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Interview mit Elke Steinegger, Regional Vice President Germany and Austria bei Pure Storage Roadmap mit Rekorden

Von Matthias Breusch 7 min Lesedauer

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Die Ansprüche der Flash-Speicher-Pioniere Pure Storage an Mitarbeiter und Material sind hoch. Das börsennotierte Unternehmen aus Kalifornien setzt in seinem steilen Expansionskurs auf massiv ressourcensparende All-Flash-Entwicklungen, zügige Installation, verbrauchsorientierte Abrechnungsmodelle – und erfahrene Spitzenkräfte. Matthias Breusch sprach für Storage-Insider mit Elke Steinegger, Pures neuer Länderchefin für Deutschland und Österreich.

Elke Steinegger ist frischgebackene Regional Vice President Germany and Austria beim All-Flash-Spezialisten Pure Storage.(Bild:  Pure Storage)
Elke Steinegger ist frischgebackene Regional Vice President Germany and Austria beim All-Flash-Spezialisten Pure Storage.
(Bild: Pure Storage)

Storage-Insider: Frau Steinegger, Sie waren bereits bei mehreren bedeutenden Unternehmen der IT-Branche in leitender Position tätig. Gab es einen persönlichen Aspekt, der Sie dazu bewogen hat, den nächsten Schritt bei Pure Storage zu machen, wie etwa die Struktur des Teams oder die Unternehmensphilosophie?

Elke Steinegger, Pure Storage: Ein wichtiger Aspekt für mich war die Motivation von Pure Storage, innovativ zu sein und einen Markt zu verändern. Das Unternehmen schafft es immer wieder, etwas wirklich Neues hervorzubringen, das klare Vorteile bietet. In diesem Fall handelt es sich um Lösungen, die auf der All-Flash-Speichertechnologie basieren und Leistung, Effizienz, Nachhaltigkeit und Flexibilität vereinen. Pure Storage hat die Speicherbranche seit seiner Gründung im Jahr 2009 entscheidend geprägt. Das Unternehmen hat viele Innovationen eingeführt – wie die Evergreen-Architektur und das nutzungsbasierte Storage-as-a-Service-Verbrauchsmodell. Wir wachsen weiter und bieten eine einheitliche Plattform, die alle Speicheranforderungen unserer Kunden und Partner erfüllt.

Pure Storage verfügt über eine einzigartige, sehr offene und dynamische Unternehmenskultur, die sich durch Gemeinschaftssinn und unvoreingenommene Zusammenarbeit zwischen allen Ebenen auszeichnet. Eine kundenorientierte Mentalität ist ein wesentliches Merkmal des Ansatzes von Pure Storage. Unser Net Promoter Score (NPS) von 82 ist das Ergebnis dessen, wie ernst wir diesen Ansatz nehmen. Das ist auch für meine Art der Zusammenarbeit mit Kunden von zentraler Bedeutung.

Die PR-Abteilung von Pure Storage spricht von „geplanten Entwicklungen für Deutschland und Österreich“, die sich aus Ihrem Eintritt in das Unternehmen ergeben werden. Stehen entscheidende technologische Upgrades an, zum Beispiel bei der von Pure Storage integrierten IT-Sicherheit oder bei der Effizienz der Systeme?

Steinegger: Generell ist es unser Ziel, unsere Kunden immer wieder aufs Neue zu begeistern. Über unsere aktuelle Roadmap kann ich noch nichts verraten, aber ich kann sagen, dass ein spannendes Jahr vor uns liegt.

Wir sind bereits an der Spitze, was Platz- und Energieeffizienz betrifft. Pure Storage ermöglicht eine Maximierung der Investitionen und 50 Prozent niedrigere Gesamtbetriebskosten (TCO) im Vergleich zu konkurrierenden Flash- und festplattenbasierten Lösungen. Unsere Technologie bietet außerdem eine zehnmal höhere Zuverlässigkeit als die der Konkurrenz. Unser Speichermanagement erfordert im Vergleich zu herkömmlichen Speichersystemen fünf- bis zehnmal weniger manuelle Arbeit. Unsere Kunden fragen nach Lösungen, die sie bei ihren täglichen Infrastrukturherausforderungen und bei zukunftsweisenden Trends wie der Integration von KI und generativer KI in ihr Unternehmen unterstützen.

Sollten Sie bei der Gewinnung neuer Kunden einen deutlichen Sprung nach vorne machen: Ist Pure Storage in der Lage, die notwendigen Kapazitäten nahtlos bereitzustellen, oder könnte es zu Engpässen auf der Produktionsseite oder in der Lieferkette kommen?

Steinegger: Wir gewinnen weiterhin Marktanteile in Deutschland und Österreich und sind stolz auf unsere Fähigkeit, die Bedürfnisse unserer Kunden zu erfüllen. Ein Teil unseres Erfolgs ist unsere unternehmerische Kultur, die auch bei der Gestaltung der Beziehungen zu den Lieferanten von Schlüsselkomponenten eine wichtige Rolle spielt. Was die Lieferkette betrifft, so beträgt unsere längste Vorlaufzeit derzeit etwa sechs Wochen, verglichen mit drei bis sechs Monaten bei den Wettbewerbern. Bei einigen Lösungen haben wir sogar mehr als drei Monate früher geliefert, was sowohl Kunden als auch Partner erstaunt hat. Dies ist größtenteils auf die Produktentwicklung und unsere Betriebs- und Fertigungskapazitäten an mehreren Standorten und auf mehreren Kontinenten zurückzuführen.

Die jüngste Studie von Pure Storage aus dem Jahr 2023 zeigt, dass etwa jeder zweite Geschäftsführer in deutschen Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern offenbar noch keine klare Vorstellung vom notwendigen Ausbau der Systeme aufgrund des Ressourcenhungers von KI hat. Wie können solche Firmen überzeugt werden, in All-Flash-Systeme zu investieren, um sich für die Zukunft zu positionieren? Ist eine alleinige Kosten-Nutzen-Rechnung ausreichend?

Steinegger: Es ist inzwischen klar, dass SSD zahlreiche technologische Vorteile gegenüber HDD hat, darunter Effizienz, geringerer Platzbedarf, höhere Haltbarkeit, Zuverlässigkeit, Geschwindigkeit und Leistung. Bislang war das größte Hindernis für eine breitere Akzeptanz von Flash-Speichern ihr Preis im Vergleich zu HDD-Speichern. Dieser Unterschied hat sich jedoch durch kontinuierliche Innovationen und eine deutlich höhere Energieeffizienz erheblich verringert. Dies ist auch angesichts der derzeit hohen Energiekosten und der Bemühungen der Unternehmen, den Energieverbrauch zu senken und Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, sehr wichtig. Unsere Kunden berichten, dass sich der Umstieg auf unsere Technologie durch die Senkung des Energieverbrauchs bereits bezahlt gemacht hat. Zusätzlich zu den Energieeinsparungen sind auch die Wartungskosten geringer, und die Zuverlässigkeit ist im Vergleich zu Festplatten besser.

Angesichts des aktuellen Hypes um KI müssen Unternehmen sicherstellen, dass sie eine Infrastruktur aufbauen, die flexibel ist, um die sich ändernden Anforderungen von KI zu unterstützen. Das bedeutet, dass sie sich nach einer As-a-Service-Option umsehen sollten, die durch Service Level Agreements unterstützt wird, um den Kunden die Möglichkeit zu geben, je nach Bedarf zu skalieren, aber nicht gebunden zu sein.

Abschließend möchte ich noch anmerken, dass nicht alle All-Flash-Systeme gleich sind. Unsere Wettbewerber verwenden SSDs von der Stange, im Gegensatz zu proprietären DFM-Arrays (DirectFlash Module). DFM ermöglicht die direkte Kommunikation mit dem Flash-Speichermedium und bietet in drei Schlüsselbereichen Vorteile gegenüber dem herkömmlichen Ansatz: Effizienz, Leistung und Ausdauer. Durch die Zentralisierung der Flash-Übersetzungsschicht entfällt der Bedarf an DRAM für die Speicherung von Metadaten. Wir können die Daten auf intelligentere Weise über den NAND verteilen, was sich später positiv auf die Leseleistung auswirkt und die Schreibverstärkung reduziert. Weniger Schreibvorgänge wirken sich auch positiv auf die Lebensdauer der Flash-Medien aus.

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Der Branchenverband Bitkom hat für das Jahr 2023 einen stark subventionierten Industriestrompreis für Unternehmen mit großen IT-Kapazitäten gefordert. Halten Sie eine staatliche Förderung in dieser Höhe überhaupt für sinnvoll, oder empfehlen Sie eine weitgehende unternehmerische Eigenversorgung mit Fokus auf energieeffiziente Systeme und erneuerbare Energien?

Steinegger: Der Strompreis wird immer wichtiger, obwohl in Deutschland und Österreich bisher das produzierende Gewerbe im Vordergrund stand. Die Betreiber von Rechenzentren sehen sich mittlerweile jedoch ebenso durch hohe Strompreise belastet. Nachhaltigkeit und Green IT werden für Kunden immer wichtiger, da sie nach Technologien suchen, die ihre eigenen Ziele unterstützen.

Wir alle müssen hier unseren Beitrag leisten, um die CO2-Emissionen zu reduzieren. Unserer Meinung nach sollten Innovationen in diesem Bereich gefördert werden, und die Unternehmen sollten verfügbare Lösungen erkunden, die deutlich weniger Energie verbrauchen.

Für Pure Storage ist Nachhaltigkeit ein zentraler Begriff, der weit über seine zunehmend verwässerte Verwendung in allen Bereichen des Wirtschaftslebens hinausgeht. Lassen sich Vorstände und IT-Einkäufer mit umweltfreundlichen Aspekten überzeugen? Oder sind der ökologische Ansatz und die Klimabilanz mancher Unternehmen, gerade in Zeiten der Rezession in Deutschland, eher Fassade als Fundament?

Steinegger: All-Flash-Speicher verbrauchen im Betrieb fünf- bis zehnmal weniger Strom als HDD-Speicher und produzieren weniger Abwärme, so dass hier ein enormes Energieeinsparpotenzial besteht. Im Rahmen des Energieeffizienzgesetzes sind Behörden, Unternehmen und Rechenzentren in Deutschland verpflichtet, ab 2024 Maßnahmen zu ergreifen, um die EU-Vorgaben zur Energieeinsparung zu erfüllen. Schon jetzt beobachten wir, dass die überwiegende Mehrheit der Ausschreibungen den Aspekt der Nachhaltigkeit enthält. Allerdings besteht hier die Gefahr, dass einige Anbieter mehr versprechen, als sie halten können. Die Kunden sollten prüfen, was wirklich „green“ und was wahrscheinlich übertrieben ist.

Pure Storage erfüllt diese Anforderung mit einer nachgewiesenen Energie- und Raumeffizienz, die zwei- bis fünfmal höher ist als bei anderen All-Flash-Lösungen und zehnmal effizienter als bei Festplattenlaufwerken. Wir sind so überzeugt von unserer Fähigkeit, den Energieverbrauch und den Platzbedarf unserer Kunden zu reduzieren, dass wir ihnen im Rahmen neuer SLA-Garantien sogar anbieten, für Strom und Rack-Platz zu bezahlen.

Sehen Sie Ihren eigenen beruflichen Werdegang als einen grundlegenden Erfolg dafür an, dass in allen Branchen weiterhin hervorragend ausgebildete Frauen Führungspositionen besetzen? Konnten Sie in Ihren verschiedenen Tätigkeitsbereichen und Teams selbst dazu beitragen, diese Entwicklung zu fördern?

Steinegger: Es ist wichtig, Verhaltensweisen und „Purpose“ vorzuleben, und meine Führungspositionen bieten mir eine Plattform, dies zu tun. Ich glaube aber nicht, dass es nur Frauen vorbehalten sein sollte, andere Frauen zu fördern – dies ist ein gesellschaftlicher Wandel und sollte Männer und Frauen einbeziehen. Netzwerke sind wirklich wichtig, um Menschen kennenzulernen. Jeder sollte sich das zunutze machen, sein persönliches Netzwerk aus Mentoren und Berufsverbänden aufbauen und die verschiedenen verfügbaren Programme nutzen. Sehr gerne nutze ich auch „reverse-mentoring“, funktionsübergreifend und mit allen Karrierestufen, denn ich lerne immer gerne Neues.

Vielen Dank für das Interview, Frau Steinegger!

Aktuelles eBook

All-Flash-Arrays mit NVMe – eine Chance für neue Use Cases

eBook All-Flash-Arrays mit NVMe
eBook „All-Flash-Arrays mit NVMe“
(Bild: Storage-Insider)

Gegenüber herkömmlichen drehenden Festplatten setzen sich zunehmend mit SSDs bestückte Flash-Systeme durch und punkten im Verbund mit NVMe vor allem durch hohe Geschwindigkeit. Wann lohnt sich der Einsatz eines All-Flash-Arrays im Unternehmen? Und welches System ist das passende? Diese und weitere Fragen beantwortet unser neues, kostenloses eBook.

Die Themen im Überblick:

  • Technologische Grundlagen: Was ist NVMe-Flash?
  • Use Cases: Wann lohnt sich ein NVMe-Array fürs Unternehmen?
  • Anbieter und Produkte: NVMe-AFAs

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