Der Abstand zwischen Festplatten- und Flash-Preisen wird sich nicht ändern
Die Variante des Flash-Speichers, welche die Flash-Nutzung stark dominiert, ist NAND-Flash. Bis in die späten ’90er-Jahre war NAND-Flash eine sehr teure und selten genutzte Technologie. Dies änderte sich Ende der ’90er-Jahre, als die Hersteller von batteriebetriebenen Geräten wie MP3-Playern und Mobiltelefonen nach einem Datenspeichermedium suchten, das weniger Strom verbrauchte als Miniatur-Festplattenlaufwerke. NAND-Flash war genau das Richtige, die Produktion stieg in die Höhe, und die Preise fielen. Überraschenderweise wurde NAND-Flash jedoch erst um 2004 billiger als DRAM-Speicher.
Der wichtigste Preisvergleich war jedoch immer der zwischen Flash und Festplatten. Obwohl der Preis für Flash-Speicher in den letzten zwanzig Jahren gesunken ist, ist der Preis für Festplattenlaufwerke ebenfalls gesunken, wenn man beide in Dollar pro Einheit Speicherkapazität misst. In den letzten zehn Jahren war der Abstand zwischen den beiden relativ konstant. „SSD-Kosten pro TB haben in den letzten zehn Jahren ungefähr den gleichen fünf- bis siebenfachen Multiplikator gegenüber HDD-Kosten pro TB beibehalten“, so Anderson. Diese Schätzung des Preisunterschieds wird von Umbehocker sowie von Giorgio Regni, CTO bei Scality, bestätigt, die beide den Preisunterschied pro TB auf das Fünffache beziffern.
„Wir glauben nicht, dass der Markt die Flash-Anbieter dazu drängt, dies in Zukunft zu ändern“, so Anderson. In Bezug auf die sogenannten Fabriken – die Produktionsanlagen, in denen Flash und andere Halbleiterchips hergestellt werden – fügte Anderson an: „Es gibt nur eine Handvoll Flash-Fabriken auf der Welt, und neue werden nicht in einem Tempo gebaut, das das Wachstum der Flash-Nachfrage übersteigt.“ Auch diese Ansicht wird von anderen Experten geteilt, die auf die Notwendigkeit hinwiesen, neue Fabriken zu bauen, um die weltweite Produktion zu erhöhen, und auf die enormen Kosten, die von Hunderten von Millionen bis zu Milliarden Dollar pro Produktionsanlage reichen, sowie auf die Jahre der Planung und des Baus, die dafür erforderlich sind.
Experten erwarten, dass die Flash-Preise weiter fallen werden
Kurzfristig haben die Flash-Preise in der Vergangenheit immer wieder dramatische Schwankungen erlebt. Jim Handy, Objective Analysis: „Während einer Verknappung flachen die Preise in der Regel ab, aber manchmal steigen sie auch ein wenig. In sehr seltenen Fällen steigen sie beträchtlich an, wie etwa im Jahr 2018. Wenn die Knappheit in ein Überangebot umschlägt, kommt es immer zu einem alarmierend schnellen Preisverfall. Diesen Einbruch hatten wir in der zweiten Hälfte des Jahres 2022, als die Preise um bis zu 70 Prozent fielen.“
Boyan Krosnov, CTO und Mitbegründer von StorPool, erläuterte die Faktoren, die die langfristigen Preistrends für Flash beeinflussen. „Der zukünftige Preis von Flash hängt von den Kapitalkosten, den Energiekosten, dem Angebot sowie der Nachfrage ab, die wiederum stark vom Gesamtwachstum der IT-Infrastruktur abhängen. Wenn man also davon ausgeht, dass die Weltwirtschaft wächst und die IT-Infrastruktur noch schneller wächst, dann wird der Preis für Flash in den nächsten ein bis zwei Jahren steigen. Dann werden die Produktionskapazitäten aufholen, und in ein paar Jahren wird der Preis wieder auf den langsamen Abwärtstrend zurückkehren.“
Shawn Meyers, Field CTO bei Tintri, stimmt dem zu: „Die Weltwirtschaft wird der größte treibende Faktor sein, abgesehen von neuen revolutionären Durchbrüchen in der Flash-Herstellung. Die Lieferkette wird auf absehbare Zeit dem Bullwhip-Effekt folgen.“ Zwischen Preisverfall und Preisanstieg fallen die Preise pro TB jedoch langsam, so Handy von Objective Analysis. „Die Preistrends sind überraschend vorhersehbar. Wir erstellen die beständigsten und genauesten Preisprognosen der Branche.“ Wie schnell werden die Flash-Preise nach Ansicht von Objective Analysis in den nächsten fünf Jahren fallen? „Von jetzt an bis Mitte 2028 wird der durchschnittliche Preisrückgang etwa 15 Prozent pro Jahr betragen“, so Handy. Er fügt an, dass auf eine mögliche Verknappung Mitte bis Ende 2024 ein Überangebot und ein Preisverfall im Jahr 2026 folgen würden.
Regni von Scality prognostiziert jedoch einen immer schnelleren Preisverfall für die kostengünstigste QLC-Variante von Flash. „Basierend auf Roadmaps von Hardware- und Festplattenherstellern, sehen wir einen drastischen Rückgang der Kosten (gemessen als US-Dollar pro Terabyte) von High-Density-Flash-SSDs (QLC). Die uns zur Verfügung gestellten Daten zeigen einen Preisrückgang von mehr als 60 Prozent zwischen 2022 und 2025.“
Der von Regni genannte Preisrückgang von 60 Prozent für QLC-Flash-Speicher entspricht einem durchschnittlichen Preisrückgang von 26 Prozent zwischen 2022 und 2025, was deutlich schneller wäre als die von Handy prognostizierten 1 Prozent für die Gesamtpreise von Flash-Speicher über den längeren Zeitraum von 2023 bis 2028. Regni: „Dies ist zwar ein schnellerer Rückgang als bei äquivalenten High-Density-HDDs, aber wir sehen immer noch einen fünffachen Kostenvorteil von HDDs gegenüber SSDs im gleichen Zeitraum.“
Stand: 08.12.2025
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* Die Autorin: Federica Monsone, Gründerin und CEO von A3 Communications, der PR-Agentur für die Datenspeicherbranche
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