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Zum „Earth Day 2025“ Wie Nachhaltigkeit die Arbeitswelt und die Industrie prägen wird

Ein Gastbeitrag von Alex McMullan* 4 min Lesedauer

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Hitzewellen in Rekordhöhe, Debatten über Elektrofahrzeuge und globale Gipfeltreffen wie COP29 –wie enttäuschend sie auch sein mögen – machen eines deutlich: Das Thema Nachhaltigkeit in Unternehmen ist nicht mehr nur eine Checkbox zum Abhaken, es ist ein gesellschaftliches Mandat, unabhängig von wechselnden politischen Winden.

In der Zukunft müssen Arbeitswelt und Industrie Technik und Natur verbinden. Erneuerbare Energien sollen umweltfreundliche Fabriken versorgen, während Menschen grüne Technologien zur Erhaltung der Umwelt nutzen.(Bild:  Midjourney / KI-generiert)
In der Zukunft müssen Arbeitswelt und Industrie Technik und Natur verbinden. Erneuerbare Energien sollen umweltfreundliche Fabriken versorgen, während Menschen grüne Technologien zur Erhaltung der Umwelt nutzen.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)

Im Jahr 2025 wird ein Großteil der Welt unter beispiellosem Druck stehen, technologischen Fortschritt mit ökologischer Nachhaltigkeit in Einklang zu bringen. Dies gilt unabhängig davon, dass die Vereinigten Staaten sich derzeit in die entgegengesetzte Richtung bewegen und ihre Verpflichtungen zurücknehmen. Für den Großteil der übrigen Welt werden jedoch keine Branche, kein Sektor und keine Generation von der Rechenschaftspflicht ausgenommen sein.

Saubere Energie ist nicht perfekt – aber es ist ein Anfang

Erneuerbare Energien wie Windenergie, Solarenergie und Wasserkraft sind unerlässlich, um Emissionen zu reduzieren. Windkraftanlagen hinterlassen jedoch Windräder, die nicht wiederverwertet werden können und oft auf Mülldeponien landen. Kernenergie mit seiner Sonderstellung bietet zwar CO2-arme Energie, erzeugt jedoch radioaktiven Abfall und hat einen erheblichen CO2-Fußabdruck in der Infrastruktur. Die experimentellen Kernreaktortechnologien, die einige Probleme lösen könnten, sind noch weit von der Realität entfernt.

Diese Unzulänglichkeiten befeuern zwar Debatten, sollten aber nicht Fortschritte blockieren. Politisch Verantwortliche können Fehler eingestehen und dennoch Entscheidungen treffen, die Umweltauswirkungen erheblich reduzieren, denn nichts zu tun, ist keine Option.

Was das „Scheitern“ von COP29 lehrt

Der letztjährige COP29-Gipfel in Baku sollte den globalen Fortschritt bei den Klimazielen vorantreiben, aber viele Interessengruppen waren enttäuscht. Die vereinbarte jährliche Finanzierung von 300 Milliarden US-Dollar für Entwicklungsländer bis 2035 verblasst im Vergleich zu den 1,3 Billionen US-Dollar, die sie wohl benötigen. Darüber hinaus gelang es dem Gipfel nicht, Rahmenbedingungen für die Industrie zu schaffen, um sich an den Emissionsreduktionszielen auszurichten oder sektorspezifische Lösungen umzusetzen. Diese eklatante Lücke spiegelt einen anhaltenden Mangel an Dringlichkeit und mutigem Handeln wider.

Für Unternehmen ist dies eine Lehre: Klare, messbare Ergebnisse – keine vagen Bestrebungen – sind der Schlüssel zu Fortschritt und Verantwortlichkeit. Bei Nachhaltigkeit geht es nicht um große Versprechen, sondern um fundierte, umsetzbare Strategien, die Vertrauen schaffen.

Die Generation Z wird die Gesellschaft zur Rechenschaft ziehen

Die Generation Z ist wohl die Generation, die am besten über Umweltthemen informiert ist und sich am lautstärksten dazu äußert. Ihre Erwartungen an Arbeitgeber sind klar: Nachhaltigkeitsmaßnahmen müssen mit den Werten übereinstimmen. Eine Deloitte-Studie von 2024 zur Generation Z und den Millennials zeigt, dass 44 Prozent der Generation Z Stellenangebote aufgrund ethischer Unvereinbarkeit abgelehnt haben, während 54 Prozent aktiv Druck auf Arbeitgeber ausüben, um Klimaschutzmaßnahmen zu priorisieren.

Diese Generationen sind lautstark, vernetzt und fordern von Arbeitgebern und Regierungen mehr. Sie erwarten aber auch von den älteren Generationen, die jetzt an der Macht sind, sinnvolle Maßnahmen zu ergreifen. Es ist wichtig zu erkennen, dass die Lösung von Klimaproblemen nicht nur ihr Kampf ist, sondern eine kollektive Verantwortung.

Der „Easy Pass“ der IT läuft aus

Der IT-Sektor ist zwar ein wichtiger Innovationsmotor, verbraucht aber einen wachsenden Anteil des weltweiten Stroms. Dieser wird unter anderem Schätzungen der IEA zufolge bis 2030 möglicherweise zehn Prozent übersteigen. Enerdata stellte bereits fest, dass Informations- und Kommunikationstechnologien insgesamt bereits 2018 für neun Prozent des Stromverbrauchs verantwortlich gewesen sein könnten. Bisher ist die Branche einer genauen Prüfung entgangen, indem sie die Verantwortung auf die Erwartungen anderer (sowohl Unternehmen als auch Einzelpersonen) abgewälzt und die Schuld auf den Energiebedarf geschoben hat. Diese Ausreden werden jedoch nicht lange Bestand haben. Da der Bedarf an künstlicher Intelligenz und Datenverarbeitung sprunghaft ansteigt, muss die IT-Branche einen Gang zulegen.

Es ist an der Zeit, dass die Branche die Nutzer über die tatsächlichen Kosten des technologischen Fortschritts aufklärt, von energieintensiven KI-Modellen bis hin zu riesigen Rechenzentren. Darüber hinaus müssen Unternehmen energieeffiziente Technologien einsetzen, in erneuerbare Energien investieren und auf Nachhaltigkeit setzen.

Eine Welt begrenzter Ressourcen

Da die Weltbevölkerung auf fast zehn Milliarden Menschen angewachsen ist, ist die Annahme unendlicher Ressourcen gefährlich überholt. Die durch Elektrofahrzeuge und KI verursachte erhöhte Nachfrage nach Stromnetzen verdeutlicht diese drohende Krise. Wenn die Gesellschaft nicht handelt, wird die Ressourcenknappheit reale Konsequenzen haben und die Industrie dazu zwingen, sich den Ineffizienzen direkt zu stellen.

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Es ist aber nicht alles düster und trostlos. Mit gezielten Investitionen in Forschung, Bildung und Ressourcenoptimierung kann sich die Industrie anpassen. Ob durch die Entwicklung von energieeffizienteren Technologien, die Reduzierung verschwenderischer Praktiken oder die Aufklärung der Öffentlichkeit über nachhaltige Entscheidungen – es gibt einen Weg nach vorne, den es einzuschlagen gilt.

Was Unternehmen jetzt tun können

Um diese Herausforderungen zu bewältigen, müssen Unternehmen ihre Prioritäten überdenken:

  • 1. In Forschung und Entwicklung investieren: Innovationen vorantreiben, die die Effizienz und Nachhaltigkeit steigern, und gleichzeitig für die längerfristige Zukunft planen.
  • 2. Kosten und Folgen verstehen: Verbrauchern und Mitarbeitern helfen, die langfristigen Kosten und Folgen ihrer Entscheidungen zu verstehen, sowohl am Arbeitsplatz als auch zu Hause.
  • 3. Ressourcen optimieren: Ineffizienzen identifizieren und Verschwendung in allen Betriebsabläufen beseitigen.

Die gute Nachricht? Schon heute können kleine, messbare Schritte etwas bewirken, während gleichzeitig die Resilienz gestärkt und die Voraussetzungen für eine nachhaltige Zukunft geschaffen werden. Es gilt aber jetzt zu handeln, denn irgendwann wird die Frage nicht mehr lauten: „Was können wir tun?“, sondern: „Warum haben wir es nicht getan?“

Alex McMullan, CTO International bei Pure Storage.(Bild:  Pure Storage)
Alex McMullan, CTO International bei Pure Storage.
(Bild: Pure Storage)

* Der Autor: Alex McMullan, CTO International bei Pure Storage, berät in den Bereichen Technik, Produktstrategie und Kundenlösungen. Mit einer Karriere, die Positionen bei Barclays, UBS und British Aerospace umfasst, bringt McMullan tiefgreifende technische Expertise und Erfahrung im Bereich Infrastrukturdesign in seine Arbeit ein. Bei Pure Storage, einem anerkannten Vorreiter im Bereich Nachhaltigkeit und einem der besten Arbeitsplätze für Millennials laut Fortune, unterstützt er die Mission des Unternehmens, innovative, effiziente Datenspeicherlösungen bereitzustellen, die Unternehmen dabei helfen, den Energieverbrauch, die Emissionen und den Elektronikmüll zu reduzieren und gleichzeitig das Wohlbefinden der Mitarbeiter zu fördern.

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