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Interview mit Jens Bussmann, Google, über die "große Abfrage"

Jetzt liefert ein Google-Service die Antworten auf alle Business-Fragen

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Die Wirtschaftlichkeit von Big-Data-Analysen ist schwer zu ermitteln. Große Investitionen sind notwendig und schwer auf die vielen kleinen Abfragen umzurechnen. Wie würden Sie den Unternehmen Mut zum Einstieg machen?

Bussmann: Wie eingangs erwähnt bringt ein OnDemand Service wie Google BigQuery keinerlei Anfangsinvestitionen mit sich. Bei den Lebensmitteldiscountern z.B. gehört die Datenanalyse schon zum täglichen Brot. Die Ergebnisse sind sofort in Zahlen messbar. Wenn man es schafft, den Einkauf um fünf Prozent zu optimieren, dann ist sofort sichtbar, dass sich die Investition gelohnt hat. Schwerer berechenbar, aber für Unternehmen sehr zukunftsträchtig, ist es, wenn sie die Datenanalyse auf strategische Fragen anwenden. Sie bekommen mehr Einblick in die eigenen Geschäftsprozesse, sie wissen wer und wo ihre Kunden sind, sie können ihre Kundengruppen besser strukturieren, und das mit allen positiven Rückwirkungen auf die Konzeption einer optimalen Produktpalette. Wenn Sie es dann schaffen, dieses Expertenwissen auf weitere Mitarbeiter zu verteilen, dann wird ihr Unternehmen agiler auf dem Markt operieren können. Es ist allerdings schwerer in Zahlen auszudrücken als der oben erwähnte Einkaufsvorteil, wenn die positiven Wirkungen erst über Jahre hinweg sichtbar werden.

Wie viel Hardware hat Google auf den Dienst Big Query „geworfen“?

Bussmann: Details darf ich leider nicht verraten. Aber so viel ist sicher: Es läuft alles auf unserer eigenen Infrastruktur. Weil es nicht passendes zu kaufen gab, haben wir selbst seit 1998 die Hardware für unsere Bedürfnisse maßgeschneidert. Und wir haben damit, wie Sie wissen, eine riesige Big-Data-Herausforderung gelöst, deren Inhalt die Indizierung des gesamten Internets ist. Diese Infrastruktur ist konzipiert, um mit Datenanalysen auf Internetgröße und darüber hinaus umzugehen.

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Hadoop mit dem dazugehörigen Dateisystem HDFS ist in aller Munde, wenn es um Big Data geht. Viele Hersteller erweitern die Funktionalitäten. Ist Hadoop aus Sicht von Google das zentrale Werkzeug für Datenanalysen?

Bussmann: Es ist wahrscheinlich nicht das einzige Werkzeug oder Allheilmittel. Wahrscheinlich nein. Hadoop ist aktuell ein wichtiger Bestandteil, wenn es um die strukturierte Datenaufbereitung großer Datenmengen geht. Google selbst hat mit Map Reduce eine wichtige Open-Source-Funktionalität von Hadoop entwickelt. Unser Dienst Big Query ist ein komplementäres Tool zu Hadoop. Google selbst nutzt nicht Hadoop direkt, sondern setzt das von uns entwickelte Map Reduce Framework ein. Mit Big Query adressieren wir das Thema Ad-hoc-Analysen von mehreren Terabyte großen Datensätzen. Hadoop ist mit Sicherheit nicht das letzte Wort bei Big Data, wir werden da in den nächsten Jahren noch einige interessante Weiterentwicklungen im Markt sehen.

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