Die Datensicherung von E-Mail-Anwendungen hat viele Facetten, Teil 1 Marktübersicht Backup-und Archivierungslösungen für E-Mail-Server

Autor / Redakteur: Elmar Török / Rainer Graefen

Viele Firmen möchten den Mailserver gern im eigenen Haus verwalten. Doch dann müssen auch die Datensicherung und Archivierung gewährleistet sein. Welche Mailserver dem Administrator das Leben erleichtern oder erschweren, zeigt unser Autor Elmar Török in diesem umfassenden, dennoch nicht ganz vollständigem Zweiteiler.

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Für den Anwender ist es nur ein Briefkasten.
Für den Anwender ist es nur ein Briefkasten.
( Archiv: Vogel Business Media )

Datensicherheit bei Mailservern wird von vielen Firmen nicht als gesondertes Thema betrachtet. In der Regel gibt es eine Backup-Lösung, die den Server abdeckt, auf dem auch die Maildienste laufen. Sind die Mails und Anhänge auf ein externes Speichersystem ausgelagert, werden die Daten im Rahmen dieser Sicherung auf Band oder eine Virtual Tape Library (VTL) geschrieben. Nicht einmal die IT-Grundschutz-Kataloge des BSI sehen das Backup eines Mailservers als eigenen Aufgabenbereich, dementsprechend gelten für die Gewährleistung der Datensicherheit nur die allgemeinen Richtlinien zu Backup und Restore von Servern.

Generell ist ein Standard-Backuprogramm zur Sicherung des Mailservers ausreichend. Im einfachsten Fall ließe sich die Sicherung auch vieler Mailserver bereits mit einem einfachen Copy-Befehl durchführen. Doch dazu muss der Server kurz angehalten werden. Solange er die Repositories und Config-Files geöffnet hält, blitzt das Betriebssystem mit einer Kopieranfrage ab. Die Folge: zum Schreiben geöffnete Dateien bleiben ungesichert, weil der Anwendungs-Prozess dem Backup-Programm den Zugriff verweigert.

Der Industriestandard MS Exchange

Unternehmen, die den E-Mailserver im Laufe des Tages abschalten, dürften aber zu den großen Ausnahmen gehören, Pausen kennen die wichtigen Mail-Programme nicht. Einfachere Backup-Programme haben aber selbst in Ruhephasen Probleme mit offenen Dateien. Doch die großen Anbietern von Backup- und Restore-Software sind in der Lage, auch im Dauerbetrieb Zugriff auf alle relevanten Dateien des Servers im laufenden Betrieb zu erhalten. Hier geht es inzwischen nicht mehr um Grundfunktionen, sondern um mehr Funktionalität, zumindest was MS Exchange und Lotus Notes als Kommunikationslösung angeht.

Symantecs Backup Exec beherrscht zum Beispiel neben der Sicherung und Wiederherstellung aller Daten eines Exchange-Servers im laufenden Betrieb, auch die Wiederherstellung einzelner Nachrichten, Ordner und Mailboxen – sogar wenn die Clients zugreifen. Durch die Granular Recovery-Technologie führt der Agent die Wiederherstellung auf Basis eines vollständigen Backups durch, ohne dazu auf mehrere MAPI-Exchange-Backups zurückgreifen zu müssen.

Granulares Feintuning gehört zur Pflicht

Symantec unterstützt inzwischen sogar die kontinuierliche Datensicherung (Continuous Data Protection - CDP) für Exchange-Server, so dass zum einen das tägliche Backup-Fenster überflüssig wird, zum anderen gibt es bei CDP auch keine Sicherungslücken zwischen einem Ausfall und dem Zeitpunkt des letzten Backups.

weiter mit: CA und Acronis

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