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Man kann hier durchaus von der Renaissance des Tapes sprechen. Vorbei sind die Zeiten der proprietären Formate und der Installation von Spezialsoftware, um ein Band lesen zu können. Endlich kombiniert das Band die transparente Lesbarkeit mit den hohen Kapazitäten und einer hohen Flexibilität. Seit LTFS auf dem Markt ist, wird es von den verschiedensten Applikationen und Herstellern unterstützt. Die Einfachheit, die das Format für die Nutzer mit sich bringt, war jedoch für viele Hersteller die größte Herausforderung, denn viele Applikationen waren auf ihre proprietären Formate ausgerichtet, um die Bänder zu beschreiben.
Überraschend schneller Datentransport
Auf LTO-6 basierende Bänder stellen derzeit bereits ohne Kompression rund 2,5 Terabyte Speicherkapazität zur Verfügung. Diese Technik kann allerdings weitaus mehr. So geht die Tendenz bei kommenden Versionen bereits in den zweistelligen Terabytebereich. Das ist ein Volumen, das über eine einzige Festplatte nicht mehr zu realisieren ist.
Nutzer schätzen zudem die hohe Flexibilität, die Bandspeicher mit sich bringen, sowohl in der Erweiterung als auch im Datenaustausch. Will man beispielsweise die verfügbare Kapazität um 20 Terabyte erhöhen, muss man der Library weniger als zehn Bänder hinzufügen. Will man einen höheren Grad der Absicherung erzielen, schreibt man zwei Kopien auf unterschiedliche Bänder.
Die Vorteile gelten gleichermaßen auch für den Datenaustausch. Man entnimmt der Library das benötigte Band und versendet es per Kurier oder auf dem traditionellen Postweg. Auf der anderen Seite wird das Band in das Laufwerk oder die Library eingelegt und schon sind die Dateien verfügbar. Wer schon einmal versucht hat, Terabytes von Dateien über eine Internetverbindung auszutauschen, weiß, dass das oft länger braucht als ein Kurier.
Dauerhafte Archivierung bei schneller Verfügbarkeit
Für die Langzeitspeicherung von Dateien ist ein LTFS-Band besonders gut geeignet – als Network Attached Storage (NAS). Kombiniert man eine Tape Library, eine intelligente Software und einen Server mit etwas Festplattenkapazität, so erhält man ein Platten-Tape-NAS. Die Platten als Cache für die abgelegten Dateien sorgen dann für eine gute Performance, die Bänder im Hintergrund bringen hohe Kapazität. Die Software auf dem Server verteilt die Daten sinnvoll. So können mit nur fünf fünf Terabyte Cache Hunderte von Terabyte auf Band abgebildet werden. Im Cache verbleibt nur ein flexibel großer Platzhalter, der Benutzern oder der Verwaltungssoftware eine transparente Ansicht der Daten liefert.
Kann nun diese Lösung auch noch die Bänder und Laufwerke automatisiert überwachen, erhält man ein abgerundetes, performantes und hoch flexibles Speichersystem, mit dem sich Terabyte und sogar Petabyte von Dateien sicher und langfristig speichern lassen. Der Preis spricht für sich: Ein LTO-6 Band liegt bei etwa 60 bis 70 Euro für 2,5 Terabyte Datenvolumen.
Dank LTFS erlangt das Band wieder eine neue, vielleicht bisher nie da gewesene Position in der Welt des Speichers. Kein Plattensystem kann die Langzeitaufbewahrung von Dateien mit einem vergleichbaren Kosten-Nutzen-Verhältnis realisieren.
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