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Die Konvergenz der Rechenzentrums-Infrastrukturen soll Anschaffungs- und operative Kosten senken, Teil 2

Fibre Channel over Ethernet muss vorerst mit Standardisierungs-Unschärfen leben

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Rechenzentrumskopplung über Distanz

Bezüglich der Übertragung des DCB-Ethernet-Datenstroms, der gleichermaßen für SAN und LAN verwendet werden soll, werden spezielle Anforderungen an die Übertragungstechnik gestellt.

Alle Geräte im Signalpfad, welche das Ethernet-Protokoll umsetzen, müssen FCoE/DCB fähig sein, um die Datenintegrität nicht zu verletzten.

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Soll zum Beispiel ein durch FCoE erweitertes Datensignal durch einen herkömmlichen Ethernet-Switch geleitet werden, so muss sich dieser gegenüber dem 10 Gbit Ethernet 8GbE) DCB-Signal 100-prozentig transparent verhalten, ohne eine Veränderung am Ethernet-Signal vorzunehmen.

Alternativ müssen alle Geräte im Netzwerk zwingend FCoE und DCB tauglich sein, was aber aus Kostengründen sehr unwahrscheinlich ist. Darüber hinaus müssen Switche der neuesten Generation nicht nur das erweiterte Ethernet verstehen und beherrschen, sondern auch die Laufzeit der Signale durch den Switch muss auf ein Minimum reduziert werden.

Für hochperformante Punkt-zu-Punkt-Verbindungen gibt es daher nur eine, wirkliche Alternative für den Transport von 10GbE (später auch 40GbE und 100GbE) Signalen. Wie bereits heute werden Verbindungen solcher Art am besten mittels dedizierten Wellenlängen über Glasfaser realisiert.

Durch diese Vorgehensweise werden Signalverzögerungen vermieden, so dass eine sehr schnelle und effektive Übertragung gewährleistet wird. Aber selbst bei einer transparenten oder semi-transparenten Datenübertragung kann es verschiedene, technische Fallen geben.

Standardisierungs-Unschärfen

Die Hersteller könnten beispielsweise die Standards erweitern, um eigene, proprietäre Funktionen zu implementieren oder um Steuerungssequenzen einzubauen, die den Durchsatz der Übertragung verbessern.

Die Nutzung solcher Verfahren ist sehr wahrscheinlich, wenn mehrere, parallele Signale zu einer virtuellen Verbindung zusammengefasst werden. Dieses, als ‚Trunking‘ bekannte Verfahren gehört bei Fibre-Channel-Systemen zum Standard für die Datenübertragung zwischen zwei Switchen über sogenannte Inter Switch Links (ISL).

Bei diesen Verbindungen verwenden einige Hersteller von FC-Geräten heute proprietäre Signale und/oder Steuersequenzen. Für die Hersteller der Übertragungstechnik (z.B. Wavelength Division Multiplexing (WDM)) bedeutet dies, dass die ISL‘s vollkommen transparent übertragen werden müssen, oder dass man die proprietären Signalanteile der korrespondierenden FC-Geräte abschalten muss, was aber mit einem Verlust an Funktionalität oder mit der Verminderung des Durchsatzes einhergeht.

Da man Letzteres vermeiden will bleibt – auch auf 10GbE FCoE/DCB Verkehr angewandt – nur die vollständig transparente Übertragung als Garant für volle Leistung und Funktionalität.

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