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Kommentar: Cloud-Storage kann vielleicht IT-Kosten senken, wahrscheinlich ist das nicht Die Business-Angebote der Cloud sind zu Hardware-lastig

| Autor / Redakteur: Simone Schnell und Rainer Graefen / Rainer Graefen

Auch Fujitsu-Mitarbeiter zeigen mit wachsender Begeisterung diverse Präsentationen über die Vorteile von Cloud Storage und das spezifische Angebot des Computer-Herstellers. Unsere Autorin Simone Schnell hat sich einmal kritisch damit auseinander gesetzt.

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Ohne Konzept wie man Hersteller, Dienstleister und Anwender zusammenführt, funktioniert keine Cloud. (Quelle: Fujitsu)
Ohne Konzept wie man Hersteller, Dienstleister und Anwender zusammenführt, funktioniert keine Cloud. (Quelle: Fujitsu)
( Archiv: Vogel Business Media )

Es ist doch so: Im Betrieb häufen sich immer mehr Informationen. Um den Workflow am Leben zu erhalten, keine Daten zu verlieren, möglichst optimale Bedingungen für Mitarbeiter zu schaffen, braucht es eine ausgefeilte IT-Infrastruktur, die weder von der Hardware noch von deren Organisation her zum Engpass wird.

Vom Turnschuh-Netzwerk, das der IT-Administrator vor Jahren im Unternehmenskeller ablaufen und verwalten konnte, sind heutige Umgebungen oft so weit entfernt wie die Sonne von der Erde.

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Und die Infrastrukturen sind auch keine starren Gebilde mehr; sie verändern sich schneller als je zuvor. Mit der Folge, dass sie permanent erweitert und nach kurzer Zeit wieder konsolidiert werden müssen.

Warum das so sein muss? Weil die Datenbestände in zwei Dimensionen wachen – in Zahl und individuellem Platzbedarf.

Komplexe IT-Umgebungen sind aufwändig und unkalkulierbar

Der Aufwand, um nur diese Datenmengen zu verwalten, steigt, noch bevor sich jemand Gedanken um die inhaltliche Sortierung gemacht hätte. Neben dem normalen Tagewerk behindern Budget-Engpässe einen durchdachten Umgang mit den überbordenden Unternehmensdaten.

In Cloud Computing sehen deshalb Hersteller wie Fujitsu eine Möglichkeit, der Gemengelage Herr zu werden. Anders als beim Outsourcing, bindet sich der Autraggeber nicht für längere Zeit an den Auftragnehmer, sondern kauft sich gezielt Dienstleistungen, fasst Joseph Reger, CTO bei Fujitsu, einen Unterschied zusammen.

Das das nur die halbe Miete ist, zeigt jedoch ein Blick auf das Cloud-Konzept von Fujitsu. Auch wenn hier ordentlich auf einer Fujitsu Infrastruktur, diverse Layer gestapelt werden, von den Business Application Services, über Integration & Transition Services, Beratung, IaaS-Partern bis hin zum Kunden, so zeigt diese Schichtung aber auch, dass für den Kunden einige physische und logische Schnittstellenprobleme zu lösen sind.

Lassen sich Services standardisieren?

Andere Hersteller wie Hewlett-Packard oder Oracle haben für die Cloud-Infrastruktur ähnliche Architektur-Blueprints entwickelt. Dort sind die komplexen Beziehungsverhältnisse zwischen Hersteller, Provider, Services-Anbieter und Kunde allerdings in ein umfangreicheres, nicht ganz so schön geschichtetes Gebilde übersetzt worden, das nach Angaben der jeweiligen Protagonisten „offen“ sein soll. Offen heißt hier, jeder darf es benutzen, ein Standard steht noch aus.

Ziemlich unklar bleibt bei den Debatten zwischen Analysten und Herstellern bislang, ob sich die einzelnen Services tatsächlich standardisieren lassen. Folgt man hier der Behauptung von CTO Reger, dann gibt es kaum Mehraufwand, wenn derselbe Service für mehrere Anwender aufgesetzt wird. Die Gegenmeinung kolportiert, dass Kunden eine auf sie zugeschnittene Lösung wollen. Ein Customizing würde hier wahrscheinlich sehr schnell die Kostenvorteile der Zwangs-Standardisierung aufzehren.

Ein „anderer“ Vorteil der Cloud soll die Möglichkeit einer „atmenden“ IT Infrastruktur sein: Spitzenlasten soll der Provider abfangen, heißt es, Investitionen in den eigenen RZ-Ausbau lassen sich reduzieren, und die eingesparten Kosten für die Instandhaltung können dann in innovative Produkte investiert werden, mit welchen sich wiederum der Aufwand für Wartung und Betrieb des eigenen Equimpments senken ließe.

Mit der Cloud eröffne sich damit die Chance, das eigene Rechenzentrum, sofern es für die betrieblichen Kernkompetenzen überhaupt noch notwendig ist, zu regenerieren.

weiter mit: Cloud Storage ist schwieriger zu lösen als Cloud Computing

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