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Auszug aus dem IBM Storage System Kompendium

1994 bis 1998 – die Epoche der RAID-Architekturen, Teil 1

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1994 kommt das erste RAID5-Magnetplattensystem

Wie bereits eingangs dieses Kapitels beschrieben, machte IBM 1994 als erste Firma das auf RAID5 basierende Magnetplattensystem verfügbar, der damaligen RAMAC 1 (IBM 9391). RAMAC 1 wurde im Juni 1994 angekündigt und war ab September 1994 verfügbar. Als Basis für eine RAMAC-Speichereinheit diente ein Einschub IBM 9392 (Drawer), der mit mehreren anderen Einschüben in einen Rahmen integriert wurde.

Jeder dieser Einschübe beinhaltete vier Plattenlaufwerke auf 3,5-Zoll-Basis mit jeweils zwei Gigabyte Kapazität (Allicat-Laufwerke), zwei Netzteile, zwei Kühlgebläse, einen RISC-Mikroprozessor als Controller, einen batteriegestützten Pufferspeicher (Non Volatile) und einen Akku.

Jeder Einschub stellte ein für sich geschlossenes RAID5-System dar. Bis zu 16 dieser RAID5-Einschübe konnten in den Rahmen integriert werden. RAMAC kam in zwei Ausführungen. Das RAMAC Array beinhaltete nur die RAID5-Einschübe und wurde an die damalige, leistungsstarke Steuereinheit 3990 angeschlossen. Das RAMAC-Subsystem beinhaltete die übergeordnete Controllerfunktion in demselben Gehäuse, in dem auch die Einschübe integriert waren, und war seitlich im Rahmen eingebaut. In der vollen Ausbaustufe lieferten beide Systeme eine nutzbare Plattenkapazität, RAID5-gesichert, von 90 Gigabyte aus.

RAMAC 2 und RAMAC 3

RAMAC 2 und RAMAC 3 folgten wegen der raschen Fortschritte in den kapazitiven Möglichkeiten der 3,5-Zoll-Laufwerke im Abstand von nur einem Jahr. Bei RAMAC 2 kamen die Ultrastar-XP-Laufwerke und bei RAMAC 3 die Ultrastar-2XP-Laufwerke zum Einsatz. Die rechnerische Kapazität verdoppelte sich jeweils per Subsystem. RAMAC 2 bot mit 16 Einschüben eine nutzbare Kapazität von 180 und RAMAC 3 von 360 Gigabyte.

Mit RAMAC 3 in der Version des RAMAC Arrays zum Anschluss an 3990 Steuereinheiten wurde zeitgleich ein neues Modell der Steuereinheit eingeführt, der 3990 Modell 6. Diese Steuereinheit war eine Doppelsteuereinheit, die in ein Gehäuse integriert war und an der zwei RAMAC 3 Arrays betrieben werden konnten. Damit lieferten zwei RAMAC 3 Arrays an der 3990-6 als „Doppelsubsystem“ eine Gesamtkapazität von bis zu nutzbaren 720 Gigabyte aus.

Die RAID5-RAMAC-Baureihe war auf dem Markt sehr erfolgreich, konnte aber über die Jahre nicht fortgesetzt werden, weil der Kostenfaktor in der Produktion dem Preisverfall der Gigabytes in den angebotenen Subsystemen nicht standhalten konnte. Jeder Einschub als eigenständiges System und bis zu 16 Einschübe unter einer eigenen Steuereinheit, dadurch zwei Cache-Ebenen: das war sehr aufwendig zu produzieren.

Weiter mit: Kooperation mit StorageTek – das Iceberg-System

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