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Offline-Schutzebene auf Basis synthetischer DNA Biomemory startet Early Access für „DNA Shield“

Von Bernhard Lück 2 min Lesedauer

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Biomemory hat mit „DNA Shield“ seinen ersten kommerziellen Service vorgestellt. Er richtet sich an Organisationen, die besonders kritische Daten offline, langfristig und unabhängig von laufenden IT-Systemen sichern wollen. Der Zugang erfolgt zunächst über ein Early-Access-Programm.

DNA Shield soll besonders kritische Unternehmensdaten offline in synthetischer DNA sichern und bei Bedarf über einen kontrollierten Prozess wiederherstellen.(Bild:  © kodokngorekwae – stock.adobe.com / KI-generiert)
DNA Shield soll besonders kritische Unternehmensdaten offline in synthetischer DNA sichern und bei Bedarf über einen kontrollierten Prozess wiederherstellen.
(Bild: © kodokngorekwae – stock.adobe.com / KI-generiert)

DNA Shield, von Biomemory als Managed Service konzipiert, soll Organisationen dabei unterstützen, Informationen über Jahre oder Jahrzehnte hinweg vertrauenswürdig vorzuhalten. Der französische DNA-Datenspeicher-Anbieter nennt als Risiken unter anderem Cyberangriffe, organisatorische Veränderungen, Wechsel der Infrastruktur und behördliche Prüfungen. Auch Fortschritte bei künstlicher Intelligenz und Quantencomputing führt das Unternehmen als mögliche neue Bedrohungen an.

Das Konzept sieht eine separate, offline gespeicherte Ebene vor, die von der aktiven Steuerungsebene getrennt ist und damit nicht mehr zur über das Netzwerk erreichbaren Angriffsfläche gehört. Gedacht ist sie für ein vergleichsweise kleines Volumen an Informationen, deren Verlust sich ein Unternehmen nicht leisten kann.

Ablauf: von der Verschlüsselung bis zur Wiederherstellung

Biomemory zufolge durchlaufen die Daten zunächst einen sicheren Onboarding-Prozess. Dabei wählt der Kunde das betreffende Material aus und verschlüsselt es. Anschließend kodiert DNA Shield die Informationen in synthetische DNA, die offline unter verwalteter Verwahrung aufbewahrt wird.

Die Wiederherstellung folgt einem kontrollierten Prozess. Sie soll bewusst bei Bedarf angestoßen werden und weder routinemäßig noch im Selbstbedienungsmodus erfolgen.

Erste Anwendungsfälle

Biomemory nennt vier Szenarien für den Start:

  • Kontinuität der Schlüsselverwahrung: Verfahren zur Wiederherstellung kryptografischer Schlüssel sollen auch nach dem Wechsel von Mitarbeitern und Anbietern funktionieren. Der Dienst ist laut Anbieter als Ergänzung zu einem zertifizierten Hardware-Sicherheitsmodul (HSM) gedacht und soll dieses nicht ersetzen.
  • Industrielles geistiges Eigentum: eine offline gespeicherte Kopie weniger proprietärer Formulierungen, Prozesse oder Konstruktionsparameter.
  • Regulierte Integritätsaufzeichnungen: eine unabhängige, manipulationssichere Kopie, die belegen soll, dass kritische Aufzeichnungen seit ihrer Genehmigung unverändert sind.
  • Souveräne Speicher und „Golden Records“: eine langfristige Aufbewahrung für Aufzeichnungen, die die erstellenden Systeme und Organisationen überdauern sollen.

Weitere Anwendungsfälle sollen im Zuge des Ausbaus des Early-Access-Programms folgen.

Hintergrund: Übernahme und neue Führung

Der Produktstart folgt auf zwei Veränderungen im Unternehmen. Im März 2026 erwarb Biomemory die Vermögenswerte von Catalog Technologies, einem in Boston ansässigen Anbieter im Bereich DNA-Datenspeicherung und -Datenverarbeitung. Neben dem Hauptsitz in Paris verfügt Biomemory dadurch über einen zweiten Produktions- und Forschungsstandort in Boston. Im Juli 2026 ernannte das Unternehmen Laurent Guengant zum CEO. Er bringt nach Unternehmensangaben mehr als 30 Jahre Erfahrung aus den Branchen Speicher, Telekommunikation und Energie mit.

Verfügbarkeit und Ausblick

DNA Shield ist zunächst über das Early-Access-Programm erhältlich. Der Dienst ist das erste Produkt einer längerfristigen Roadmap, die Biomemory als „Molecular IT“ bezeichnet. Ab 2029 will das Unternehmen sein Angebot auf die allgemeine Datenspeicherung ausweiten, später sollen molekulare Suche und Datenverarbeitung folgen.

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