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Gefahren von Big Data, der Digitalisierung und Industrie 4.0, Teil 1

Künstliche Intelligenz könnte das Ende der menschlichen Rasse bedeuten

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Amelia scheint Watson sogar noch zu übertreffen: Sie spricht bereits 21 Sprachen, versteht nicht nur das ausdrückliche, sondern auch implizite Botschaften und hat bereits Kunden in der Bank- und Versicherungswirtschaft, sowie dem Öl- und Gasgeschäft gefunden.

Und ständig geht Amelia neue Verpflichtungen ein: So führt sie 26.800 Gespräche gleichzeitig und dient noch dazu der größten Einzelhandelskette in Japan als Kosmetikberaterin.

Werden bald auch Manager wegrationalisiert?

Da können die Menschen nach Hause gehen. Früher wurde bei solchen Neuerungen das Fußvolk gefeuert – etwa im Sekretariat. Jetzt sind die Chefs dran: An der Mayo-Klinik in Phoenix im US-Bundesstaat Arizona wurde Watson zur „Leitung“ der klinischen Studien angeheuert.

Die japanische Kapitalbeteiligungsfirma Deep Knowledge hat eine „künstliche Intelligenz“ namens Vital mit Stimmrecht in den Vorstand aufgenommen – wegen ihrer „Fähigkeit, Markttrends aufzunehmen, die für Menschen nicht sofort offensichtlich sind“, wie die „Daily Mail“ erfahren haben will.

Chetan Dube, der Chef von IPsoft, sieht in die Zukunft: „Wir stehen am Rand einer tektonischen Verschiebung.“ Diese Verschiebung werde ihre tief greifendste Wirkung auf dem weltweiten Markt der Wissensarbeiter entfalten. Dieser wird von McKinsey auf neun Billionen US-Dollar jährlich geschätzt. Dube ist überzeugt, „dass ein Drittel dieses Marktes unmittelbar für Technologien wie Amelia ansprechbar ist. Das ist ein reifer Drei-Billionen-Dollar-Markt.“

Turing-Test bestanden

1950 hatte der Mathematiker Alan Turing eine Idee, um festzustellen, ob Mensch und Maschine ebenbürtig seien. Untersuchungsteilnehmer sollten per Tastatur, ohne Sicht- oder Hörkontakt, mit je einem Menschen und einer Maschine kommunizieren.

Wenn mindestens 30 Prozent der Probanden nach jeweils fünf Minuten Befragungszeit ohne sagen zu können, ob beim Gegenüber Blut oder Elektronen durchs Gehirn fließen, sollte der Versuch als Erfolg für die Maschine durchgehen.

Die Universität Reading behauptet, das Russische Computerprogramm „Eugene“ habe den Test im vergangenen Jahr gemeistert. Ray Kurzweil, Wissenschaftler und Director Engineering bei Google erwartet, dass die Wissenschaft „den menschlichen Verstand Mitte der 2020er-Jahre vollständig entschlüsselt haben wird“.

Bis 2030 sollten menschliche und künstliche Intelligenz gleichauf sein. Unter dem Begriff „technologische Singularität“ verstehen Experten den Zeitpunkt, ab dem sich Maschinen selbst verbessern können. Kurzweil meint, dieser Zeitpunkt könnte 2045 erreicht sein. Der Physiker Stephen Hawkings fürchtet: „Die Entwicklung vollständiger künstlicher Intelligenz könnte das Ende der menschlichen Rasse bedeuten.“

Yvonne Hofstetter entwickelte mit ihrer Softwarefirma Teramark Technologies Algorithmen für Banken, Militärtechnik sowie Überwachungsflugzeuge und drückt ihre Erkenntnis plastisch aus: „Einige meiner Mathematiker- und Physiker-Kollegen sagen: Wir haben die neue Atombombe erfunden. Und um Himmels willen, keiner merkt es!“ Vielleicht sollten wir mal mit Amelia und Watson drüber reden.

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