Arrays für das Mikroskop/Life-Science Rattenhirn und Speicherplatz
Moderne Mikroskope sind wahre Bildschleudern. Wenn sich Zellen unter dem Einfluss von neuen Medikamenten und Substanzen verändern, halten sie das Geschehen in ganzen Serien von Bildern fest. Olympus hat daraus jetzt die Konsequenz gezogen und bietet neben Mikroskopen auch gleich die passenden Speichersysteme an. Partner ist American Megatrends International.
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Ein jüngst zwischen American Megatrends International GmbH in München (AMI) und der Olympus Soft Imaging Solutions GmbH Europa geschlossener Kooperationsvertrag sorgt für frischen Wind in der Branche. Den zum optischen Gerät gehörenden Speicher können die Forschungsinstititute ab sofort gleich bei Olympus mitbestellen. Der Schritt bot sich an, denn ohne PC läuft auch bei der Analyse von Gewebeproben nichts mehr.
„Der Bereich Life Sciences ist ein aufregender Zukunftsmarkt mit hohen Wachstumsraten,“ so Winfried Pröhl, Geschäftsführer von American Megatrends. „Mit Olympus haben wir hier einen Partner mit großem Know-how und ausgewiesener Expertise gefunden.“
Eher unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit haben sich Mikroskope in den letzten Jahren zu komplexen, von PCs gesteuerten Forschungsmaschinen entwickelt, die leicht einen fünfstelligen Betrag kosten können. Diese Mikroskopie-Systeme ermöglichen die automatische Erfassung und Analyse von Präparaten aus Zell- oder Gewebekulturen mit Digitalkameras in sehr hoher Auflösung.
Hochverfügbare Bilddaten
Das erleichtert den Forschern die Arbeit, weil früher nicht sichtbare Details gut auf den Bildern zu sehen sind. Es bedeutet aber auch, dass entsprechend hohe Datenmengen anfallen, die nicht nur gespeichert, sondern für die Analyse auch hochverfügbar gehalten und zur Dokumentation sicher archiviert werden müssen. Schließlich können die Ergebnisse Millionen wert sein. Etwa, wenn es um die Zulassung neuer Medikamente geht. Dieser bürokratische Vorgang verschlingt in den USA und Europa alleine sechs- und siebenstellige Beträge und läuft nach jeweils landesspezifischen Regeln ab. Die Bilder sind aber auch nach Jahren noch von großem Wert, denn nur im Vergleich mit archivierten Ergebnissen erschließt sich der volle Informationsgehalt neuer Befunde.
Als besonders speicherhungrig erweist sich die automatisierte Erforschung des menschlichen Genoms. Dabei fallen oft mehr als eine Million Bilder pro Studie an, was rund 10 Terabyte an Daten entspricht, erläutert Dr. Konstantin Joanidopoulos, Product Unit Manager bei Olympus.
Zwei Modelle im Angebot
Olympus bietet zunächst die AMI-Stortrends-Modelle 1100i und 3100i an. Die Ziffern stehen dabei für die Bauhöhe. Die 1100-Arrays begnügen sich mit einer Höheneinheit im 19-Zoll-Rack und beherbergen jeweils vier Arrays, während das 3100-Modell acht besitzt und drei Höheneinheiten belegt. 1100-Arrays können bis zu zwei Terabyte Daten speichern, 3100-Arrays bis zu 7,5 Terabyte. Beide Typen stellen die RAID Level 0,1 und 5 zur Verfügung. Die 3100-Systeme beherrschen zusätzlich auch die Mischformen 10 und 50. Maximal 254 Snapshots pro Volumen sind möglich, beide Array-Typen unterstützen dabei 32 Volumen. Die Daten rauschen mit einer Schreib-/Lesegeschwindigkeit von 110/170 MBit/s durch die Kabel.
Anwender, denen es auf echte Hochverfügbarkeit ankommt und die den notwendigen Preis in Form von hohen Leitungskosten für die benötigten großen Bandbreiten nicht scheuen, sei unbedingt die Softwareversion 2.6 empfohlen, die sowohl für die 1100- als auch für die 3100-Modelle alternativ zur Version 2.5 verfügbar ist.
Diese Version bietet nicht nur synchrone, sondern auch asynchrone Replikation sowie Snapshot-Assistenz, „High Availibility Grouping“ und gewährleistet über „Multiple Path Input/Output“ (MPIO) das schnelle und vor allem automatische Umschalten auf den Reservespeicher, falls die Master-Maschine defekt wird.
NAS und SAN vereint
Das „i“ in den Typen-Bezeichnungen steht für iSCSI und bedeutet, dass die Systeme für den integrierten NAS/SAN-Betrieb ausgelegt sind. Es können daher auf den Arrays sowohl NAS- als auch SAN-Volumen angelegt werden. Die im SAN-Bereich gelagerten Daten stehen den Forschern über das IP-SAN-Netzwerk institutsweit zur Verfügung. Eine wichtige Forderung aus dem Bereich Life-Science, wie man bei Olympus betont. Die ebenfalls von AMI angebotenen „n“ Modelle, die nur über eine NAS Anbindung verfügen, sind daher über Olympus nicht zu beziehen.
Die ersten Systeme wurden bereits von Firmen in Martinsried bei München, einem der deutschen Life-Science-Zentren, geordert. Kunden und genauen Verwendungszweck möchten aber weder Olympus noch AMI nennen.
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