Die Menge digitaler Informationen erreicht neue Dimensionen. Unternehmen müssen Daten deshalb nicht nur zuverlässig ablegen, sondern sie auch jederzeit performant verfügbar halten, wirtschaftlich verwalten und sicher schützen. Beim Thema Cloud-Storage rücken daher Aspekte wie Datenhoheit, Automatisierung und die Unterstützung datenintensiver Anwendungen in den Vordergrund.
Cloud-Storage hat sich vom reinen Speicherplatzangebot zu einer strategischen Grundlage für Datenmanagement entwickelt.
Daten bilden weiterhin den Kern moderner Geschäftsprozesse. Sie fließen in Analysemodelle, KI-gestützte Entscheidungswerkzeuge oder digitale Services ein und werden in fast allen Branchen zum Differenzierungsmerkmal. Gleichzeitig steigen Anforderungen an Sicherheit, Compliance und Flexibilität. Cloud-Storage bietet hier eine breite Auswahl an Betriebsmodellen, von Public und Private Cloud bis zu hybriden und Multi-Cloud-Szenarien. Damit lassen sich Speicherstrategien an Unternehmensgröße, Workload und regulatorischen Rahmen anpassen. Hyperscaler unterstützen dabei umfangreiche Skalierungsmöglichkeiten, während spezialisierte Anbieter branchenspezifische Compliance-Anforderungen abdecken können.
Die Leser von Storage-Insider haben für die IT-Awards 2025 abgestimmt. Beim Klick auf die Bildergalerie sehen Sie die drei bei unseren Leserinnen und Lesern beliebtesten Cloud-Storage-Anbieter 2025:
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Neue Kostendynamiken und FinOps-Praxis
Lange galt Cloud-Storage als kostengünstige Alternative zu lokaler Infrastruktur. Diese Sicht fällt heute differenzierter aus. Zwar entfallen weiterhin die Anschaffung und Wartung physischer Systeme, doch können Faktoren wie Datenbewegungen zwischen Regionen oder Providern, Performanceklassen oder Archivstrategien erheblichen Einfluss auf das Budget haben. Unternehmen setzen deshalb vermehrt auf FinOps-Methoden, um Kosten transparent zu planen, Speicherklassen intelligent zu Tiering-basierten Workflows zu kombinieren und Egress-Gebühren zu reduzieren. Ziel ist nicht allein der günstigste Speicherpreis, sondern die wirtschaftlich sinnvollste Nutzung je nach Datenalter, Zugriffshäufigkeit und sicherheitsrelevanten Anforderungen.
Neben der finanziellen Betrachtung spielt Nachhaltigkeit eine wachsende Rolle. Viele Unternehmen berücksichtigen heute die Energieeffizienz von Rechenzentren, nutzen CO2-reduzierte Regionen oder beziehen Nachhaltigkeitsberichte ihrer Cloud-Anbieter in ESG-Kennzahlen ein. Dabei ist zu beachten, dass trotz Effizienzfortschritten einzelner Anbieter die Gesamtemissionen durch das Wachstum datenintensiver Anwendungen – insbesondere im KI-Bereich – weiterhin steigen können. Die Nettobilanz erfordert deshalb eine differenzierte Betrachtung nach Anbieter und Emissionsumfang.
Sicherheit, Datenschutz und souveräne Datenhaltung
Datenschutz und Compliance gewinnen weiter an Bedeutung. Zwar ermöglichen etablierte Plattformen weiterhin verschlüsselte Übertragung und Speicherung, jedoch rücken zusätzliche Faktoren in den Fokus. Dazu zählen Fragen der Datenlokation, die Anwendung des EU Data Acts – dessen Regelungen seit September 2025 anzuwenden sind – oder die Auswirkungen außereuropäischer Gesetzgebung auf gespeicherte Datenbestände. Lösungen im Bereich Souveräne Cloud adressieren genau diese Anforderungen: Sie kombinieren Cloud-Komfort mit klar definierten Zugriffs- und Betriebsmodellen, die insbesondere in regulierten Branchen benötigt werden.
Parallel dazu entwickelt sich ein umfassender Schutz vor Cyberangriffen. Immutable Storage, WORM-Snapshots oder von der Cloud getrennte Wiederherstellungsumgebungen (Air-Gap) sind breit empfohlene und in kritischen Sektoren stark verbreitete Maßnahmen, um Ransomware-Vorfälle abzufedern und Wiederanlaufzeiten planbar zu halten. Eine vollständig flächendeckende Standardisierung über alle Branchen und Unternehmensgrößen hinweg ist allerdings noch nicht erreicht.
Speicherformen für moderne Workloads
Für unterschiedliche Arbeitslasten bieten sich weiterhin spezifische Speicherarchitekturen an. Klassischer Dateispeicher unterstützt kollaborative Umgebungen und strukturiertes Arbeiten in Teams. Blockspeicher kommt bei Anwendungen mit hohen Performance-Anforderungen zum Einsatz, beispielsweise bei Datenbanken oder ERP-Systemen. Objektspeicher hat sich in den vergangenen Jahren besonders dynamisch entwickelt und bildet heute häufig die Grundlage vieler KI- und Analyseplattformen. Seine hohe Skalierbarkeit, flexible Metadatenstrukturen und Integration in Data-Lake-Umgebungen machen ihn zu einer bevorzugten Option für Machine-Learning-Workloads mit großen unstrukturierten Datenbeständen, Video-Content und Archivsysteme. Für latenz- und IOPS-kritische Trainingsszenarien können jedoch auch performantere Block- oder lokale NVMe-basierte Lösungen erforderlich sein.
Gleichzeitig gewinnt Edge-Storage an Bedeutung. Dort, wo Daten unmittelbar an Produktionsstandorten, Sensoren oder Maschinen entstehen, werden sie zunächst lokal verarbeitet oder gefiltert, bevor sie in zentrale Cloud-Plattformen überführt werden. So entstehen verteilte Speicherarchitekturen, in denen Cloud und Edge eng verzahnt sind.
Stand: 08.12.2025
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Marktdynamik und Ausblick
Der globale Cloud-Storage-Markt wächst weiter, getrieben durch digitale Transformationsprojekte, KI-Anwendungen und die Zunahme vernetzter Geräte. Unternehmen priorisieren dabei zunehmend flexible, hybride Modelle, die Leistung, Kosten, Datenschutz und Betriebsmodelle miteinander ausbalancieren. Cloud-Storage hat sich damit vom reinen Speicherplatzangebot zu einer strategischen Grundlage für Datenmanagement entwickelt.
Die kommenden Jahre werden vor allem durch automatisiertes Data-Lifecycle-Management (DLM), intelligente Tiering-Mechanismen und tiefe Integration von Storage in analytische Plattformen geprägt sein. Wer frühzeitig auf transparente Kostenstrukturen, souveräne Datenhaltung und skalierbare Architektur setzt, schafft die Basis für nachhaltige Datenwertschöpfung.