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Die Datensicherung von E-Mail-Anwendungen hat viele Facetten,
Teil 1

Marktübersicht Backup-und Archivierungslösungen für E-Mail-Server

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Der Rest der E-Mail-Welt: Linux-Mailserver

Wer sich gegen Microsoft Exchange entschieden hat, erfährt von den Herstellern der Backup-Software deutlich weniger Unterstützung. Absolute Basisvariante bleibt die Sicherung über das Dateisystem, entweder per Copy-Befehl, Batch-Datei oder Cron-Job. Doch selbst wenn es keine Probleme mit gesperrten, weil geöffneten, Dateien gibt, liegen die Mailboxen und Nachrichten bei dieser Form der Sicherung nur als Datei vor.

Die Archive sind meist nicht indiziert, Benutzer und Administrator können keine einzelnen Mailboxen extrahieren oder nach Schlüsselwörtern, Datum und Absender durchsuchen. Ganz aufgeschmissen ist der Anwender trotzdem nicht. Viele Mailserver verfügen von Haus aus über mehr oder weniger ausgeprägte Datensicherungsoptionen. Die Palette reicht vom einfachen Zugriff auf Mail-Repositories als Datei bis hin zur automatisierten Sicherung nach Zeitplan.

Post fix und send mail

Einige der größten Mailserver weltweit laufen unter Linux, generell ist gegen Postfix oder, wer es gern kompliziert hat, sendmail, nicht zu sagen. Besonders sendmail verlangt dem Administrator die hohe Kunst der Systemverwaltung ab, wer die Konfiguration und den Betrieb dieses Monsters beherrscht, für den ist Backup die leichteste Übung. Generell liegen alle wichtigen Informationen als Datei vor, die auch über das Dateisystem gesichert werden können.

Alle Nachrichten befinden sich normalerweise in den Heimatverzeichnissen der Benutzer, also /home/User. Wichtig sind auch die Ordner /var/spool/mail oder var/mail. Einfach die Ordner auf einen anderen Datenträger kopieren, kann bei laufendem Server zu Problemen führen, zum Beispiel, wenn während des Backups neue Nachrichten eingehen. Dem kann man mit einer Kombination von Rsync, SSH und cron abhelfen, die ausführlich formulierte Anleitung dafür gibt es hier.

Je nach verwendetem Mailserver muss man Verzeichnisnamen und Pfade anpassen, bei qmail heißt der zentrale Ordner folgerichtig /var/qmail. Dort sind vor allem die Unterverzeichnisse ../control und ../supervise interessant. In /control ist die Konfiguration von qmail gespeichert, unter /supervise liegen die Scripte für die verschiedenen qmail-Dienste. Mit tar und cf könnte die Komplettsicherung so aussehen:

tar -cf /backup/home.tar /home

tar -cf /backup/qmail.tar /var/qmail

gzip /backup/home.tar

gzip /backup/qmail.tar

weiter mit: Axigen und Zarafa

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