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Zu viele Meetings sind ergebnislos und schlicht Zeitverschwendung Schwarzes-Loch-Meetings: Alle gehen rein, nichts kommt raus

Von Bernhard Lück 4 min Lesedauer

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Eine von Miro veröffentlichte Umfrage unter Arbeitnehmern in Deutschland zeigt: Unter der Flut an Meetings leidet die Produktivität, die Mitarbeiter sind frustriert und beschäftigen sich währenddessen mit allerhand kuriosen Tätigkeiten – nur nicht mit der eigentlichen Arbeit.

Collaboration-Tools wie Miro, die auf asynchrone Zusammenarbeit ausgelegt sind, können dabei helfen, den Bedarf an Echtzeitmeetings zu reduzieren.(Bild:  Miro)
Collaboration-Tools wie Miro, die auf asynchrone Zusammenarbeit ausgelegt sind, können dabei helfen, den Bedarf an Echtzeitmeetings zu reduzieren.
(Bild: Miro)

Brauchen wir mehr Meetings oder weniger? Einerseits sind Teamwork und zwischenmenschlicher Austausch essenziell für Innovation und Produktivität, andererseits ist der Koordinationsbedarf zwischen verteilt arbeitenden Teams in deutschen Unternehmen anscheinend so groß, dass viele Wissensarbeiter aufgrund der zahlreichen Meetings gar nicht mehr dazu kommen, ihre eigentliche Arbeit zu erledigen. Die Meetings selbst wiederum verkommen oft zur ergebnislosen Pflichtveranstaltung.

Der Miro-Umfrage zufolge sind fast zwei Drittel (65 %) der Befragten überzeugt, dass Meetings wichtig für eine erfolgreiche Zusammenarbeit sind und dabei helfen, Kontakte zu anderen Teams oder Kollegen zu pflegen (54 %). Außerdem glaubt immerhin fast die Hälfte, dass sich Meetings positiv auf die eigene berufliche Entwicklung auswirken (42 %) und eine Möglichkeit sind, Beziehungen zu Führungskräften aufzubauen (47 %).

Meetingmarathons belasten die mentale Gesundheit

Alarmierend ist aber, dass mehr als die Hälfte der Befragten (54 %) angibt, aufgrund zu vieler Meetings kaum dazu zu kommen, ihre eigentliche Arbeit zu erledigen. Fast zwei Drittel (74 %) kennen Tage mit endlosen Meetings ohne Pausen. Das wirkt sich auf die mentale Gesundheit aus: Fast genauso viele (71 %) haben sich aufgrund der Meetingflut schon einmal ausgebrannt gefühlt. Ein Umstand, der damit zusammenhängen könnte, dass eine deutliche Mehrheit (79 %) auch außerhalb der regulären Arbeitszeiten und fast zwei Drittel (65 %) auch gelegentlich während des Urlaubs an Meetings teilnehmen. Bei deutschen Wissensarbeitern scheint außerdem FOMO („Fear of missing out“) ein Problem zu sein: Knapp drei Viertel (74 %) der Befragten klinken sich in Meetings ein, auch wenn sie nur als „optionaler“ Teilnehmer eingeladen sind – so viele wie in keinem anderen der befragten Länder.

Extrovertiert oder introvertiert: Balance in der Partizipation für Teams oft schwierig

Gleichzeitig gelingt es vielen deutschen Unternehmen offenbar nicht, eine inklusive Meetingkultur zu schaffen. Stattdessen nutzen vor allem extrovertierte Kollegen die Meetingbühne: Über zwei Drittel (67 %) von ihnen fühlen sich wohl damit, Ideen in der Gruppe zu teilen, und etwa genauso viele (69 %) sind zufrieden mit der allgemeinen Beteiligung in ihren Meetings. Unter Introvertierten teilt hingegen nicht mal jeder Dritte (31 %) seine Ideen gerne vor allen, und weniger als die Hälfte der Introvertierten (43 %) ist zufrieden mit dem Niveau der Inklusion. In Folge bleiben viele gute Ideen ungehört, und die Frustration im Team steigt.

Warum veranstalten Teams und deren Führungskräfte so viele Meetings, obwohl sie sich ab einem gewissen Volumen offenbar schlecht auf die mentale Gesundheit auswirken und nicht alle Kollegen gleichermaßen partizipieren können? Laut Einschätzung der Miro-Experten haben viele Unternehmen nach wie vor Probleme damit, Remote- und Präsenzarbeit strategisch zu koordinieren. Der Abstimmungsbedarf sei in vielen Teams nach wie vor hoch. Immer mehr Organisationen ordern ihre Mitarbeiter deshalb zurück in die Büros: Laut der Umfrage arbeitet mittlerweile fast die Hälfte der Befragten wieder Vollzeit dort (47 %), der Rest weiterhin remote oder in hybriden Modellen.

Fortschritte? Nur bei der Fähigkeit zum Multitasking

Ob mehr Meetings die richtige Antwort darauf sind und in einer besseren Zusammenarbeit resultieren, bleibt fraglich. Selten geht es den Teilnehmern darum, sich wirklich auf die Inhalte der Meetings zu konzentrieren: Mehr als die Hälfte (58 %) der Befragten verbringt ihre Zeit nämlich stattdessen damit, E-Mails zu beantworten, mehr als jeder Vierte (28 %) arbeitet gleich direkt an anderen Projekten, und ein gutes Drittel (34 %) surft im Netz oder liest Onlinenachrichten. Immerhin ein Viertel (26 %) nutzt die Zeit für Interaktionen mit Kollegen – und zwar für Gossip und Lästereien untereinander im privaten Chat.

Produktiv ist so mancher dennoch: Jeder Zehnte (10 %) erledigt während der Onlinemeetings nebenbei Haushaltsaufgaben wie Kochen, Abwasch oder Wäsche, ebenso viele (11 %) nutzen die Zeit für ein sportliches Workout oder gehen spazieren. Und sieben Prozent sind von den endlosen Diskussionen sogar so genervt, dass sie sich die Meetingzeit gleich mit der Suche nach einem anderen Job vertreiben.

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„Jedes Team hat ein ganz individuelles Set-up aus introvertierten und extrovertierten Mitarbeitern, Kollegen im Homeoffice oder Teilzeitkräften im Büro. Deshalb gibt es für eine gesunde Meetingkultur keine Pauschallösung“, sagt Christine Vonhof, Head of Customer Success DACH bei Miro. „Fakt ist: Wenn Abstimmungsbedarf und Meetingfrequenz zu hoch werden, geht das auf Kosten der Motivation und Produktivität jedes Einzelnen. Das können sich Unternehmen in der aktuellen Wirtschaftslage eigentlich nicht leisten. Deshalb sollten Führungskräfte ihre Meetingkultur so gestalten, dass sie inklusiver, effizienter und auf die individuellen Bedürfnisse ihres Teams zugeschnitten sind, um die Zusammenarbeit und Innovationskraft ihrer Teams optimal zu unterstützen.“

Über die Umfrage

Die Umfrage wurde von Miro in Kooperation mit SG Analytics im Zeitraum von April bis Mai 2024 durchgeführt. Befragt wurden insgesamt 4.073 Wissensarbeiter (vollzeitbeschäftigt) aus Deutschland (1.015), Japan (1.021), Großbritannien (1.016) und den USA (1.016). Die Untersuchung wurde anonym durchgeführt, und Miro wurde nicht als Kooperationspartner der Untersuchung bekannt gegeben. Die oben dargestellten Daten beziehen sich speziell auf die Befragten aus Deutschland.

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