Wie aktuelle Zahlen aus der Marktforschung zeigen, gewinnen hyperkonvergente Systeme („Hyper-Converged Infrastructure“, HCI) weiter an Bedeutung. Speziell im Umfeld geschäftskritischer Unternehmensanwendungen sind sie eine feste Größe.
In hyperkonvergenten Systemen wachsen Compute, Storage, Netzwerk und Virtualisierung zusammen – unter einem gemeinsamen Software-Dach.
Laut dem „Worldwide Quarterly Converged Systems Tracker“ von IDC konnte der weltweite Markt für Hyper-Converged Infrastructure im zweiten Quartal 2020 um 1,1 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum zulegen. Insgesamt wurde ein Marktvolumen von 1,9 Milliarden US-Dollar erreicht – und das trotz einer eher angespannten Lage im Gesamtmarkt für konvergente Systeme.
Bereits im vergangenen Jahr stellten die Marktforscher fest, dass HCI-Systeme in einer immer breiteren Palette von Anwendungsfällen und Szenarien zum Einsatz kommen. Anbieter, die sich traditionell auf Rechenzentren konzentrierten, haben nun auch den Bedarf an Remote-Office- und Edge-Umgebungen im Blick. Derartige Bereitstellungen erfordern in kleinem Rahmen nur geringe Speicherkapazitäten und Rechenleistung, profitieren aber stark von zentralisierter Verwaltung und Hochverfügbarkeitskonzepten.
Die Leser von Storage-Insider haben für die IT-Awards 2020 abgestimmt. Beim Klick auf die Bildergalerie sehen Sie die drei bei unseren Lesern beliebtesten Anbieter von hyperkonvergenten Systemen 2020:
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Grundlagen und Aufbau
Grundsätzlich versteht man unter hyperkonvergenter Infrastruktur einen Software-definierten Ansatz, der IT-Prozesse mit Hilfe von Virtualisierung einfacher gestaltet. Alle Komponenten werden dabei in einem Scale-Out-System zusammengeführt und eine Cloud-ähnliche Umgebung zur Bewältigung verschiedener Workloads im eigenen Rechenzentrum geschaffen. Dabei sind Server, Storage und Netzwerke eng miteinander verzahnt und werden zentral verwaltet. Zudem entstehen im Gegensatz zu monolithischen Speicherkonzepten wie SAN (Storage Area Network) oder NAS (Network Attached Storage) keine Datensilos.
Der Markt für HCI-Systeme ist ausgesprochen vielfältig. So finden sich zum Beispiel Kombinationen aus Commercial-Off-The-Shelf-Komponenten (COTS) im Zusammenspiel mit Open-Source-Software ebenso wie vorkonfigurierte Gesamtlösungen von darauf spezialisierten Herstellern. Letztere bündeln die nötige Infrastruktur in Rack-Appliances mit zentraler Verwaltung. Dies hat den Vorteil, dass die Systeme in vergleichsweise kurzer Zeit einsatzfähig sind. Den virtuellen Speicherpool von HCI-Systemen stellen direkt angebundene Storage-Systeme (Direct Attached Storage, DAS). Sie setzen häufig auf eine Kombination aus Festplatten und SSDs und machen externe Speicher-Arrays überflüssig. Zentrale HCI-Komponente ist ein Hypervisor. Er dient zur Virtualisierung der vorhandenen Ressourcen und wird durch Software-definiertes Storage und Networking unterstützt.
Im Vergleich mit klassischen Architekturen bieten hyperkonvergente Infrastrukturen einige Vorteile. Die Rechenleistung einer HCI skaliert linear zum Speicher, was die Komplexität reduziert und eine ideale Basis etwa für VDI-Umgebungen (Virtual Desktop Infrastructure) bildet. Belasten Workloads Ressourcen unterschiedlich stark oder benötigen sie besonders hohe CPU-Leistung, waren hyperkonvergente Systeme bislang nicht immer die beste Wahl. Allerdings schaffen die Anbieter in jüngster Zeit mit sogenannten disaggregierten HCIs (dHCI) Abhilfe und ermöglichen in solchen Fällen mehr Flexibilität.
In HCIs lassen sich benötigte Funktionen per Software ergänzen und sind in kurzer Zeit einsatzbereit. Sehr ähnlich sieht es bei der Hardware aus: Steigt der Leistungsbedarf, werden zusätzliche Knoten eingebunden und nahtlos mit der bestehenden Infrastruktur verknüpft. Dies ist vor allem bei Edge-Installationen vorteilhaft, da sich beispielsweise Niederlassungen oder IoT-Geräte („Internet of Things“) einfach über einen eigenen Knoten in die HCI integrieren lassen.
Dank des Konzepts verteilter Ressourcen unter einer gemeinsamen Virtualisierungsschicht werden Workloads mit hoher Effizienz bearbeitet. So verteilen HCI-Umgebungen beispielsweise IOPS-intensive Vorgänge auf die vorhandenen SSDs, um Lastspitzen abzufangen. Dedizierte Systeme für einzelne Anwendungen sind nicht mehr erforderlich, da das HCI-System Prozessor-, RAM- und Speicherkapazitäten aus den nahtlos miteinander verbundenen vorhandenen Ressourcen bedarfsgerecht zuweist.
Stand: 08.12.2025
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Auch finanziell gibt es Argumente für HCI-Systeme: Zunächst ist der Einsatz preisgünstiger x86-basierter Standard-Hardware möglich ist. Häufig sind HCI-Systeme dadurch deutlich erschwinglicher als vergleichbar leistungsfähige klassische Infrastrukturen. Zudem ist inhärent für Hochverfügbarkeit gesorgt: Backup, Restore und Disaster Recovery sind fester Bestandteil hyperkonvergenter Infrastrukturen, was zusätzliche Investitionen für entsprechende Systeme spart. Zentrale Verwaltung und flexible Automatisierungsmöglichkeiten schonen das Firmenkonto ebenfalls, da sie sowohl Administrationsaufwand als auch Personalkosten reduzieren. Stammt das HCI-System aus der Hand eines einzigen Anbieters, ergeben sich hinsichtlich des Supports und des dafür nötigen Zeitaufwands weitere Kostenvorteile gegenüber klassischen Infrastrukturen.