Unternehmen müssen heutzutage dringend ihre Applikationen modernisieren. Nur so können sie zukunftsfähig bleiben und Innovationen vorantreiben. Dabei heißt modernisieren nicht zwingend, alle Anwendungen neu zu implementieren – es kommt vielmehr auf die richtige Vorgehensweise und den passenden Modernisierungsansatz an.
Mit komprimierten, klar definierten Arbeitspaketen nähern sich IT-Abteilungen in kleinen Schritten der umfassenden Anwendungsmodernisierung.
Die Rolle der IT wurde in den letzten Jahren stark aufgewertet und ist erheblich gewachsen. Während IT-Abteilungen früher oftmals von Budgetkürzungen betroffen waren, sind sie heute als wichtiger Teil der Wertschöpfung fest in Geschäftsprozesse eingebunden. Die fortschreitende Digitalisierung, Trends wie Automatisierung und Künstliche Intelligenz sowie die Verbreitung der Cloud-Technologie bringen Unternehmen und deren bestehende IT-Infrastruktur unter Zugzwang, sich neu aufzustellen.
Um diesen komplexen Anforderungen erfolgreich zu begegnen, müssen Unternehmen heute mehr denn je in die Modernisierung ihrer Applikationen investieren. In zahlreichen Geschäftsstrukturen finden sich jedoch nach wie vor veraltete Anwendungen, die jahrelang nicht aktualisiert oder verändert wurden. Oftmals scheint ein Wechsel der Software nur mit großem Aufwand machbar zu sein, sodass Unternehmen ihr Modernisierungsvorhaben gerne aufschieben.
Sicherheitsrisiko Legacy-Software
Doch wer immer weiter mit den veralteten Applikationen arbeitet, nimmt Einbußen an Produktivität und Stabilität in Kauf. Denn viele davon werden früher oder später nicht mehr vom Hersteller unterstützt, wodurch im besten Fall hohe Wartungskosten anfallen. Im schlimmsten Fall wird kein Support mehr zur Verfügung gestellt, oder die Programme sind plötzlich nicht mehr funktionsfähig. Außerdem bergen sie auch große Risiken, da ohne Updates über die Zeit Sicherheitslücken entstehen. Verabschiedet man sich nicht rechtzeitig von der sogenannten Legacy-Software, sind Kompatibilitäts-, Compliance- und Performance-Probleme unausweichlich.
Nicht selten gibt es in Unternehmen Abteilungen, die ihre alltäglichen Geschäftsprozesse auf stark veralteter Software und Entwicklungstechnologien abwickeln. Teilweise entsteht dann sogar eine eigene Schatten-IT, weil sich die Mitarbeiter selbstständig alternative Software-Lösungen suchen und beschaffen – ohne Wissen der IT-Abteilung. Das ist kaum kontrollierbar und führt zu gravierenden Sicherheitslücken. Nur durch eine Applikationsmodernisierung können ein Mehrwert für die Zukunft geschaffen sowie Zeit, Geld und Energie gespart werden. Dazu gehört auch das Identifizieren von Konsolidierungseffekten und Nutzen von Synergien bei verschiedenen Applikationen. Beispielsweise lassen sich manchmal mehrere alte Applikationen sinnvoll zu einer einzigen Applikation zusammenfassen.
So wird bei der Betrachtung verschiedener Anwendungen, die modernisiert werden sollen, geprüft, ob sich einzelne Funktionalitäten doppeln. Im Ergebnis werden Vorschläge gemacht, wie diese Funktionalitäten für andere Applikationen wiederverwendet werden können, um Aufwände zu reduzieren. Eine andere Option ist es, mehrere „Alt“-Applikationen zu einer neuen zusammenzufassen und mit Rechte- und Rollenmodellen abgegrenzte Bereiche für verschiedene Nutzer zu schaffen. Vorteil daran ist, dass sich der Entwicklungsaufwand stark minimiert und trotzdem jeder Nutzer nur das sieht, was er sehen soll.
Best Practices & Tipps: Die ideale Vorgehensweise
Um einen Modernisierungsprozess erfolgreich umzusetzen, gilt vor allem eines: „Weniger reden, mehr machen.“ Projekte können bei einer nicht ausreichend konkreten Planung sehr lange dauern und dadurch äußerst kostspielig werden. Besser sind komprimierte, klar definierte Arbeitspakete, um sich in kleinen Schritten einem großen Ziel zu nähern. Dabei ist eine weitsichtige Herangehensweise essenziell: Das große Ganze darf nie aus dem Blick verloren werden, sodass von Beginn an sämtliche zukünftige Arbeitsschritte berücksichtigt werden müssen. In der Software-Entwicklung ist außerdem ein agiles Vorgehen das A und O. Eine iterative Arbeitsweise mit monatlichen Sprints und Deadlines ist dabei eine empfehlenswerte Vorgehensweise. So können während des Prozesses nötige Anpassungen übernommen und Ziele nachjustiert werden. Generell sollte außerdem gelegentlich innegehalten und eine klare Unterscheidung zwischen „Must-have“ und „Nice-to-have“ vorgenommen werden.
Typische Aufgabenstellungen innerhalb eines Modernisierungsvorhabens sind beispielsweise: Neuprogrammierungen von Applikationen, die Containerisierung von Anwendungen in die Cloud oder auch die Integration von Chatbots oder anderen Elementen von Künstlicher Intelligenz in bestehende Systeme. Ein qualifizierter Partner bündelt das Know-how von Inhouse-Software-Entwicklern und Infrastrukturspezialisten, um diese Aufgaben erfolgreich zu bewältigen. Besonderen Komfort für Unternehmen garantiert ein ganzheitlicher Ansatz: Software-as-a-Service. Hier erhält der Kunde von der Wartung der Software, über Patching und Sicherstellung der SLAs bis hin zum Demand-Management ein Rundum-sorglos-Paket. Erfahrende Dienstleister sind dabei in der Lage, individuelle Lösungen für die unterschiedlichsten Szenarien zu entwickeln. Sie empfehlen ein schrittweises, strukturiertes Vorgehen.
Stand: 08.12.2025
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Schritt für Schritt zum Modernisierungsprojekt
Zunächst geht es darum zu definieren, welche Applikationen erneuert werden sollen. Der Dienstleister kann dafür auf Wunsch auch die gesamte IT-Infrastruktur auf den Prüfstand stellen, um Altlasten zu identifizieren. Anschließend erfolgt eine genaue Bestandsaufnahme der Ist-Situation: Welchen Funktionsumfang bietet die Anwendung, und welche Verbesserungsvorschläge haben Power-User? Wie sehen der Quellcode, die technische Umgebung und die Backend-Funktionalität aus? Außerdem werden Standardprozesse definiert und die künftige Architektur für die Applikation festgelegt – zum Beispiel, ob sie in der Cloud oder On-Premises laufen soll.
Sind die Rahmenbedingungen abgesteckt, geht es an den Entwurf von konkreten Maßnahmen zur Prozessoptimierung. Diese können unterschiedlich ausfallen, je nachdem, ob Applikationen beibehalten oder komplett neu aufgesetzt werden sollen. Dabei spielt vor allem die Integrationsmöglichkeit eine wichtige Rolle: Wenn sich bestehende Anwendungen zum Beispiel nicht in die gewünschte SAP- oder Microsoft-Produktwelt einbinden lassen, ist eine Neuentwicklung sinnvoll. Abschließend entwirft der Dienstleister ein MVP (Minimal Viable Product) – eine Lösung, die den ermittelten Mindestanforderungen gerecht wird, damit die neue Anwendung einen Mehrwert stiftet.
Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit nur durch nachhaltige Modernisierung
Steffen Becker, SoftwareONE.
(Bild: SoftwareONE)
Eines steht fest: Wollen Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben, müssen sie die eigenen Applikationen an agile Umgebungen anpassen. Das nötige Know-how für die Modernisierung haben erfahrene Dienstleister, die durch ihre Expertise flexible, individuelle Lösungen für verschiedenste Szenarien bereitstellen. Die IT-Abteilung selbst hat so wieder freie Ressourcen und die Kapazität, Innovationen weiter voranzutreiben.
*Der Autor: Steffen Becker verantwortet den Bereich Sales und Marketing für die Application Services in der DACH-Region bei SoftwareONE.