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Die Konvergenz der Rechenzentrums-Infrastrukturen soll Anschaffungs- und operative Kosten senken, Teil 2

Fibre Channel over Ethernet muss vorerst mit Standardisierungs-Unschärfen leben

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Ausblick

Wie auch in der Vergangenheit wird auch das Rechenzentrum der Zukunft zunächst noch aus einer Anzahl von verschiedenen, parallel existierenden Technologien bestehen, die basierend auf Faktoren wie Kosten oder Auslastung auch noch längere Zeit ihre Daseinsberechtigung haben.

Die Entfernung zwischen den Rechenzentren, sowie spezielle, technische Eigenheiten müssen ebenfalls noch in Betracht gezogen werden. Daher werden wir erfahrungsgemäß weder kurz noch mittelfristig eine komplett vereinheitlichte Infrastruktur im Rechenzentrum sehen.

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Typischerweise wird heute die Konsolidierung der Protokolle bei längeren Strecken zwischen Rechenzentren durch WDM gelöst, welche die verschiedenen Protokolle wie FC, Ethernet, Infiniband, Escon, Ficon über eine gemeinsame Faserinfrastruktur transportiert.

Konvergenz löst Protokollvielfalt nur bei Ersparnis ab

Die Verschmelzung von Fibre Channel und Ethernet wird das Problem der Technologievielfalt im RZ sicherlich nicht komplett und auch nicht sofort lösen. Zwar werden hier die am häufigsten anzutreffenden Technologien zusammengefasst, aber die Anforderungen, welche andere und nicht zuletzt spezielle Protokolle erfordern, werden nicht einfach verschwinden.

Um eine solche Fusion zu erreichen, müssen vom Nachfolger alle Anforderungen erfüllt werden, die zurzeit durch die abzulösenden (Spezial-) Protokolle bewältigt werden. Dadurch, dass die heute vorherrschenden Übertragungstechniken höchst spezialisiert sind, ist es sehr wahrscheinlich, dass Funktionen oder Eigenschaften durch eine Substituierung auf Ethernet überflüssig gemacht oder zumindest eingeschränkt werden.

Nicht zuletzt stellt sich die die Frage, wie sinnvoll es ist, die beiden wichtigsten Protokolle im RZ auf eine Infrastruktur zu migrieren. Getrennte Netzwerke sind – trotz höherer Kosten – jedenfalls sicherer, wenn es zu Netzwerkproblemen kommt.

Solle zum Beispiel das LAN ausfallen, ist heutzutage die Integrität des SAN minimal oder überhaupt nicht betroffen. Im Falle eines Ethernet-basierenden Gesamtnetzes für SAN- und LAN-Verkehr, kann ein Totalausfall dieses Netzwerkes fatale Folgen für unternehmenskritische Prozesse haben.

Physikalische Trennung hat auch Vorteile

IT-Entscheider werden also die Qual der Wahl haben, in welche Technik sie in Zukunft investieren wollen, wobei mögliche Szenarien zu Migration der vorhandenen Infrastruktur sowie Sicherheitsaspekte sicherlich im Vordergrund der Entscheidung stehen werden.

Unabhängig davon wird WDM die Standardübertragungstechnik bleiben, um Hochleistungs-Rechenzentren performant- und Protokoll-transparent miteinander über Glasfasern zu koppeln.

Dadurch, dass die oben beschriebenen Standards für eine erweitertes Ethernet noch nicht oder nur teilweise verabschiedet sind, wurden verschiedene Namen seitens der verschiedenen Hersteller lanciert, wie zum Beispiel: Converged Enhanced Ethernet (CEE) oder Datacenter Ethernet (DCE).

Jedoch bleibt abzuwarten, bis zu welchem Grad die zum Teil schon verfügbaren, auf der neuen Technik basierenden Geräte, kompatibel zu den künftig verabschiedeten Standards sein werden.

Der Erfolg von FCoE und DCB, wird in erster Linie davon abhängen, ob es den verschiedenen Herstellern gelingt, einen gemeinsamen, technischen Nenner zu finden. Sollte die neue Ethernet-Technologie nur ein weiterer ‚pro forma‘ Standard werden, ist die Gefahr groß, dass das DCB erweiterte Ethernet eine Nischenlösung werden wird.

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