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Der moderne Begriff für Zeitverschwendung lautet „unzureichende Bandbreite“ Zahlen und Fakten zur Cloud

Autor / Redakteur: Kriemhilde Klippstätter / Rainer Graefen

Cloud bedeutet gemeinsame Ressourcennutzung. Vor allem jedoch ist sie ein Transportgeschäft für Pakete mit vielen logistischen Anforderungen.

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Schneller Datenverkehr kennt viele Behinderungen - vor allem die anderen.
Schneller Datenverkehr kennt viele Behinderungen - vor allem die anderen.
( Archiv: Vogel Business Media )

Eher früher als später wird Ethernet mit 10 Gigabit pro Sekunde zum Standard für Cloud-Computing werden, egal ob diese Bandbreite jetzt schon benötigt wird oder nicht.

Denn es gilt: Die Datenübertragung ist heute fast schon wichtiger als die Rechen- oder Speicherkapazität und soll deshalb nicht nur sicher, sondern auch möglichst schnell passieren.

Nadelöhr Bandbreite

Die Nachfrage nach Bandbreite ist auf absehbare Zeit ungebrochen, wie die jüngsten Prognosen zeigen:

  • Der Branchenprimus Cisco schätzt, dass sich der Datenverkehr über das Internet in den nächsten vier Jahren vervierfachen wird.
  • Symantec hat ausgerechnet, dass in den vergangenen fünf Jahren Speichermedien verkauft wurden, die 50.000 Petabyte an Daten fassen können.
  • IDC schätzt, dass allein in diesem Jahr 1,2 Zetabyte an digitalen Daten erzeugt werden, ein Großteil davon wird per Internet verschickt.

Und die Cloud wird an dem zukünftigen Bandbreitenbedarf nicht unschuldig sein. Laut IDC wird 2020 ein Drittel aller jährlich erzeugten Daten entweder in einer Cloud gespeichert sein oder durch eine hindurch wandern. Die Bundesnetzagentur verzeichnet beim Datenverkehr über Breitbanddienste in Deutschland jährliche Zuwachsraten von 20 Prozent und mehr.

Noch stärker wächst der Internetverkehr über Mobilfunk, der sich von 2008 auf 2009 fast verdreifacht hat: Wurden in Deutschland im Jahr 2008 rund 11,5 Millionen Gigabyte an Daten über Mobilgeräte wie Handys, Smartphones oder Netbooks verschickt, so waren es ein Jahr später bereits 33,5 Millionen Gigabyte.

Ohne ausreichende Bandbreite kommt es zum großen Wischen

Was passiert, wenn es an Bandbreite fehlt, ist an Anwendern zu sehen, die entnervt über ihre iPods wischen. Fehlende Bandbreite ist als aktuelles Nadelöhr identifiziert.

Wir brauchen mehr Bandbreite, viel mehr, denn rund 90 Prozent des weltweiten Datenverkehrs erzeugen die speicherhungrigen Videodateien - und die meisten davon stammen von jungen Usern. Der Datenstau im und zum Netz scheint also vorprogrammiert.

Zudem gerät die Netzneutralität in Gefahr, da angeblich nur drei Prozent aller Internetnutzer für die Hälfte des Datenverkehrs verantwortlich sind und schon Rufe nach einem Zweiklasseninternet laut werden: Wer zahlt, dem wird die Eilzustellung garantiert, die anderen haben nur das Anrecht auf den Paketdienst.

Wie schnell geht’s weiter?

Während die nächste Konsolidierungswelle 10-GBit-Ethernet umsetzen wird, stehen schon die Nachfolgetechniken vor der Tür oder werden gerade in den Internet-Knotenpunkten installiert.

Derzeit entwickelt die IEEE 802.3 Task-Force die Standards für 40- und 100-GBit-Ethernet, die als zukünftige Backbone-Lösungen dienen sollen. Die ersten Switche dafür sollen im kommenden Jahr verfügbar sein.

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