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Wer von Cloud redet, darf nicht in Hardware denken
Aber warum konfrontiert einen der IaaS-Anbieter, der auf Fujitus-Infrastruktur setzt, dann noch mit dem Angebot an drei Storageklassen? Wieso muss ich mich als Geschäftsführer eines Unternehmens mit technischen Details herumschlagen, in denen ich mich als Kunde für einen High Performance Storage, Productivity Storage oder Economy Storage entscheiden muss. Da geht es doch eigentlich, so stelle ich mir jedenfalls Services vor, doch um das Abnicken von SLAs für meine wichtigen Anwendungen.
Eine andere Herausforderung der Cloud-Anbieter wird aus meiner Sicht ebenfalls sehr blauäugig propagiert. Ich als Kunde bekomme erhöhtes Sercive-Niveau, ein flexibles Preismodell und Abrechnung auf Nutzungsbasis, das versprecht jedenfalls Fujitsu. Dass das billiger sein soll, wird zwar gerne behauptet, aber der Nachweis steht seit dem Anbeginn des Cloud-Hypes aus.
Schwer blauäugig finde ich zudem die Behauptung, dass Cloud Provider eine Abrechnung auf Nutzungsbasis anbieten werden. Ich kaufe mir also kein weiteres Speichersystem mehr, sondern lease es für den Monatsabschluss.
Muss ich mir Sorgen um meinen Cloud Provider machen?
Betriebswirtschaftlich betrachtet wird aus Capex, der capital expenditure, ein Opex, eine operational expenditure. Aus einer Investitionssumme wird eine Rate. Das kann für den Kunden nur geringere Kosten bedeuten. Aber das Leben ist bekanntlich keine Einbahnstrasse.
Wie finanziert ein Cloud Provider eigentlich eine Infrastruktur, die die Spitzenlasten seiner Kunden abfedern soll. Dazu kommt, dass der Kunde, anders als bei langjährigen Veträgen mit einem Outsourcer, jederzeit den Anbieter wechseln kann, wenn ihm die Kosten für die Services zu teuer erscheinen. Muss ich mir da angesichts meiner ernormen Kostenersparnisse nicht sofort Sorgen um die Einnahmeseite meines Lieferanten machen?
Dessen Investitionen, in eine von vielen Kunden nur für sporadische Spitzenlasten benutzte Infrastruktur, dürften immens sein. Und die Wartungskosten fallen ebenfalls an, auch wenn dieselbe nicht benutzt wird.
Was kostet das Speichern in der Cloud?
Apropos Abrechnung auf Nutzungsbasis. Wie oben schon gesagt, das hört sich gut an. Aber wie funktioniert so etwas. Jeder IT-Leiter eines größeren Rechenzentrums mit dem ich bis jetzt gesprochen habe, rechnet die IT-Kosten der Fachabteilungen pauschal ab.
Soweit ich weiß, gibt es keinen „Stromzähler“ für die IT, der den Verbrauch von Watt, Bandbreite, Performance, Kapazität, Switch-Durchleitungsgebühren und dergleichen ermitteln könnte. Was also ist gemeint mit Nutzungbasis?
Und wer nach den Verbindungskosten vom eigenen zum öffentlichen Rechenzentrum fragt, der erntet ebenfalls Schweigen. Wer sich schon länger mit Storage beschäftigt, weiß, dass man zwar Daten über eine DSL-Leitung schicken kann, dass darüber aber bestimmt kein Online-Storage betrieben werden kann.
Die liebe Sicherheit
Wenn von Cloud Computing die Rede ist, dann handelt es sich zumeist um eine zentralisierte IT-Umgebung, in der sich verschiedene Kunden die Infrastruktur teilen. Dieses neuenglisch Shared genannte Umfeld basiert auf standardisierten Prozessen und Service Level. Und hier kommt die Security wieder ins Spiel. Nicht wenige Unternehmen, denen diese Art von Dienstleistung grundsätzlich sympathisch ist zögern mit der Umsetzung. Die Vorstellung, sensible, kritische Daten in die Obhut fremder Hände zu geben, macht ihnen Angst.
Wer sich am Ende hat überzeugen lassen, dass Cloud-Storage das Konzept seiner Wahl ist, aber mit dem Gedanken der gesharten Umgebung nicht klar kommt, der kann seine Daten unter anderem bei Fujitsu innerhalb der Cloud in eine „private“ Umgebung betten.
Beim Hersteller heißt dieses Angebot „Trusted Cloud“ und ist ein virtuell abgeteilter Bereich, der ausschließlich einem Kunden zur Verfügung steht. Auf diese Weise kann ein Unternehmen besonders kritische Daten in einer private Cloud ablegen und weniger kritische in die öffentliche.
Das hat wieder etwas mit Geld zu tun und lässt sich vielleicht vergleichen mit der Abwägung, was sichere ich auf teuren Primärspeichern und was kann ich auf günstigeren Platten ablegen.
Investieren, um Kosten zu drücken
Eins ist auch offensichtlich: Wer langfristig Betriebskosten senken will und Cloud-Storage für sein Unternehmen als ein passendes Konzept einstuft, der muss zuerst investieren.
Zum einen Geld für Tests zum Beispiel. Jedes Unternehmen wird die Cloudtechnologie überprüfen wollen. Zum anderen geht es natürlich auch nicht ganz ohne Aufwand. Der Betrieb muss in Arbeitsleistung investieren.
Die IT-Abteilung der Firma muss sich mit dem Dienstleister hinsetzen und unter anderem SLAs definieren, Compliance-Regeln abklopfen und nachhaltige Anschaffungen besprechen.
Und dann sind da auch noch die Transportkosten. Leitungs- und Providerkosten sind ein großer Kostenfaktor, der die gesamte Rechnung noch einmal durcheinanderwirbeln kann.
Fazit
Teil der Überzeugungsarbeit wird sicherlich sein, die Sache langsam anzugehen. In einem Aufwasch die gesamte Infrastruktur in ein Rechenzentrum zu migrieren wäre die falsche Entscheidung.
Infrastructure-as-a-Service wie Fujitsu es anbietet, ist ein Ziel, keine Hau-Ruck-Aktion. Einzelne Anwendungen wie Backup könnten der erste Schritt sein. Zudem bieten Hersteller unterschiedliche Systeme an, darunter Hochverfügbarkeitslösungen für Datenbanken und Mittelklasse-Storage für produktive Daten.
Cloud-Storage kann vielleicht IT-Kosten senken. Im Vorfeld müssen Dienstleister und Anwender aber eine Menge Punkte abarbeiten und auch Geld in die Hand nehmen, soll das Konzept vernünftig umgesetzt werden.
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