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Seagate Mozaic-HAMR, Exos 4U100/4U74 und Lyve Cloud Drehende Festplatten für enorme Datenmengen

Von Barbara Gribl 5 min Lesedauer

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Die Investitionen der Deutschen Telekom und Nvidia markieren einen Schub für Deutschlands Storage-Markt: Der KI-Ausbau treibt den Bedarf an skalierbaren, sicheren Kapazitäten sowie stärken Datensouveränität und Wachstum an. Hier sieht Seagate gesteigerten Bedarf für HDDs mit hohen Kapazitäten.

Mit Speichernovitäten will Seagate seine Kunden für moderne Anforderungen ausrüsten.(Bild: ©  lele - stock.adobe.com)
Mit Speichernovitäten will Seagate seine Kunden für moderne Anforderungen ausrüsten.
(Bild: © lele - stock.adobe.com)

Die angekündigten Investitionen der Deutschen Telekom und Nvidia unterstreichen Deutschlands Anspruch, ein führender Standort für digitale Infrastruktur, Künstliche Intelligenz und datengetriebene Innovation zu werden. „KI lebt von Daten – ihre Leistungsfähigkeit und ihr Nutzen hängen maßgeblich von der Verfügbarkeit und dem schnellen Zugriff auf große Datenmengen ab“, meint Vincent Oostlander, Director of Solutions Business Europe, Seagate Technology. Solche Kooperationen beschleunigten nicht nur die Einführung fortschrittlicher KI- und High-Performance-Computing-Technologien, sondern trieben auch die Nachfrage nach skalierbaren, hochkapazitiven und sicheren Speicherlösungen weiter voran.

Oostlander schätzt die Situation wie folgt ein: „Das entspricht den allgemeinen Markttrends, denn Unternehmen aller Branchen sind bestrebt, ihre Dateninfrastruktur zu modernisieren, um Anwendungen der nächsten Generation – von GenAI bis Edge Computing – zu ermöglichen.“ Letztlich sollen solche Investitionen insgesamt das Storage-Ökosystem in Deutschland stärken. Gerade innovative KI-Anwendungen sind laut Oostlander auf leistungsfähige Speicherlösungen angewiesen und schaffen so neue Chancen für Innovation, mehr Datensouveränität und nachhaltiges Wachstum.

Diese Workloads treiben in Deutschland konkret das Datenwachstum

Deutschland unterscheidet sich in Bezug auf die Treiber des Datenwachstums nicht von anderen Ländern – laut Seagate-/IDC-Report. Die Studie „Content Creation in the Age of Generative AI“ zeigt, dass das exponentielle Datenwachstum in Deutschland – wie auch anderswo – vor allem durch folgende Workloads angetrieben wird: GenAI-Training und -Inference, Video-Analysen (einschließlich Überwachung und Media-Streaming), das Internet der Dinge (mit Millionen vernetzter Geräte, die gewaltige Datenströme erzeugen) sowie den Telekommunikationsbereich (insbesondere im Zuge des 5G-Ausbaus und von Edge-Anwendungen).

Der IDC-Report hebt hervor, dass eine Mehrheit der Befragten (66 %) erwartet, dass die Gesamtzahl der von ihren Unternehmen erstellten Dateien in den kommenden fünf Jahren als direkte Folge von GenAI weiter steigen wird. Zudem geben über 70 Prozent an, dass die durchschnittliche Dateigröße zugenommen hat – mit immer umfangreicherem, hochauflösendem und komplexerem Content.

„Diese Entwicklungen führen dazu, dass Unternehmen ihre Speicherarchitekturen neu denken und verstärkt auf skalierbare, leistungsstarke und kosteneffiziente Lösungen setzen, um die stetig wachsenden Mengen unstrukturierter Daten bewältigen zu können“, erklärt Oostlander.

Wie belastbar ist die Prognose von „mehr als 500.000 Exabyte bis 2029“?

Die Prognose, dass das jährliche weltweite Datenvolumen bis 2029 über 500.000 Exabyte erreichen wird (500 Exabyte = 0,5 Zettabyte; 500.000 Exabyte = 500 Zettabyte), basiert auf umfassenden Analysen von IDC, unterstützt von Seagate. Oostlander bestätigt das: „Die jährlich erscheinenden Global-DataSphere-Studien von IDC modellieren das Datenwachstum auf Grundlage tatsächlicher Geräteauslieferungen, Nutzungsmuster sowie der Entwicklung des digitalen Ökosystems.“

Wo stehen deutsche Unternehmen im internationalen Vergleich bei GenAI- und Edge-Storage-Reifegraden?

Deutsche Unternehmen beschäftigen sich intensiv mit GenAI und Edge-Computing; allerdings zeigen Studien, dass das Einführungstempo im Vergleich zu führenden Märkten wie den USA oder China etwas langsamer ist. Laut der Seagate-Studie mit IDC verfügen deutsche Unternehmen über ein hohes Bewusstsein und befinden sich häufig in Pilotphasen bei der Nutzung von GenAI und Edge-Storage. Gleichzeitig werden jedoch regulatorische Komplexität und Bedenken hinsichtlich der Datensouveränität oft als Hürden für eine schnelle Implementierung genannt. „Mit den jüngsten Investitionen und dem starken Fokus auf Daten-Compliance ist Deutschland jedoch gut aufgestellt, diese Lücke zu schließen und eine bedeutende Rolle in der globalen digitalen Wirtschaft einzunehmen“, findet Oostlander.

Automotive, Gesundheitswesen und Medien skalieren zuerst

Interessant bleibt im Allgemeinen die Frage, welche Branche denn zuerst skalieren wird. Die Bereiche „Medien und Unterhaltung“ sowie die Automobilindustrie könnten hier voranschreiten, dicht gefolgt vom Gesundheitswesen. „Diese Sektoren sind sowohl bei den GenAI-Anwendungsfällen als auch bei der Einführung von Edge-Storage führend, um die enormen Datenmengen und Echtzeitanforderungen moderner digitaler Workflows zu bewältigen“, weiß der Lösungsexperte.

Technische Neuerungen bei Seagate

Seagates Innovationsschwerpunkt liegt den Aussagen von Oostlander im Interview zufolge auf der Steigerung der Flächendichte und der Speicherkapazität durch modernste Technologien. Im Mittelpunkt stehen dabei die Entwicklung und Einführung der HAMR-Technologie (Heat-Assisted Magnetic Recording), die eine höhere Anzahl von Terabyte pro Platte ermöglicht und den Weg für Mozaic-HAMR-Laufwerke geebnet hat. Die Roadmap von Seagate sehe in den kommenden Jahren Festplatten mit Kapazitäten von bis zu 100 TB vor, um den Anforderungen von Hyperscale-, Enterprise- und Edge-Umgebungen gerecht zu werden. Grund dafür: „Diese Fortschritte ermöglichen es Kunden, mehr Daten auf gleicher Fläche zu speichern, die Kosten zu senken und datengetriebene Innovationen im großen Maßstab zu unterstützen“, so Oostlander.

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Wie wirkt sich HAMR auf Zuverlässigkeit und Langlebigkeit aus?

Die Mozaic-HAMR-fähigen Festplatten von Seagate bieten klare Vorteile: eine deutlich höhere Kapazität, niedrigere Gesamtbetriebskosten (TCO) für Rechenzentren und Unternehmen sowie die Möglichkeit, bestehende Infrastrukturen mit mehr Speicher pro Rack aufzurüsten – und das ohne höheren Energieverbrauch oder zusätzliche CO2-Emissionen. Umfangreiche Tests sollen bestätigen, dass die HAMR-Technologie keinerlei negative Auswirkungen auf die Zuverlässigkeit oder Lebensdauer der Festplatten hat. Kunden könnten somit von höheren Speicherdichten und einer verbesserten Nachhaltigkeit profitieren.

Architektur und Performance

Die neuen Seagate-Exos-4U100- und -4U74-JBoD-Systeme unterstützen nativ Block-Storage über SAS oder SATA. Mit den passenden Software-Lösungen lassen sich diese Systeme zudem auch für File- und Object-Storage-Workloads integrieren.

Compliance und Souveränität

Seagate erfüllt laut eigenen Worten länderspezifische Anforderungen – wie Datenresidenz, Compliance und Sicherheit – mit Lösungen wie Lyve Cloud und den Exos-4U100- sowie Exos-4U74-JBoD-Systemen. Diese wurden – so Oostlander – entwickelt, um den strengen regulatorischen und betrieblichen Vorgaben des deutschen und europäischen Marktes gerecht zu werden, und böten Kunden sichere, flexible und konforme Speicheroptionen. Zum Einsatz kommen dabei auch selbstverschlüsselnde Festplatten, die alle Daten automatisch beim Speichern verschlüsseln und sie ohne eine entsprechende Authentifizierung unlesbar machen.

Datensouveränität in Multi-Cloud- und Hybrid-Set-ups

Sowohl die Exos-4U100- und -4U74-JBoD-Systeme als auch Lyve Cloud sind darauf ausgelegt, Datensouveränität in hybriden und Multi-Cloud-Umgebungen zu ermöglichen. Sie sollen sicherstellen, dass Kunden die Kontrolle über ihre Daten behalten und frei wählen können, wo ihre Daten gespeichert und verarbeitet werden.

Die Zusammenarbeit von Seagate mit Partnern wie Acronis erweitere diese Möglichkeiten und soll sicherstellen, dass Unternehmen ihre Daten über verschiedene Cloud- und On-Premises-Umgebungen hinweg sicher verwalten, speichern und schützen können.

Aktuelles eBook

HDD versus SSD

eBook HDD versus SSD
eBook „HDD versus SSD“
(Bild: Storage-Insider)

Speichermedien begleiten viele Nutzer und Unternehmen im Zusammenhang mit der Datenspeicherung, -verarbeitung, -verbreitung und ihrer obligatorischen Löschung (DSGVO) während ihrer gesamten Nutzung. Sollte man dafür HDDs oder SSDs wählen? Beide haben Vor- und Nachteile.

Die Themen im Überblick:

  • Festplatten und unstrukturierte Daten
  • SSD und Flash-Memory
  • Wirtschaftlichkeit & Co.
  • Datensicherheit
  • Nachhaltigkeit
  • Neue Entwicklungen und Trends

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