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Grundlagen moderner Netzwerktechnologien im Überblick – Teil 14

Die Standards lokaler Netze nach IEEE 802 / ISO 8802

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IEEE 802.2 / ISO 9902.2 Logical Link Control

Alle verschiedenen LAN-Typen werden einheitlich unter einer so genannten logischen Verbindungskontrolle zusammengebunden, so dass für alle Schichten ab der Oberkante der Schicht 2 ein einheitliches LAN-Transportsystem existiert. Die Logical Link Control LLC stellt je nach Implementierung einen oder mehrere der folgenden drei Services zur Verfügung:

  • LLC 1: Nichtbestätigter verbindungsloser Service: Er liefert die Hilfsmittel, mit denen Netzwerkanschlüsse Dateneinheiten der Verbindungsebene austauschen können, ohne dass eine logische Verbindung der Schicht zwei aufgebaut werden müsste. Der Datentransfer mittels Datagrammen kann Punkt-zu-Punkt, Punkt-zu-Vielpunkt oder durch Rundsendung erfolgen. Empfangsbestätigungen werden nicht erwartet.
  • LLC 2: Verbindungsorientierter Service: Hier werden die Hilfsmittel vorgesehen, um logische, virtuelle Verbindungen auf der Schicht 2 einzurichten, zu benutzen und zu terminieren.
  • LLC 3: Bestätigter verbindungsloser Service: Wie LLC 1, nur mit Empfangsbestätigungen auf der Verbindungsschicht.

Datagramme sind kleine Datenpakete mit Sender- und Empfängerangabe sowie einem – hoffentlich – sinnvollen Inhalt. Zwei Stationen können massenhaft Datagramme untereinander austauschen, aber diese Datagramme stehen in keinem Zusammenhang zueinander.

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Für kurze Nachrichten, wie sie zwischen Rechnern immer wieder vorkommen, reichen Datagramme. Die maximale Größe eines Datagramms richtet sich nach der maximal vom LAN-Typ unterstützten Länge für ein Datenpaket. Bei Ethernet sind das z.B. ca. 1.500 Bytes, bei Token Ring ca. 4.000 Bytes. Dies ist bereits ausreichend z.B. für kurze E-Mails und selbstverständlich für Steuersignale, wie sie bspw. entstehen, wenn die Maus bewegt wird und dabei aber keine Aktion auf dem eigenen, sondern einem entfernten Rechner ausgelöst werden soll. Würden beispielsweise dieses Beitragsserie in Form von Datagrammen bestellen, bekämen Sie ganz viel Post. In jedem Brief wäre eine einzelne Textseite. Sie müssten die Seiten selbst sortieren und das Buch dann auch selbst zusammenkleben.

Wenn Sie die Reihe dagegen aber gerne als Ganzes hätten, stehen wir vor dem Problem, dass das Netz (im Gegensatz zur Post) nur kleine Einheiten übertragen kann. Dies ist besonders bei größeren LAN wichtig, denn wenn jemand ein fast endloses Datenpaket übertragen würde, kämen in der Zwischenzeit ja all die anderen Stationen überhaupt nicht zum Zug. Dies möchte man über die maximale Paketgröße vermeiden, denn ein LAN ist grundsätzlich für alle angeschlossenen Stationen da. Also muss man sich etwas anderes einfallen lassen, und das ist die so genannte virtuelle – also gedachte – Verbindung.

Eine virtuelle Verbindung muss zwischen den beiden beteiligten Partnern gezielt aufgebaut werden. Dabei werden viele Vereinbarungen getroffen, unter anderem auch über die Art der Nummerierung der Datenpäckchen. Soll jetzt also eine größere Datei in Form einer Menge von Datenpäckchen übertragen werden, so wird sie erst einmal in passende Teile zerlegt und diese werden nummeriert. So kann der Empfänger die Datei viel leichter wieder zusammenbauen. Sollte mittendrin ein Paket verloren gehen, ist es möglich dieses oder eine ganze Reihe von Päckchen neu anzufordern, um das Puzzle vollständig zusammenzusetzen.

Ist die Datenübertragung abgeschlossen, können die Stationen die virtuelle Verbindung wieder abbauen, oder diese einfach aufrecht erhalten, wenn bald wieder kommuniziert werden soll.

Die beschriebenen Dienstleistungen werden im Rahmen von IEEE 802.2-Standards genau festgelegt.

weiter mit: IEEE 802.1 Higher Layer Interface Standards / Link Security

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