Mobile-Menu

Langzeitspeicherung: Project Silica überwindet Praxishürden Microsoft Research vereinfacht Datenspeicherung in Glas

Von Bernhard Lück 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Das von Microsoft Research vorangetriebene Project Silica untersucht, wie sich digitale Daten dauerhaft in Glasmedien speichern lassen – mit einer angestrebten Haltbarkeit von bis zu 10.000 Jahren. Die Forscher seien gerade dabei, mehrere Hürden der Praxistauglichkeit zu überwinden.

Microsoft erforscht die Langzeitspeicherung von Daten auf einem Speichermedium aus Glas (Project Silica).(Bild:  Microsoft / Ashworth Photography)
Microsoft erforscht die Langzeitspeicherung von Daten auf einem Speichermedium aus Glas (Project Silica).
(Bild: Microsoft / Ashworth Photography)

Ein zentrales Ergebnis der aktuellen Forschungsphase: Das Verfahren funktioniert nun auch mit Borosilikatglas – dem gleichen Material, das etwa in Laborglasware oder Haushaltsprodukten verwendet wird. Bislang setzte das Project Silica auf hochreines Fused Silica (Quarzglas), das deutlich teurer und schwieriger zu beschaffen ist. Borosilikatglas gilt als kostengünstiger und breiter verfügbar.

Beim Schreibprozess setzt das Team auf Parallelisierung: Ein sogenannter Multi-Beam-Ansatz führe zu einer deutlich höheren Speichergeschwindigkeit gegenüber früheren Iterationen. Details zur konkreten Schreibrate nennt Microsoft jedoch nicht.

Neue Speichermethode: Phase Voxels

Informationen werden bei Project Silica mittels Laserpulsen in dreidimensionale Strukturen – sogenannte Voxel – im Glasinneren geschrieben. Die aktuelle Methode setzt auf phasenbasierte Voxel, bei denen laut Forschungsteam jeweils ein einzelner Laserpuls pro Datenpunkt ausreicht. Dies vereinfache den Schreibvorgang und reduziere die Systemkomplexität.

Auch das Auslesen wurde überarbeitet: Statt bisher drei oder vier Kameras genügt nach Angaben von Microsoft Research nun eine einzige Kamera, um die gespeicherten Daten wieder zu rekonstruieren. Dies senke den Hardware-Aufwand und potenzielle Kosten.

Haltbarkeit per Alterungstest bestätigt

Die angestrebte Lebensdauer von 10.000 Jahren stützt sich auf beschleunigte Alterungstests sowie eine optische, nichtdestruktive Methode zur Integritätsprüfung des Speichermediums. Ob diese Annahmen in der Langzeitpraxis Bestand haben, lässt sich naturgemäß nicht empirisch verifizieren – die Methodik entspreche jedoch gängigen Ansätzen in der Materialforschung.

Proofs of Concept

Project Silica hat die Technologie bislang in mehreren Demonstrationsprojekten erprobt. Darunter befindet sich die Speicherung des Warner-Bros.-Films „Superman“ auf Quarzglas sowie eine Kooperation mit dem Global Music Vault, bei der Musikaufnahmen unter arktischem Eis für mehrere Jahrtausende erhalten werden sollen. Ein Studentenprojekt namens „Golden Record 2.0“ legte ein per Crowdsourcing zusammengestelltes Archiv aus Bildern, Tönen und Sprache an – angelehnt an die NASA-Schallplatten der Voyager-Sonden.

Kein Einzelprojekt

Microsoft ist nicht der einzige Akteur, der an glasbasierter Datenspeicherung arbeitet. Das deutsche Start-up Ewigbyte verfolgt einen ähnlichen Ansatz und positioniert sich laut einem Bericht des Handelsblatts explizit als energieeffiziente Archivlösung – ein Aspekt, den Microsoft Research in seiner aktuellen Veröffentlichung nicht in den Vordergrund stellt.

(ID:50764859)

Jetzt Newsletter abonnieren

Täglich die wichtigsten Infos zu Data-Storage und -Management

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung