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Vast Data KI-Storage-Spezialist meldet Kooperationsflut

Von lic.rer.publ. Ariane Rüdiger 5 min Lesedauer

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Mit einer ganzen Reihe neuer Kooperationsvereinbarungen konnte Vast Data in den vergangenen Wochen brillieren. Denn KI kommt mittlerweile auch in den Unternehmen an.

„Unternehmen steigen jetzt in den Aufbau hybrider KI-Infrastrukturen ein“, Sven Breuner, Field CTO (Chief Technology Officer) bei Vast Data.(Bild:  Vast/Rüdiger)
„Unternehmen steigen jetzt in den Aufbau hybrider KI-Infrastrukturen ein“, Sven Breuner, Field CTO (Chief Technology Officer) bei Vast Data.
(Bild: Vast/Rüdiger)

Der Markt für auf KI spezialisierte Infrastruktur soll in den kommenden Jahren erheblich zulegen. So beziffert Mordor Intelligence das durchschnittliche jährliche Wachstum bis 2029 auf jährlich gut 20 Prozent. Data Bridge Market Research kommt im selben Zeitraum gar auf ein durchschnittliches jährliches Wachstum von mehr als 40 Prozent.

Eine besonders wichtige Rolle spielt dabei die Storage. In den vergangenen Monaten haben mehrere Speicherhersteller neue Storage-Systeme angekündigt, die speziell für den Einsatz in KI-Infrastrukturen gedacht sind. Sie haben besondere Anforderungen, beispielsweise einen sehr schnellen, wahlfreien Speicherzugriff, wenn sie zum Anlernen von Algorithmen eingesetzt werden sollen.

Pionier für KI-Storage

Ein Anbieter, der lange vor den meisten anderen auf den KI-Storage-Zug aufsprang, ist Vast Data. Seine vor einigen Jahren angekündigte Vast Data Platform fokussierte von Anfang an diesen Zielmarkt.

Vast wirbt damit, sehr konträre Anforderungen gleichzeitig erfüllen zu können: hohe Kapazität und gleichzeitig hohe Leistung, insbesondere beim Algorithmus-Training. Dazu kommen die gleichzeitige Verwendung transaktionaler und analytischer Daten sowie globale Konsistenz bei gleichzeitiger lokaler Leistungsfähigkeit.

Die Skalierbarkeit soll groß sein, aber darunter sollen die Widerstandsfähigkeit und die Zuverlässigkeit nicht leiden. Möglichst einfach bedienbar soll das Ganze auch noch sein. Derart disparate Anforderungen bringt Vast zumindest aus eigener Sicht mit seiner Plattform gut unter einen Hut.

Kaum noch ein Start-up

Das scheint aber nicht nur das Unternehmen zu glauben. Denn die 2016 gegründete Firma ist inzwischen auf einen stattlichen Umsatz von mehr als neun Milliarden US-Dollar angewachsen und „geht auf die tausend Mitarbeiter zu“, so Field CTO (Chief Technology Officer) Sven Breuner im Gespräch mit Storage-Insider.

„Anfangs haben wir über unsere Partner mehr an Cloud-Provider verkauft, aber das lag unter anderem an den knappen Nvidia-Chips. Das ändert sich gerade“, berichtet Breuner. „Wir sehen eindeutig, dass jetzt die Umsetzung hybrider KI-Umgebungen mit Cloud- und On-Prem-Anteilen in Fahrt kommt“, fährt Breuner fort.

Neuer Markt Unternehmens-KI-Infrastrukturen

Die neue Funktion DataSpace der Vast Data Platform baut einen einheitlichen Namens- und Verwaltungsraum für alle Daten auf, die auf Vast innerhalb einer hybriden KI-Infrastruktur liegen.(Bild:  Vast Data)
Die neue Funktion DataSpace der Vast Data Platform baut einen einheitlichen Namens- und Verwaltungsraum für alle Daten auf, die auf Vast innerhalb einer hybriden KI-Infrastruktur liegen.
(Bild: Vast Data)

Dabei würden Funktionen wie Cloud Bursting, also die schnelle und möglichst einfache Auslagerung von Arbeitsspitzen in die Cloud, gebraucht. Die vielen neuen Kooperationen sind da wohl als Türöffner gedacht, um kräftig am Boom der unternehmensinternen oder hybriden KI-Infrastrukturen teilzuhaben.

Dem dient auch ein jüngst angekündigtes neues Feature, der DataSpace. Dabei handelt es sich um einen globalen Namensraum über mehrere Vast-Implementierungen in hybriden Cloud- oder Multi-Cloud-Umgebungen. Über ihn können alle Daten so angesprochen werden, als lägen sie an einer Stelle. Außerdem bringt der Data Space umfangreiche Managementfunktionen mit.

Kooperationen mit auf KI spezialisierten Cloud-Providern

Zurück zu den Kooperationen: Mit Taiga Cloud, einer Tochter der Northern Data Group, konnte Vast neben den US-Providern Coreweave und Lambda aus den USA sowie der europäischen Genesis einen weiteren auf KI-Infrastrukturen spezialisierten Cloud-Provider als Partner gewinnen.

Cloud-Provider mit KI-Fokus sorgen bei ihren Infrastrukturen für besonders viel Bandbreite zwischen den einzelnen GPU-Servern, was das Anlernen von Algorithmen beschleunigt. Gleichzeitig wird auch die Storage besonders schnell angebunden. So kann jedes Vast-System auf mindestens 10 Gbyte/s zugreifen.

Außerdem empfiehlt sich Vasts All-Flash-Architektur den KI-Providern durch spezielle Multi-Tenancy-Funktionen. Dazu gehört beispielsweise die separate Verschlüsselbarkeit von Kundendaten.

Kooperationen im Netzwerkbereich

Weitere Kooperationen gehen in den Netzwerk- respektive Enterprise-Infrastrukturbereich. Denn hier hat Nvidia ein gewisses Problem: Zwar hat man mit der Technologie des aufgekauften Infiniband-Spezialisten Mellanox eine eigene Technologie im Portfolio.

„Allerdings erfordert die, dass Anwender die KI-Infrastruktur in einem eigenen Cluster-Netz betreiben“, so Breuner. „Aber meistens ist sie ganz normal ins Unternehmensnetz eingebunden.“ Und das läuft nicht mit Infiniband, sondern mit Ethernet.

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Einbau in Ciscos KI-Referenzarchitektur

Folglich eröffnet die Kooperation mit Cisco möglicherweise neue Türen. Die Vast Data Fabric steckt als Storage-Komponente in Ciscos KI-Referenzarchitektur Cisco Nexus Hyper Fabric. Sie sorgt für die nötige umfangreiche Kommunikation beim Algorithmen-Anlernen und ist hoch skalierbar. Weitere Komponenten sind neben den Nexus-Komponenten von Cisco GPUs von Nvidia.

Mit GPU-Nestor Nvidia selbst wurde eine Vereinbarung hinsichtlich der intelligenten Netzadapter der Bluefield-Serie getroffen. Bluefield entlastet den eigentlichen Prozessor von lästigen Zusatzaufgaben, wie sie beispielsweise beim Herstellen von Sicherheit anfallen.

Vast jetzt als Container auf Nvidias Bluefield-Karten

Die Prozessoren der Bluefield-Karten gestatten jetzt, dass die Vast-Software als Container dort läuft. Das bedeutet, dass weniger NFS-Ressourcen und benötigt werden und die Verbindungsqualität durch die intelligente Netzwerkkarte überwacht wird.

Vergleichbar mit der Cisco-Kooperation ist auch die mit Arista. Auch Arista-Switches stecken in vielen Enterprise-Netzwerk-Architekturen, und die neue Kooperationsvereinbarung gestattet, dass Arista-Switches auch zwischen Vast-Front- und -Backend, also zwischen den Storage-Servern und dem Rest der Infrastruktur, stehen dürfen.

Mehr Sicherheit auf dem Storage-System

Schließlich hat Vast auch eine Kooperation mit dem Sicherheitsanbieter Superna geschlossen. Der Anbieter hat sich auf die Sicherung von Storage-Systemen und Backup-Daten spezialisiert. Nun kann er auch Vast-Systeme überwachen und erhält von ihnen Echtzeit-Nachrichten über die Abläufe auf dem System.

Bei verdächtigen Vorgängen veranlasst Superna dann beispielsweise Snapshots oder löst andere Reaktionen aus, die die Daten vor Manipulationen oder anderen unerlaubten Zugriffen schützen. Das ist besonders für den Schutz vor Ransomware nötig. Denn deren besondere Perfidie besteht darin, möglichst auch alle Sicherungskopien zu verseuchen.

Neue Partnerschaften im Serverbereich angestrebt

Bei den bisherigen Kooperationen soll es nicht bleiben. Tatsächlich hat Vast Data bereits einige Kooperationspartner im Serverbereich. So kooperiert man mit Supermicro. Auch in einem HPE Greenlake Service für File-Storage steckt Vast Data. Außerdem würden Kunden mit zertifizierten Whiteboxes zum Selbstkostenpreis beliefert, wenn sie es wollten. „Wir verdienen wirklich nur an der Software“, betont Breuner.

Die Kompatibilitätsliste bei den Servern sei derzeit noch relativ beschränkt, sagt er. Das werde sich aber ändern. Namen möchte der Manager zu diesem Thema allerdings nicht nennen. Doch kann man ruhig davon ausgehen, dass alle Hersteller, die Server und serverähnliche Systeme auf die Anforderungen von KI-Infrastrukturen ausrichten, auch ein aufmerksames Auge auf Vast Data werfen werden.

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