergibt folgendes: Drei Viertel (74 Prozent) geben demnach an, ausrangierte, noch funktionsfähige Geräte fachgerecht zu entsorgen. Ein Drittel (33 Prozent) spendet Altgeräte an wohltätige Organisationen, an Initiativen für Schulen, Jugendprojekte oder Bedürftige. 18 Prozent der Unternehmen verschenken ausrangierte Geräte an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, und 23 Prozent verkaufen sie vergünstigt an ihre Belegschaft. 28 Prozent geben die Geräte an den Leasing-Geber zurück. 15 Prozent lagern sie für den Fall der Fälle ein, um sie später eventuell noch einmal zu nutzen. Einige Firmen und Organisationen setzen auch auf die professionelle Zweitverwertung: So verkaufen 12 Prozent die Geräte an spezialisierte Dienstleister zur Wiederaufbereitung, vier Prozent verkaufen sie an beliebige Dritte.

Allerdings gibt es auch klare Tendenzen zum zunehmenden Problem des Elektroschrotts. Das zeigen die folgenden Zahlen eindrücklich: Smartphones werden im Schnitt nach nur 2,5 Jahren ersetzt, Laptops meist nach drei bis fünf Jahren.

Laut „Global E-waste Monitor 2024“ fielen allein im Jahr 2022 weltweit 62 Millionen Tonnen Elektroschrott an, von denen lediglich 22,3 Prozent nachweislich vorschriftsmäßig gesammelt und umweltgerecht recycelt wurden. Die Folge: Ein großer Teil ausgedienter Geräte von Privatnutzern, aber auch Unternehmen wird nicht fachgerecht entsorgt oder nachhaltig weitergenutzt – mit massiven Folgen für Umwelt und Gesellschaft.

Chancen durch intelligente Wiederverwendung

Während die Geräteflut ausgedienter Modelle überhandnimmt, fehlt Millionen Menschen weltweit der Zugang zu digitaler Bildung und Arbeitsmöglichkeiten. Ein Gerät, welches für uns „alt“ ist, kann für andere der Zugang zu Chancengleichheit sein. Die Wiederverwendung von nur einer Million Laptops spart laut EPA so viel Energie wie die Stromversorgung von über 3.500 US-Haushalten innerhalb eines Jahres. In Deutschland schlummern aktuell alleine nach den Bitkom-Zahlen ungenutzte 250 bis 285 Millionen Geräte (Laptops, Tablets, Smartphones) in deutschen Haushalten.

Datensicherheit als Schlüssel für neue Ansätze

Viele Privatpersonen und Unternehmen zögern noch, ihre Geräte weiterzugeben – aus Sorge um sensible Daten. Ein einfacher Werks-Reset reicht nämlich definitiv nicht aus, da die Datenstrukturen und Informationen wiederhergestellt werden können. Zertifizierte Datenlöschsoftware sorgt dafür, dass Löschversuche finalisiert werden, sie schafft Sicherheit, entfernt Daten unwiderruflich und ermöglicht so die Weiternutzung, das Spenden oder den sicheren Weiterverkauf.

Die Szenarien und Unternehmensverantwortung

Niemand möchte sich mit den folgenden Konsequenzen auseinandersetzen:

  • GDPR-/HIPAA-/PCI-Bußgelder,
  • negative Auditergebnisse,
  • Schlagzeilen über Datenverstöße,
  • Klagen aufgrund offengelegter Kundendaten,
  • unbekannte IT-Assets, die niemand nachverfolgt hat,
  • alte Geräte, die mit noch darauf befindlichen Daten auf Verkaufsplattformen verkauft werden, was übrigens regelmäßig passiert.

Die Botschaft lautet also: Es wird nicht nur gelöscht. Es geht darum, die Haftung für Restdaten aus ausgemusterten Assets zu minimieren und Ansprüche zu verhindern.

Verantwortung für alle

Die Weitergabe von Technik darf nicht allein bei den Konsumenten liegen. Unternehmen, Schulen und öffentliche Einrichtungen müssen Spendenprogramme und Kooperationen mit zertifizierten Refurbishern in ihre Nachhaltigkeitsstrategien integrieren. Dann entsteht ein Kreislauf, der Ressourcen schont, die Umwelt schützt und Chancen für Teilhabe ermöglicht.

* Die Autorin: Sylvia Haensel, Director Strategic Partnerships & Data Security bei Certus Software

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