Wenn Festplatten mit nativen und emulierten 512-Byte-Sektoren in einem System eingesetzt werden, hat das keine Auswirkungen auf die Performance. Diese hängt von der Leistung der Festplatten, der RAID-Konfiguration und dem Controller beziehungsweise der Storage-Software des Systems ab – das bestätigen auch die Tests von Toshiba. In den meisten Fällen liefert ein RAID 5 eine etwas höhere Leistung bei sequentiellen Schreiboperationen als ein RAID 10, da auf drei der vier HDDs parallel geschrieben werden kann und nicht nur auf zweien. Dafür ist ein RAID 10 in der Regel bei sequentiellen Leseoperationen etwas schneller, da von allen vier Laufwerken gelesen wird und nicht nur von dreien.
Bei gemischten Arbeitslasten sinkt der Durchsatz in allen Konfigurationen deutlich, wobei ein RAID 10 gegenüber einem RAID 5 die Nase vorn hat. Bei allgemeinen Workloads, die anders als Archivierung, Streaming oder Videoüberwachung viele zufällige Zugriffe produzieren, ist ein RAID 10 daher die bessere Wahl. In Systemen mit Software-RAID ist allerdings eine SSD als Cache zu empfehlen, da die Leistung bei gemischten Workloads sonst nicht mit der von vergleichbaren Systemen mithalten kann, die auf einen Hardware-Controller setzen.
Fällt eine Festplatte aus, sinkt vor allem die Performance beim sequentiellen Lesen und bei gemischten Lasten, während die Schreibleistung nur geringfügig beeinträchtigt wird. Diese lässt erst dann merklich nach, wenn die neue HDD im System steckt und das RAID neu aufgebaut wird. Räumt der RAID-Controller diesem Vorgang eine hohe Priorität ein, sinkt die Performance zwar stärker als bei einem Rebuild mit niedriger Priorität, doch der Neuaufbau läuft deutlich schneller ab. Je nach Größe der Festplatten kann der Unterschied durchaus mehrere Stunden betragen. Es kann daher insbesondere bei RAID 1 und 5 sinnvoll sein, die Default-Priorität in den Einstellungen des Controllers zu ändern, um den Rebuild zu beschleunigen und das Risiko von Datenverlusten durch den Ausfall einer weiteren Festplatte in dieser Phase zu reduzieren.
Software-definierte Konfigurationen haben beim Rebuild zumeist einen Geschwindigkeitsvorteil, da die Software die Menge der Daten auf den Festplatten genau kennt und tatsächlich nur die Daten auf der Ersatzfestplatte neu erstellt. Ein RAID-Controller hingegen baut die gesamte Festplatte neu auf, auch wenn diese nur teilweise mit Daten gefüllt ist.
Ein RAID ersetzt kein Backup
Letztlich hängt es von den konkreten Anforderungen an die Ausfallsicherheit, den Speicherplatz und die Performance ab, welches RAID-System und welches RAID-Level Unternehmen nutzen sollten. Die Labortests mit unterschiedlichen Systemen, Festplatten und Konfigurationen können bei der Entscheidung eine wertvolle Hilfe sein. Grundsätzlich sollten Unternehmen stets bedenken, dass ein RAID kein Backup ersetzt, sondern nur vor Festplattenausfällen schützt. Eine Datensicherung des RAID-Systems ist daher Pflicht, um bei einem Defekt des Controllers oder einem Software-Fehler keine Daten zu verlieren.
Da bei einem Festplattenausfall alle Daten weiterhin verfügbar sind, fällt er bei der normalen Nutzung des RAID-Systems nicht auf. Deshalb ist es ratsam, die Benachrichtigungsfunktionen des Systems zu nutzen, die bei einem Ausfall beispielsweise eine Warnmeldung via E-Mail absetzen können. Zwar besitzen NAS-Systeme mit zwei oder vier Laufwerksschächten üblicherweise auch eine Reihe von LEDs, die den Status der HDDs anzeigen. Doch da die Geräte häufig im nicht sichtbaren Bereich aufgestellt sind, können die Anzeigen leicht übersehen werden.
Rainer W. Kaese, Senior Manager, HDD Business Development bei Toshiba Electronics Europe.
(Bild: Toshiba Electronics Europe)
Darüber hinaus sollten Unternehmen immer eine Ersatzfestplatte zur Hand haben, damit sie ein ausgefallenes Laufwerk schnell ersetzen können – schließlich darf keine weitere Festplatte ausfallen, bis das RAID vollständig wieder aufgebaut ist. Aus diesem Grund sind auch kurze Rebuild-Zeiten extrem wichtig. Eine Anpassung der Rebuild-Priorität in der Controller-Konfiguration hilft hier ebenso wie der Verzicht auf umfangreiche Arbeiten mit den gespeicherten Daten, die zusätzliche Systemlasten verursachen und den Rebuild ausbremsen.
* Der Autor: Rainer W. Kaese ist Senior Manager, HDD Business Development bei Toshiba Electronics Europe
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