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Die Vorteile vollständig nutzen
Eine eigene Cloud-Struktur ist eine größere Investition. Daher sollte nicht nur der Grund für die Anschaffung der nötigen Hardware gut durchdacht sein, sondern auch darauf geachtet werden, dass die Ressourcen in Verbindung mit den Besonderheiten der Technologie auch vollständig ausgenutzt werden. Das Stichwort hier ist wieder Virtualisierung. Durch den Zusammenschluss mehrerer physischer Server, auf denen wiederum die einzelnen virtuellen Server realisiert sind, ergeben sich große Vorteile im Load Balancing und der Leistungsredundanz.
Das trägt einerseits dazu bei, dass Lastspitzen problemlos von der Struktur vertragen und sogar abgefedert werden können, wenn genügend Leistung dahintersteckt. Um die Dynamik zu erhalten, ist es bei größerem Bedarf wichtig, zu bestimmen, welche Clients jeweils wie viel Leistung abrufen können, damit sich einzelne Abteilungen nicht gegenseitig benachteiligen.
Auch für Betriebe, bei denen ständige und sofortige Verfügbarkeit der Daten und Ressourcen wichtig ist, hat dies Vorteile. Die meisten Software-Angebote, die diesen Aspekt der Cloud realisieren, unterstützen die sogenannte Live-Migration als Standardfunktion. Das virtuelle System, auf dem gerade gearbeitet wird, zieht dabei ohne Verzögerung oder spürbaren Leistungseinbruch auf einen anderen physischen Host-Server um. Das kann der Fall sein, wenn Leistung im System umverteilt wird, etwa weil andere Clients aufwendige Tasks starten, oder wenn ein Server ausfällt oder zur Wartung heruntergefahren wird.
Wer von derartigen Eigenschaften nicht spürbar profitiert, ist möglicherweise mit einer günstigeren IT-Infrastruktur besser bedient.
Datenmanagement wird immer wichtiger
Die Zettabyte-Welt schlittert in eine Storage-Krise
Für wen lohnt es sich, für wen nicht?
Ganz trivial ist eine Einrichtung einer internen privaten Cloud also nicht. Wenn alle Vorteile genutzt werden möchten – und erst das sollte einen Use-Case dafür erschaffen –, sind größere Investitionen notwendig. Daher sollten Unternehmen genau abwägen, ob wirklich eine interne Cloud-Lösung gewählt werden soll oder ob traditionelle SaaS-, IaaS- oder PaaS-Lösungen nicht sinnvoller wären.
In einigen Fällen empfiehlt sich eine interne Cloud:
- Bei einer größeren Menge von Daten und Bandbreite, die bei den alltäglichen Anwendungen regelmäßig verwendet werden. Die Leistungsvorteile, die durch die Verbindung mehrerer Server und Rechner und der Virtualisierung entstehen, werden nur dann wirklich ausgenutzt.
- Unternehmen, die bereits über eine eigene IT-Infrastruktur und die dafür nötigen Flächen verfügen. Diese können zum Teil auf die vorhandenen Ressourcen, auch bezüglich des Know-hows, zurückgreifen.
- Firmen, die besondere Ansprüche an Datenschutz und Datensicherheit haben und diese Aspekte so hoch bewerten, dass Kosten- und Aufwandaspekte dafür gerne in Kauf genommen werden. Gerade in Zeiten von DSGVO und immer neuen Angriffsvektoren in der Cyberkriminalität, die große Datenzentren vermehrt betreffen könnten, wird dies immer wichtiger.
- Innovative Unternehmen, die sehr spezifische Anforderungen haben, die in Zusammenarbeit mit Dienstleistern nur schwer realisiert werden können, ohne dabei Kompromisse einzugehen.
- Dienstleister, die aufgrund von Auflagen zum Datenschutz, die ihnen auferlegt werden, eine besondere Vorsicht an den Tag legen müssen. Bei sensiblen Kundendaten, wie etwa im medizinischen oder sozialen Sektor, hat diese große Wichtigkeit.
Dass eine interne Cloud nur für diese Fälle empfehlenswert ist, hat seine Gründe. Denn wie alle Lösungsmodelle für IT-Software-Umgebungen kommt auch dieses nicht ohne Nachteile aus:
- Hohe initiale Kosten: Um bezüglich bestmöglicher Sicherheit tatsächlich höhere Standards als externe Dienstleister zu erreichen, sind große Investitionen nötig. An jeder Stelle des Cloud-Netzwerkes gibt es Angriffsflächen und Fehleranfälligkeiten, die vorsorglich beachtet werden müssen.
- Teure Skalierung: Wenn unerwartet die Anforderungen steigen, werden hohe einmalige Kosten fällig, die für Hardware zur Erweiterung der Kapazitäten nötig sind. Cloud-Dienstanbieter ermöglichen Vergrößerungen zumeist weit günstiger.
- Viel Raum wird benötigt: Nicht jedes Unternehmen hat den verfügbaren Platz für die Serverräume, die eine sichere und stabile interne Cloud voraussetzt.
- IT-Überwachung nötig: Wartung und Instandhaltung der Cloud-Systeme, die entweder von der eigenen IT-Abteilung oder externen Cloud-Managern durchgeführt werden, sind ebenfalls ressourcenintensiv.
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