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Klimawandel in der IT – Jetzt regnet es spitze Bleistifte

Nachgerechnet und Metrik erstellt: Fünf IaaS-Cloud-Anbieter im Vergleich

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Was ist noch zu beachten?

  • 1. Ein ganzjähriger Volllast-Betrieb ist selten und deswegen reduzieren sich die Cloud-Kosten durch „Atmen“.
  • 2. Für diese einfache Erstberechnung benötigt man keinen Vertriebsbeauftragten mehr, der einem die Wirrnisse der Outsourcing Verträge erklärt.
  • 3. Pflichtenhefte im bisherigen Umfang und Angebots-Wälzer können weitgehend entfallen.
  • 4. Ausgetüftelte Verhandlungsprotokolle und Pflichtenhefte werden ebenfalls drastisch reduziert.
  • 5. Stattdessen muss man sich mit dem sehr ausführlichen Kleingedruckten auf der Website des Anbieters befassen.
  • 6. Ein Wechsel von einem zum anderen Provider wird zwar nach wie vor kein Kinderspiel aber doch deutlich erleichtert.
  • 7. Im eigenen Hause verlagern sich die personellen Kompetenzen vom Doing des Betriebes auf dessen Management und Controlling.
  • 8. Um seinen Job fürchten muss nicht der IT-Chef, der diese Chancen nutzt, sondern der Chef, der sie an sich vorbeiziehen lässt. Die nächsthöhere Ebene versteht nämlich die Sprache, die hier gesprochen wird.

Jedenfalls sollte man eine Liste all derer Faktoren aufstellen, die für einen Verbleib im eigenen Hause abzuwägen sind:

  • a. Unabhängigkeit von externen Gegebenheiten eines Providers (Preispolitik, Inland/Ausland).
  • b. Kompetenz der eigenen Mitarbeiter bewahren oder aufgeben ?
  • c. Ist absolute Hoheit über die eigenen Verfahren, Daten und Programme unabdingbar?
  • d. Sind Stabilität und Bandbreite der Verbindungsleitungen zum Cloud-Anbieter vorhanden?
  • e. Sind Datenschutz und Sicherheit möglicherweise prohibitiv?

Die Empfehlung

Rechtfertigen diese Kriterien die Preisdifferenz von ein bis zwei Millionen Euro pro Jahr, dann behält der Kunde seine IT besser im Hause. Andernfalls startet das Unternehmen eine Ausschreibung mit Vertragsverhandlungen, klärt die internen Fragen mit seinen Mitarbeitern, dem Controlling, gegebenenfalls der Unternehmensleitung und dem Betriebsrat und trifft die Entscheidung.

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Führt auch diese zum Beibehalt der IT im eigenen Haus, dann lässt sich dies transparent belegen. Die Verantwortlichen wissen dann genau, wofür die erheblichen Budgetteile aufgewendet werden.

Jedenfalls werden sie nicht für das Computing, Storage und den Betrieb bezahlt, sondern für ganz andere Dinge. Das kann sehr erleuchtend sein und wird die IT womöglich in einem ganz neuen Licht erscheinen lassen. Kein Finanzchef kann mehr kritische Fragen stellen, kein Vorstand auf den „IT-Guru“ verweisen.

Der Anbieter hat dann zwar mal einen Deal verloren, aber eines Tages wird er eine neue Chance haben. Der Kunde wird das schätzen. Und wenn das alles dazu führt, dass der IT-Betrieb in die Cloud wandert, dann kann das Unternehmen endlich Energie, Aufmerksamkeit und Kosten dort investieren, wo das Geschäft richtig profitiert: Neue Anwendungen, ganz neue Lösungen finden, endlich die benötigten Mittel und Personen frei zu haben, um diese in konkreten Nutzen umzusetzen.

Anmerkung der Redaktion: Die diesem Beitrag zugrunde liegenden Details und Analysen sind in einem ausführlichen Bericht dargelegt, der beim Autor erhältlich ist.

Der Autor:

Jochen Michels: „Um seinen Job fürchten muss nicht der IT-Chef, der Chancen der Cloud nutzt, sondern der Chef, der sie an sich vorbeiziehen lässt.“ (Archiv: Vogel Business Media)

Dipl.-Ing. Jochen K. Michels ist selbständiger Unternehmensberater (J.K. Michels Unternehmensberatung für DV) und untersucht seit 1985 die Marktpreise von IT-Diensten. Er koordiniert ein gemeinsames IT-Benchmarking in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Über 40 Arbeitskreise hat er hierzu moderiert und viele Referate in Deutschland und USA gehalten.

Neben seiner Beratungsarbeit setzt er sich in zahlreichen Veröffentlichungen mit dem Thema ”Betriebswirtschaft für die IT“ auseinander, beispielsweise in seinen Büchern „IT-Finanzmanagement“, „IT-Betriebsabrechnung“, „Pricing für SAP-Dienste“, „IT-Benchmarking“, „IT-Dienste-Abrechnung“ sowie in den periodisch erscheinenden Marktpreis-Analysen zur IT-Infrastruktur und zu SAP-Diensten.

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