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Cloud ohne externe Dienste

Interne Cloud – eine Lösung für mittelständische Unternehmen?

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Die Implementierung einer internen Cloud, welche die oben genannten Nachteile nicht mitbringt, aber gleichzeitig die Vorzüge von Cloud-Software hat, ist dann möglicherweise eine interessante Alternative. Insbesondere in Zeiten, in denen der mobile Arbeitsplatz und das Homeoffice immer mehr an Bedeutung gewinnen, sind die Vorzüge von Web-Tools unbestreitbar:

  • Von überall abrufbare und nutzbare Programme: Mit einer Internetverbindung und einem beliebigen Endgerät lässt sich uneingeschränkt arbeiten.
  • Höhere Skalierbarkeit: Sobald die grundlegende Infrastruktur geschaffen ist, kann auch mit veränderten Anforderungen und mehr Nutzern ohne größere Änderungen gearbeitet werden.
  • Update-Flexibilität: Die einzelnen Zugangsrechner müssen nicht geupdatet werden, sondern nur das Programm auf dem Server selbst.
  • Außenzugriff erleichtert: Im Fall von Nicht-Private-Clouds, also wenn auch Kunden oder Geschäftspartner Zugriff auf Teile der Daten haben sollen, ist dies mit Cloud-Software stark erleichtert, da beispielsweise per Browser darauf zugegriffen werden kann und keine gesonderte Software-Installation nötig ist.

Eine interne Cloud kombiniert also die Vorteile der vollständigen Kontrolle über sämtliche Sicherheits- und Kostenaspekte mit den Vorzügen von Cloud Computing. Das Konzept ist daher eine ideale Lösung für Unternehmen, die bereits die Grundlagen für On-Premises-IT haben und keinen Aspekt, der die Daten betrifft, auslagern möchten.

Implementierung der internen Cloud

Mit der Einrichtung einer internen oder allgemeiner einer Private Cloud sind natürlich einmalig aufwendigere Arbeiten und Kosten verbunden. Danach haben Unternehmen jedoch die volle Kontrolle, Flexibilität durch Unabhängigkeit und die Freiheit von monatlichen Kosten für Dienstleister. Besonders die Server-Struktur und die Implementierung der Sicherheitsvorkehrungen kosten zu Beginn viel Geld. Da dank der Zentralisierung sämtlicher Software-Dienste eine größere Server-Last anfällt, können vorhandene Geräte meistens kaum weitergenutzt werden.

Endgeräte aller Art und ein Server-Verbund als Zentrum.
Endgeräte aller Art und ein Server-Verbund als Zentrum.
(Bild: © O:\0 Adobestock (Quellennachweise!)\Bilder 2019\12_Dezember\Jürgen - stock.adobe.com)

Daher ist im Voraus eine größere Investition notwendig. Besonders bei den Sicherheitsmaßnahmen sollte nicht gespart werden, da sonst die Vorteile der Eigenverantwortung bezüglich der Daten verloren gehen. Ein Bankdarlehen ist möglicherweise eine gute Möglichkeit, um diese Lücke zu schließen. Unternehmen finden für diese Investition entsprechende Angebote auch im Netz. Mit einem Rechner-Tool lassen sich diese passend zu den individuellen Anforderungen filtern.

Was ist jedoch nötig, um eine eigene Cloud in den Server-Räumen einer Firma aufzubauen? Für eine schnelle, zuverlässige und sichere interne Cloud müssen mehrere Aspekte beachtet werden:

  • Hardware: Server und Datenspeicher bilden das Rückgrat für die Cloud-Systeme. Da sämtliche Anfragen über die Endnutzer-Software auf den Servern ausgeführt werden, anstatt auf den jeweiligen Computern am Arbeitsplatz, muss genügend Rechenpower zur Verfügung stehen.
  • Netzwerk und Internet: Für gewöhnlich wird mit einem Intranet gearbeitet, das den Zugriff auf die Cloud von Computern innerhalb des Firmennetzwerkes aus erlaubt. Alle Komponenten müssen daher entsprechend darin eingegliedert sein. Von außerhalb wird der Zugriff über das Internet und ein VPN realisiert, weshalb auch die Internetanbindung der Cloud eine möglichst hohe Bandbreite und Stabilität vorweisen sollte.
  • Software: Für die zugrunde liegende Infrastruktur für Cloud-basierte Systeme gibt es von vielen renommierten Hersteller hochqualitative Produkte, wie beispielsweise die HP Cloud Foundation oder VMware. Die Virtualisierung stellt hierbei die Arbeitsgrundlage für die Cloud-Umgebung dar. Sie hilft beim Load Balancing, der Skalierbarkeit und der Ausfallsicherheit. Kleine Unternehmen können mit günstigen Programmen wie Seafile erste Gehversuche anstellen.
  • Datensicherheit: Besonders im Rahmen von Backups und dem Schutz vor Datenverlust muss jedes Unternehmen entsprechend vorsorgen. Genügend Redundanzen und Ausfallkonzepte müssen von Beginn an eingeplant werden. Virtualisierung hilf dabei enorm, besonders wenn nicht genügend Platz für Backup-Server vorhanden ist.

Für IT-Teams, die nur Erfahrungen mit traditionellen IT-Infrastrukturen haben, stellen diese speziellen Umstellungen meist eine große Herausforderung dar. Das richtige Know how ist daher essenziell, wenn von Anfang an eine optimierte und sichere Cloud-Umgebung geschaffen werden soll.

Mittelständische Unternehmen, die ihre Anforderungen und Aufgabengebiete besser einschätzen können, haben hier jedoch eine besondere Chance, da vor allem die Standardisierung eine große Rolle in der Cloud spielt. Sämtliche Unternehmensprozesse, die sich darin abspielen, müssen auf einen Nenner gebracht werden. Eine gleichzeitige Umstellung aller Teilaspekte vereinfacht dies im Gegensatz zu noch wachsenden Unternehmen, in denen häufig auf die Schnelle neue Lösungen für plötzlich auftretende Probleme gefunden werden müssen. So kommt es schnell zu einer Patchwork-Landschaft.

Eine USV ist ein wichtiger Bestandteil der Cloud-Server-Strukturen.
Eine USV ist ein wichtiger Bestandteil der Cloud-Server-Strukturen.
(Bild: © Sergey Ryzhov - stock.adobe.com)

Redundanz in der Infrastruktur der internen Cloud

Die Sicherheit der Geschäftsdaten und eine stets gesicherte Verfügbarkeit der Cloud-Dienste ist für die meisten Unternehmen von größter Wichtigkeit. Daher ist gerade dies ein Punkt, der beim Aufbau der Cloud-Infrastruktur beachtet und an dem nicht gespart werden sollte. Besonders auf der physischen Ebene, die natürlich stets mit direkten Kosten verbunden ist, dürfen ebendiese nicht gescheut werden. Trotz aller Virtualisierung ist der Effekt physischer Redundanz auf die Datensicherheit bis heute ungeschlagen.

Daher gilt es, die Maßnahmen dafür genau zu planen und entsprechend in die Infrastruktur einzugliedern. Einige grundlegende Sicherheitsaspekte sollten jedoch in jedem Fall implementiert werden, da sie eine unumgängliche Basis für eine sichere Cloud-Struktur bilden:

Ausfallsicherheit Internet: Das Intranet, also das Firmennetzwerk vor Ort, mag die meiste Arbeit erledigen – doch insbesondere, wenn das gesamte Potential von internen Clouds genutzt wird, sind auch Nutzer außerhalb des Netzes involviert und sind also von der Internetverbindung der Cloud abhängig. Je mehr Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten, desto wichtiger ist ein ausfallsicheres Internet, damit diese ohne Probleme auf die Unternehmens-Software zugreifen können. Eine zweite Internetleitung, wenn möglich von einem anderen Anbieter, auf die sofort umgeschaltet werden kann, ist daher eine wichtige Investition.

Ausfallsicherheit Elektrizität: Ohne Strom geht nichts. Eine oder mehrere USV-Anlagen (Unterbrechungsfreie Stromversorgungs-Systeme) stellen daher sicher, dass bei Stromausfällen oder Schwankungen in der Stromversorgung die Server und wichtige Netzwerkkomponenten nicht ausfallen. Damit wird auch dem Verlust wichtiger Daten vorgebeugt, der bei Ausfällen während Schreibvorgängen passieren kann.

Backups: Trotz aller Sicherheitsvorkehrungen kann es immer zu Datenverlust kommen – für den Ernstfall vorzusorgen, ist daher enorm wichtig. Vollständige Server-Backups sollten daher die Regel sein.

Geographische Redundanz: Besonders in Bezug auf Backups wichtiger Geschäftsdaten sollte, trotz der Eignung einer internen On-Premises-Cloud, auch ein Offsite-Aspekt involviert sein. Mit der Speicherung wichtiger Daten an einem anderen Ort sind diese nicht von physischen Einflüssen bedroht. Ein Wasserschaden im Server-Raum kann bei aller Virtualisierung und digitaler Redundanz die gesamten Daten bedrohen – daher ist ein Backup-Server an einem unabhängigen Ort von größter Wichtigkeit.

Virtuelle Redundanz: Um bei Ausfällen oder Störungen einzelner Hardware-Komponenten keine Probleme oder Engpässe zu verursachen, ist die Redundanz auch bei der Virtualisierung im gesamten System ein großes Thema. Virtual Machine Replication, die gezwungenermaßen auf physisch getrennter Hardware realisiert wird, schafft daher viel Sicherheit. Auch bei Wartungsarbeiten ist dies ein wichtiger Punkt, da sie so nach und nach durchgeführt werden können, ohne den täglichen Betrieb spürbar zu stören.

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