Die Physik des Backbone-Netzwerks, Teil 3

Eine Sekunde kann so lang sein: Das Terabit-Rennen

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Aufrüstung im Rechner

IBM hat eine Technik entwickelt, bei der Daten mit 40 Gbit/s zwischen Chips über einen Silikon-‘Draht‘ (kein Kupfer, keine Glasfaser) mit besonders niedriger Energie übertragen werden.

Im industriellen Bereich wird an einer Variante 4 x 25 Gbit/s (100 GbE) über Kupferleitungen auf einer Backplane gearbeitet. Das würde die Anzahl der Signalleitungen auf den Rechnerrückwänden von modularen ATCA-, MicroTCA und CompactPCI-Systemen erheblich reduzieren. Das geht nicht ohne bessere Steckverbinder.

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Intel hat ebenfalls große Pläne mit optischer Datenübertragung. Unter dem Codenamen LightPeak wurde ein Datentransport entwickelt, der zwar mit Ethernnet nichts gemein hat, aber 10 Gbit/sübertragen kann.

LightPeak soll alle bisherigen E/A-Kanäle (USB, SATA, usw.) mit dem optischen Kabel als Einheitsmedium ersetzen. Kürzlich wurde (deshalb?) die breite Einführung von USB 3.0 weiter in die Zukunft verschoben.

Unabhängig davon wird gerade ‚The 50 Gbit/s Silicon Photonics Link‘ verkündet. Mit dieser neuen, integrierten Silikon-Technik wurden 50 Gbit/s (4 x 12,5 Gbit/s) in einer einzigen Glasfaser im Labor übertragen.

Anbieter trotzen der Physik

Ein amerikanischer Anbieter postulierte im März 2010: „40 and 100 Gigabit Ethernet: An Imminent Reality“ und im April meinte ein amerikanischer Marktforscher: „The telecom industry is giving a resounding „yes“ to 100 gigabits per second (100G) dense wavelength division multiplexing (DWDM) optical network transport“. Wer möchte da wiedersprechen?

Alle oben angedeuteten wie auch die hier nicht erwähnten Phänomene und Probleme gab es schon immer. Bei den höheren Übertragungsraten machen sie sich jedoch deutlicher bemerkbar.

Manche konnten bisher unberücksichtigt bleiben. Da jetzt alle Probleme in einer anspruchsvolleren Umgebung behandelt werden müssen, ist es verständlich dass deren Behebung/Begrenzung länger dauert und höhere Kosten verursacht als bei den bisher niedrigeren Übertragungsraten.

Sobald die schnelleren Systeme verfügbar sind, wird sich jemand finden, der daraus Vorteile ziehen will. Für die Carrier ist 100 GbE nicht das Ende der Fahnenstange, sondern nur der Startschuss noch größere Herausforderungen zu meistern. Das Terabit-Rennen geht dann richtig los.

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