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Huawei Oceanstor Dorado V7 Storage-Systeme mit DPUs und Funktionsmodulen

Von Klaus Länger 3 min Lesedauer

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Huawei geht bei der Hardware schon seit einigen Jahren eigene Wege, etwa mit selbst entwickelten ARM-Prozessoren für die Controller. Bei der kommenden Oceanstor-Dorado-V7-Generation geht der Hersteller mit DPUs und Funktionsmodulen noch einen Schritt weiter.

Die siebte Generation von Huaweis Oceanstor Dorado nutzt eine Architektur mit zusätzlichen DPUs und weiteren Funktionsmodulen. Sie sollen die CPUs entlasten und zusätzliche Funktionen wie etwa die Erkennung von Angriffen übernehmen.(Bild:  Huawei)
Die siebte Generation von Huaweis Oceanstor Dorado nutzt eine Architektur mit zusätzlichen DPUs und weiteren Funktionsmodulen. Sie sollen die CPUs entlasten und zusätzliche Funktionen wie etwa die Erkennung von Angriffen übernehmen.
(Bild: Huawei)

Die siebte Generation der Oceanstor-Dorado-Storage-Systeme steht in den Startblöcken. Huawei nutzt hier Offloading-Technologien, bei denen zusätzliche Funktionsmodule die CPUs auf den Controllern entlasten sollen, um so eine höhere Leistung zu ermöglichen. Technologisch hat sich der Hersteller schon seit einigen Jahren vom Gros der Storage-Hersteller abgesetzt. So nutzt Huawei seit 2019 keine x86-Prozessoren von Intel oder AMD für die Controller, sondern selbst entwickelte ARM-Prozessoren der Kunpeng-Familie sowie zusätzliche Ascend-KI-Prozessoren. Bei der Dorado V7 kommen noch Smart-NICs mit eigenen DPUs sowie weitere Funktionsmodule für verschiedene Aufgaben hinzu.

Die als Front-End-Interface zu den Servern genutzten Smart-NICs sind eine Weiterentwicklung der bisherigen I/O-Karten. Mit Flashlink 3.0 werden Datentransfer und Control-Flows getrennt. Die DPUs greifen direkt auf den Cache und die SSDs zu, nur bei den Control-Flows sind die CPUs auf den Controllern aktiv und arbeiten so mit geringerer Last. Insgesamt kann die Lösung auf bis zu 32 Controller und 500 PB Speicherkapazität skaliert werden. Das soll laut dem Hersteller bis zu 100 Millionen IOPS bei einer besonders niedrigen Latenz von nur 0,03 ms ermöglichen. Damit soll die V7-Generation der Oceanstore-Dorado-Systeme die dreifache Leistung des direkten Vorgängers erreichen, verspricht Huawei. Zudem sollen die Geräte besonders effizient arbeiten und die industrieweit höchste Leistung pro Watt liefern.

Laut Anton Gohlke, Senior Solution Manager bei Huawei, kommen im Normalfall zwei Front-End-Module und ein zusätzliches Funktionsmodul auf einen Controller. Diese Funktionsmodule können beispielsweise für den Offload von Funktionen wie Deduplizierung und Komprimierung verwendet werden oder die Erkennung von Ransomware übernehmen. Angebunden werden die Module über einen so genannten U-Bus. Wie Gohlke erklärt, handelt es sich dabei über PCI-Express 5.0 mit zusätzlichen Protokollen.

Bei den SSDs nutzt Huawei auch eigene Palm-sized-NVMe-SSDs mit eigener Firmware und einer Batterie als Schutz gegen Datenverlust bei einem Stromausfall. Mit ihnen können bis zu 36 SSDs in einem 2U-Enclosure Platz finden. Bei SSDs mit bis zu 30 TB Speicherplatz wird SLC-Flash genutzt, darüber QLC-Flash. Derzeit können die einzelnen SSDs bis zu 60 TB groß sein; 128-TB-Modelle sollen noch dieses Jahr erscheinen.

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Natives Unified Storage für Blöcke, Files und Objekte

Huaweis Oceanstor Dorado V7 beherrscht Block-, File- und Object Storage nativ, eine Eigenschaft, die laut Huawei sonst kein anderes Storage-System beherrscht. Die entsprechenden Protokolle und die S3-API laufen dabei direkt auf den DPU-basierten Smart-NICs. Lediglich eine Funktion wie die Hyper-Metro-Unterstützung mit Active-Active-Replikation in einem Cross-Site-Cluster sowie Hyper-Clone werden für S3 erst 2026 nachgereicht. Zudem bietet das System für Kubernetes einen CSI-Treiber sowie mit CDR eine Funktion für das Backup und die automatische Wiederherstellung von Containern.

Hohe Ausfallsicherheit

Für eine Zuverlässigkeit von 99,99999 Prozent beim Top-Modell 18000 soll eine Full-Mesh-Technologie über RoCEv2 mit dem Namen Smartmatrix 4.0 sorgen. Mit ihr verkraftet ein Dorado-V7-System Ausfälle bei Controllern, Speichermedien oder Rack-Einschüben. Laut Huawei soll der Betrieb sogar weiter laufen, wenn sieben von acht Controllern ausfallen.

Zudem soll der Schutz gegen Ransomware-Angriffe verbessert sein. Neuheiten bei der V/-Generation sind dabei der Oceancyber-Security-Adapter in Form einer Steckkarte mit eigener Hardware für die Entlastung der Controller sowie die Honey-File-Funktion, mit der Angriffe frühzeitig erkannt werden, ohne dass es zu vielen Fehlalarmen kommt. Dabei bietet Huawei eine KI-unterstütze Ransomware-Erkennung sowohl für File- als auch für Block-Storage. Die Snapshot-Funktion will der Hersteller ebenfalls verbessert haben.

In der Data Management Engine (DME) wird eine KI zur frühzeitigen Erkennung möglicher Probleme genutzt. Ein dialogbasierter Ansatz soll die Bedienung erleichtern.

Alle Dorado-V7-Systeme vom Modell 3000 bis hin zum Modell 18000 sollen im dritten Quartal 2025 auf den Markt kommen. Zudem können bestehende Systeme mit neuen V7-Controllern unterbrechungsfrei nachgerüstet werden. Dabei lassen sich sogar Controller unterschiedlicher Generationen gemeinsam verwenden.

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