Wenn es um aktuelle Trendthemen im IT-Umfeld geht, fällt häufig der Begriff hyperkonvergente Systeme („Hyper-Converged Infrastructure“, HCI). Hierbei werden zentrale Elemente einer IT-Umgebung von der Hardware entkoppelt und zu einem zentralen Software-definierten System zusammengefasst.
Hyperkonvergente IT-Architekturen integrieren Computing, Storage und Netzwerk unter einem gemeinsamen Software-Dach – und bieten dadurch klare Vorteile.
Dass der Einsatz von HCI-Lösungen bei Unternehmen auf Interesse stößt, verwundert kaum: Die hybride Architektur verspricht einige Vorteile gegenüber traditionellen Rechenzentrumsinfrastrukturen. Dazu zählen beispielsweise geringer Investitionsbedarf, schnelle Inbetriebnahme und hohe Skalierbarkeit.
Dementsprechend sind auch die Zukunftsaussichten für den HCI-Markt rosig: Laut den Experten von Emergen Research verzeichnete der Gesamtmarkt im vergangenen Jahr ein Volumen von 7,34 Milliarden US-Dollar. Bis 2028 wird ein jährliches Wachstum („Compound Annual Growth Rate“, CAGR) von 26,8 Prozent erwartet. Treiber sind vor allem die rapide Digitalisierung, der Wunsch nach mehr Datensicherheit und Flexibilität sowie der zunehmende Bedarf an höherer Workload-Performance. Zudem sind Remote-Office- und Edge-Umgebungen auf dem Vormarsch. Derartige Anwendungsszenarien benötigen meist nur wenig Speicherkapazität und Rechenleistung, profitieren aber stark von der zentralisierten Verwaltung und Hochverfügbarkeit in HCI-Umgebungen.
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Funktionsweise im Überblick
Hyperkonvergente Infrastrukturen verfolgen einen Software-definierten Ansatz, der IT-Prozesse mittels Virtualisierung einfacher gestaltet. Komponenten werden dabei in einem Scale-Out-System zusammengeführt und eine Cloud-ähnliche Umgebung zur Bewältigung verschiedener Workloads im eigenen Rechenzentrum geschaffen. Dabei werden Server, Storage und Netzwerke eng miteinander verzahnt und zentral verwaltet. Im Gegensatz zu monolithischen Konzepten wie SAN („Storage Area Network“) oder NAS („Network Attached Storage“) entstehen bei HCI keine Datensilos.
Der Markt für hyperkonvergente Systeme ist sehr vielfältig und reicht zum Beispiel von COTS-Komponenten („Commercial Off-The-Shelf“) in Kombination mit Open-Source-Software bis hin zu vorkonfigurierten Gesamtlösungen spezialisierter Hersteller. In letzterem Fall ist die nötige Infrastruktur meist in Rack-Appliances mit zentraler Verwaltung gebündelt. Derartige Systeme sind in der Regel in kurzer Zeit einsatzfähig. Den Speicherpool stellen direkt angebundene Storage-Systeme („Direct Attached Storage“, DAS) bereit. Sie kombinieren häufig Festplatten und SSDs und machen damit externe Speicher-Arrays überflüssig. Ein Hypervisor bildet die zentrale HCI-Komponente: Er sorgt für die Virtualisierung der vorhandenen Ressourcen und wird meist durch Software-definiertes Storage und Networking unterstützt.
Im Vergleich zu traditionellen Architekturen bietet HCI einige Vorteile. Grundsätzlich vereinfachen sie die IT-Infrastruktur, ermöglichen deren effizientes zentrales Management und vermeiden Herstellerabhängigkeit („Vendor-Lock-In“) sowie Silobildung. Benötigte Funktionen lassen sich per Software ergänzen und sind schnell einsatzbereit. Gleiches gilt für den Ausbau der vorhandenen Ressourcen und damit die Skalierungsmöglichkeiten: Steigt der Leistungsbedarf, werden einfach zusätzliche Knoten nahtlos eingebunden. Dies ist besonders bei Edge-Installationen von Vorteil: Zweigstellen oder IoT-Geräte lassen sich dadurch vergleichsweise unkompliziert mittels eines eigenen Knotens in die HCI-Umgebung integrieren. Zudem sorgt die Multi-Node-Architektur für stabilen Betrieb und geringes Ausfallrisiko. Selbstheilungsfunktionen sind dabei in der Lage, Fehler und Probleme automatisiert zu erkennen und zu beheben.
Weitere Vorteile finden sich in der einfachen Automatisierung von Prozessen sowie der effizienten und performanten Bearbeitung von Workloads. So werden beispielsweise IOPS-intensive Vorgänge auf die vorhandenen SSDs verteilt, um Lastspitzen zu reduzieren. Dedizierte Systeme für einzelne Anwendungen sind überflüssig, da die HCI-Umgebung benötigte Prozessor-, RAM- und Speicherkapazitäten selbstständig aus den vorhandenen und miteinander verbundenen Ressourcen zuweist.
Auch auf der finanziellen Seite gibt es einige Pluspunkte, die für HCI-Umgebungen sprechen. So ist beispielsweise der Einsatz preisgünstiger Standard-Hardware möglich. Zudem sind Backup, Restore und Disaster Recovery fester Bestandteil von HCI-Systemen, was zusätzliche Investitionen in entsprechende Lösungen unnötig macht. Die zentrale Verwaltung und umfangreiche Automatisierungsmöglichkeiten reduzieren den Administrationsaufwand und damit letztlich auch den Personalbedarf. Stammt das HCI-System zudem von einem einzigen Anbieter, ergeben sich weitere Vorteile hinsichtlich der Supportleistungen.
Stand: 08.12.2025
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