NIS-2 bringt neue Pflichten, aber auch Chancen: Mit einem risikobasierten Ansatz und externer Expertise können Mittelständler Cybersicherheit nachhaltig verbessern – auch ohne große GRC-Abteilung. Warum jetzt der richtige Moment für den Einstieg ist, zeigt dieser Artikel.
Die Umsetzung der NIS-2-Direktive stellt für mittelständische Unternehmen eine Herausforderung dar, bietet aber auch die Chance, die eigene Cybersicherheit nachhaltig zu verbessern.
Die anstehende NIS-2-Direktive der EU stellt insbesondere den Mittelstand vor neue Herausforderungen im Bereich Cybersicherheit. Seit dem 17. Oktober 2023 sollten alle EU-Staaten die Vorgaben in nationales Recht umgesetzt haben – in Deutschland steht diese Umsetzung jedoch noch aus. Für Unternehmen bedeutet dies eine Phase der Unsicherheit, die sie dennoch aktiv zur Vorbereitung nutzen sollten.
Mehr als nur Technologie: der ganzheitliche Ansatz
Cyber-Security ist und bleibt ein Prozess. Dieser Prozess sollte einem risikobasierten Ansatz folgen, und damit steht das Thema Risikomanagement im Vordergrund. Genau hier liegt eine der größten Herausforderungen für mittelständische Unternehmen. Während größere Konzerne bereits durch NIS-1 reguliert sind und meist über etablierte GRC-Abteilungen (Governance, Risk, Compliance) verfügen, müssen kleinere Unternehmen diese Aufgaben oft in Personalunion bewältigen.
Die Erfahrung zeigt, dass viele Unternehmen zunächst an technologische Lösungen denken, wenn es um Cybersicherheit geht. Doch NIS-2 erfordert einen ganzheitlichen Ansatz, der sowohl technische Maßnahmen als auch organisatorische Prozesse umfasst. Es geht nicht nur darum, Compliance zu erreichen, sondern darum, das eigene Business nachhaltig zu schützen.
Der pragmatische Weg zur NIS-2-Konformität
Für mittelständische Unternehmen empfiehlt sich ein strukturierter Ansatz:
Bestandsaufnahme des Reifegrads: Eine erste Einschätzung hilft, den aktuellen Stand zu ermitteln und Prioritäten zu setzen.
Risikomanagement etablieren: NIS-2 folgt einem risikobasierten Ansatz – die Identifikation und Bewertung von Risiken bildet die Grundlage für alle weiteren Maßnahmen.
Technische und organisatorische Maßnahmen umsetzen: Basierend auf der Risikoanalyse müssen geeignete Sicherheitsmaßnahmen implementiert werden.
Nachweise erbringen können: Die Konformität mit Standards muss nachweisbar sein, etwa durch Dokumentation und gegebenenfalls Zertifizierungen.
Entlastung durch spezialisierte Dienstleister
Eine besondere Herausforderung für den Mittelstand ist die begrenzte Verfügbarkeit von Fachpersonal. Hier können spezialisierte Dienstleister eine wertvolle Unterstützung bieten.
Der operative Teil, der sich um Technologie und systemseitige NIS-2-Compliance dreht, kann durch Experten abgedeckt werden. So bleibt mehr Zeit für den Mittelständler, sich um die Compliance-Themen zu kümmern.
Ein umfassenderes Security Assessment ermöglicht zudem eine tiefere Analyse vor Ort, bei der auch Gespräche mit Mitarbeitenden geführt werden sollten. Daraus entstehen direkt umsetzbare Roadmaps für die schrittweise Verbesserung der Cybersicherheit.
Qualifizierte Fachkräfte als Schlüsselfaktor
Der besondere Mehrwert spezialisierter Dienstleister liegt in der sofortigen Verfügbarkeit qualifizierter Fachkräfte, die das IT-Ökosystem des Kunden betreuen – unabhängig davon, ob es sich um On-Premises- oder Cloud-Umgebungen handelt. Alle Updates, Wartungen und Konfigurationen werden von Experten durchgeführt, während die Infrastruktur im Besitz des Kunden verbleibt und ihm die vollständige Autonomie gewährleistet.
Durch einen vielfältigen Kundenstamm kennen spezialisierte Dienstleister Best Practices aus verschiedensten Branchen und können diese Erfahrungswerte einbringen. Dies ermöglicht es, bewährte Lösungen zu implementieren und gleichzeitig auf spezifische Anforderungen einzugehen.
Technologie, die nicht stört
Der Grundsatz „Sicherheit darf nicht nerven“ ist besonders wichtig für die Akzeptanz von Sicherheitsmaßnahmen im Unternehmen. Moderne Sicherheitslösungen wie beispielsweise die Security-Fabric von Fortinet erlauben einen ganzheitlichen Schutz, ohne dass Mitarbeitende in ihrer Arbeit beeinträchtigt werden. Die Kombination aus zertifizierten Komponenten und fachkundiger Implementierung und Betreuung ermöglicht es, NIS-2-Konformität zu erreichen, ohne dass alle Mitarbeitenden spezielle Schulungen durchlaufen oder umständliche Sicherheitsprozesse befolgen müssen, die die tägliche Arbeit behindern.
Fazit: gemeinsam zur NIS-2-Konformität
Die Umsetzung der NIS2-Direktive stellt eine Herausforderung dar, bietet aber auch die Chance, die eigene Cybersicherheit nachhaltig zu verbessern. Durch die Zusammenarbeit mit spezialisierten Dienstleistern können mittelständische Unternehmen von Expertise und Best Practices profitieren, ohne eigene Ressourcen übermäßig zu beanspruchen.
Während die nationale Umsetzung von NIS-2 in Deutschland noch aussteht, sollten Unternehmen die Zeit nutzen, um sich vorzubereiten. Ein risikobasierter Ansatz, der sowohl technische als auch organisatorische Maßnahmen umfasst, bildet die Grundlage für eine erfolgreiche Umsetzung. Spezialisierte Dienstleister wie Nomios Germany können dabei helfen, den Überblick zu behalten und die richtigen Prioritäten zu setzen. Gehen wir es an!
Stand: 08.12.2025
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Über den Autor: Philippe Strübbe ist Director Strategic Development & Commercial bei Nomios Germany.