Internationale Studie IT-Abteilungen zunehmend relevanter für die Unternehmensstrategie

Redakteur: Alina Hailer

Eine Studie von Genpact zeigt, dass die strategische Bedeutung von Informationstechnologie in Unternehmen stark steigt. Damit einher gehen auch viele Herausforderungen für Chief Information Officers (CIOs) und deren Abteilungen.

55 Prozent der befragten CIOs der Studie gehen in den kommenden zwei Jahren von mehr Verantwortung für ihre IT-Abteilung aus, um Transformationsprozesse im Unternehmen aktiv zu steuern.
55 Prozent der befragten CIOs der Studie gehen in den kommenden zwei Jahren von mehr Verantwortung für ihre IT-Abteilung aus, um Transformationsprozesse im Unternehmen aktiv zu steuern.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

In einer CIO-Studie von Genpact wurde deutlich: Die strategische Bedeutung von Technologie steigt – der Nachholbedarf ist groß. Viele Firmen haben in den vergangenen Monaten – auch pandemiebedingt – massiv in Informationstechnologie (IT) investiert, um Prozesse zu stärken und Geschäftsmodelle neu auszurichten.

Gemäß der internationalen Studie des Beratungsunternehmens kommt Chief Information Officers (CIOs) und ihren Abteilungen künftig eine deutlich strategischere Rolle im Unternehmen zu: 55 Prozent der befragten CIOs weltweit gehen in den nächsten zwei Jahren von mehr Verantwortung für ihre Abteilung aus, um Transformationsprozesse im Unternehmen aktiv zu steuern – in Deutschland vertreten laut Studienergebnissen mit 60 Prozent sogar überdurchschnittlich viele CIOs diese Ansicht.

Ein Problem: Nur jeder vierte CIO in Deutschland (24 %) sieht sich schon jetzt in der Funktion, die Transformation wesentlicher Geschäftsprozesse zu steuern. Sogar 68 Prozent der CIOs in Deutschland halten ihre IT-Abteilung nicht umfassend genug darauf vorbereitet, um als Unternehmen gegen ein erneutes einschneidendes Ereignis wie die Covid-19-Pandemie gewappnet zu sein.

Strategische Schnittstelle mit Herausforderungen

Weitere Ergebnisse der Studie zeigen, dass die CIOs in Deutschland künftig eine stärkere Schnittstellenfunktion in ihrer Abteilung sehen. 66 Prozent von ihnen gaben an, dass sie in den kommenden zwei Jahren mit mehr funktionsübergreifender Zusammenarbeit in ihrem Unternehmen rechnen. Dazu zählen unter anderem das Verbessern der Produktivität durch Automatisierung (50 %), das Generieren von Einnahmen mithilfe neuer digitaler Produkte und Services (38 %) sowie ein verbessertes Kundenerlebnis und die IT-Optimierung für Mitarbeitende zu ihrem Tätigkeitsfeld.

Auf der anderen Seite erscheint die Position des CIOs und seiner Abteilung bisher wenig strategisch im Unternehmen verankert. Deutlich wird dies im Austausch mit Geschäftsführern. 88 Prozent der befragten CIOs in Deutschland berichten an den CEO; nur 30 Prozent gaben an, an den CEO zu berichten und regelmäßig mit ihm in Austausch zu sein. 58 Prozent berichten zwar an den CEO, stehen jedoch nicht sehr häufig mit diesem im Austausch.

Nach Ansicht von Genpact zeigt die Studie, dass die Aufgaben und Herausforderungen an CIOs und ihre Abteilungen immer vielfältiger werden. Der Beitrag von Informationstechnologie zum Erfolg eines Unternehmens werde steigen.

Für Unternehmen heißt dies, diesem Bedeutungszuwachs künftig noch stärker gerecht werden zu müssen. Dazu gehören beispielsweise eine intensivere Einbindung in strategische Entscheidungen im Unternehmen und eine bessere finanzielle Ausstattung von IT-Abteilungen, damit diese als kontinuierlicher Innovationstreiber fungieren können.

Nicht nur große, sondern vor allem auch mittelständische Unternehmen haben aus Sicht von Genpact die Chance, mit einer starken CIO-Position den Unternehmenserfolg zu steigern. Allerdings hätten viele mittelständische Unternehmen diese Chance noch nicht erkannt.

Über die Studie

Im März 2021 wurden insgesamt 500 CIOs in sieben Ländern weltweit – davon 50 in Deutschland – zu den Auswirkungen der Pandemie auf ihre IT-Abteilung sowie zu künftigen technologischen Herausforderungen befragt. Bei den Unternehmen handelt es sich um Großunternehmen aus den Bereichen Banken und Finanzdienstleistungen, Versicherungen, Gesundheit, Hightech, Konsumgüter und Einzelhandel, Medien und Unterhaltung sowie Industrie mit mehr als 2 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz. Die Befragung wurde online durchgeführt; hinzu kamen ausführliche persönliche Interviews mit mehr als 25 CIOs.

Wunsch nach mehr Investitionen in KI-Technologien

Vor allem Cloud-bezogene Investitionen stehen aus Sicht der CIOs in Deutschland auf der Agenda, um Unternehmensziele zu erreichen. Der Wunsch, zusätzlich auch in Künstliche Intelligenz (KI) zu investieren, ist hoch: Jeder zweite CIO in Deutschland (48 %) würde in den kommenden zwölf Monaten gerne in KI-Technologie investieren, wenn die Mittel vorhanden wären.

Dieser Wunsch ist laut der Studie Deutschland deutlich ausgeprägter als in den anderen untersuchten Ländern. Für CIOs in Deutschland ist KI demnach ein wesentliches Zukunftsthema – für dessen Umsetzung bislang allerdings die nötigen Mittel zu fehlen scheinen.

Faktor Mensch in Deutschland besonders wichtig

Nach Ansicht der befragten CIOs in Deutschland ist laut Ergebnissen der Studie beim Thema Transformation noch immer der Faktor Mensch die entscheidende Ressource: 46 Prozent der CIOs in Deutschland gaben an, dass Weiterbildung ihnen als Unternehmen am meisten in den vergangenen 12 Monaten geholfen hat, um sich den veränderten Marktbedingungen anzupassen. Automatisierte Prozesse folgten erst mit 42 Prozent.

In den USA scheint dies genau anders herum zu sein: Dort halten 51 Prozent der CIOs retrospektiv automatisierte Prozesse als wichtigsten Aspekt, der ihnen geholfen habe, sich an die veränderten Marktbedingungen anzupassen. Weiterbildung folgt in den USA mit 37 Prozent erst mit deutlichem Abstand.

Dieser Beitrag stammt von unserem Partnerportal Industry of Things.

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