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Auszug aus dem IBM Storage System Kompendium

1994 bis 1998 – die Epoche der RAID-Architekturen, Teil 1

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1992 – das RAID Advisory Board konstituiert sich

  • 4. Bereits 1992 konstituierte sich ein RAID-Beratergremium (RAID Advisory Board) aus 40 Anwender- und Herstellerfirmen, zu denen auch IBM zählte. Damit wurde RAID in den 90er-Jahren zu einer Art Industriestandard. Die Originalbezeichnung RAID wurde in der Bedeutung geringfügig korrigiert: Aus „‘kostengünstigen Einheiten“ (Redundant Array of Inexpensive Disks) wurden „unabhängige Einheiten“ (Redundant Array of Independent Disks).

IBM musste die Geschäftspolitik verändern

Bereits seit 1978 besitzt IBM ein Patent über die Wiederherstellung von Daten, die auf einer ausgefallenen Einheit aus einer Gruppe von Laufwerken gespeichert wurden. Wie die gesamte Industrie bemühte sich IBM, den Herausforderungen, die sich aus den oben dargestellten Punkten ergab, wirksam zu begegnen. Die zunehmenden Veränderungen im Markt mit seiner ständig wachsenden Zahl von Anbietern, immer mehr etablierten Hardware- und Softwareplattformen, dynamischen Innovationen und den damit immer kürzer werdenden Produktzyklen machten es notwendig, die IBM-Geschäftspolitik maßgeblich zu verändern und anzupassen.

Bisher hatte IBM fast ausschließlich für den eigenen Bedarf zum Vertrieb über die eigene Organisation an Endbenutzer produziert und war nur vereinzelt als Unterlieferant anderer Hersteller aufgetreten (Branchen-Fachausdruck für solche Geschäfte ist OEM, Original Equipment Manufacturer).

IBM-Speicher für Siemens

Ein Beispiel waren in den 80er- und 90er-Jahren geschlossene Verträge über Lieferungen von leicht modifizierten IBM-Plattenspeichern an Siemens. IBM ließ immer Fremdprodukte aller Art innerhalb ihrer Konfigurationen und Softwareplattformen zu, ohne in den Umgebungen anderer Hersteller als Anbieter aufzutreten. Auf die bei den DV-Benutzern um sich greifende Vernetzung von Datenverarbeitungsprodukten und DV-Plattformen verschiedener Hersteller – heterogene Client-/Serverumgebungen – reagierte IBM mit Angeboten, bei denen alle für die jeweiligen Produkte relevanten eigenen und fremden Schnittstellen unterstützt wurden.

Das Storage-Geschäft wurde durch das Anwerben von entsprechenden Geschäftspartnern neben dem eigentlich blauen Vertrieb zusätzlich vorangetrieben. Man arbeitete mit immer mehr Geschäftspartnern, die sich in ihrer Vertriebsorganisation erfolgreich um den Absatz von IBM Hardeware- und Softwareprodukten bemühten. Dieser Trend hat sich bis heute noch maßgeblich verstärkt.

Weiter mit: 1994 kommt das erste RAID5-Magnetplattensystem

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