Kein Verzicht auf die Erfahrungen pensionierter Daten

10 Hinweise: die Metadaten werden beim Backup die Kontrolle übernehmen

| Autor / Redakteur: Stéphane Estevez / Rainer Graefen

Stéphane Estevez, Senior Product Marketing Manager EMEA/APAC bei Quantum
Stéphane Estevez, Senior Product Marketing Manager EMEA/APAC bei Quantum (Foto: Quantum)

Alle Jahresanfang wieder versuchen Storage-Hersteller ihren Kunden, mit Prognosen den richtigen Weg in die Zukunft zu weisen. Doch angesichts zahlreicher Prognosen hat es die Zukunft bekanntlich auch nicht leicht. Interessant ist, wo Hersteller, wie in diesem Falle Datensicherungsprofi Quantum, die "Pain Points" entdecken.

  • 1. Endlich das „primär“ in Primärspeicher in Pension schicken – Seit der Verknüpfung historischer mit neuen Daten eine immer größere Bedeutung zukommt und das viel zitierte Datenwachstum weiter Fahrt aufnimmt, ist der Primärspeicher nicht mehr das Maß aller Dinge. Daten von der ersten in günstigere Speicherebenen zu transferieren und sie gleichzeitig immer zugriffsbereit zu halten, wird immer wichtiger. Im Ergebnis rückt Tiered Storage näher ins Blickfeld und damit neuere Technologien, wie Next Generation Object Storage oder LTFS.
  • 2. VM Daten: „Nehmt uns, wie wir sind“ – Auf der Suche nach einer Möglichkeit zur Vereinfachung der Sicherung und Archivierung von VM‘s kommt man um die Sicherung der Daten in ihrem nativen Format kaum mehr herum. Da Serverumgebungen weiter fleißig virtualisiert werden, steigt der Bedarf nach virtuellen Deduplizierungsappliances und Backup-Software, die Daten in ihrem nativen Format sichern. Schließlich müssen IT-Manager schnellere und einfachere Restores sowie Portabilität zwischen Private und Public Clouds gewährleisten.
  • 3. Managed Service Provider (MSPs) und Value Added Reseller (VARs) erweitern die Cloud-Landkarte – MSPs und VARs werden verstärkt Backup-as-a-Service und DR-as-a-Service in ihr Angebotsportfolio integrieren, um Kunden ein breiteres Serviceportfolio anzubieten. Cloud Größen wie Amazon stehen rauhere Zeiten bevor, denn auch die großen Storage-Unternehmen fordern mit Nachdruck ein größeres Stück vom Kuchen.
  • 4. Risiko der „Nirvanixierung“ minimieren – Nach der anfänglichen Begeisterung für das Potential um Public-Cloud-Umgebungen war es unvermeidlich, dass Themen wie Sicherheit und Verfügbarkeit mehr Kontrolle über die Diskussion gewinnen. Die Pleite von Nirvanix hat den Blick auf diese Themen noch einmal nachdrücklich verschärft. Bei der Abwägung Kostenvorteile von Public Cloud Backups gegenüber langsameren Recovery-Geschwindigkeiten und Sorgen um die Sicherheit ihrer Daten in der Cloud werden Kunden vorsichtiger sein. Hybrid-Ansätze, die die besten Aspekte von Public und Private Cloud vereinen, gewinnen an Attraktivität – vor allem die inhärenten Vorteile bei der Sicherung einer lokalen Kopie für schnelle Wiederherstellung und garantierte Verfügbarkeit.
  • 5. Die NSA hat Recht: Es dreht sich alles um Metadaten – Während die jüngsten Enthüllungen über die NSA-Spionage vom Standpunkt des Datenschutzes äußerst beunruhigend sind, zeigt der Skandal jedoch, dass die Bedeutung von Metadaten erheblich steigt. Wenn es um Storage geht, sind System-Metadaten von jeher besonders wichtig. Dabei handelt es sich um Informationen über eine Datei/ Objekt, die ebenso automatisch gespeichert werden wie Autor, Größe, Erstellungsdatum, Änderungsdatum usw. Im kommenden Jahr werden wir eine steigende Nachfrage nach der Automatisierung der Sammlung von Anwendungsmetadaten und ihrer direkten Verknüpfung mit ihrem Geschäftswert erleben.
  • 6. Das Bedürfnis nach globaler Datenerwärmung – Wer zukünftig stärkeren Nutzen aus seinen Daten ziehen will, muss sie in aktiven Archiven „warmhalten“. Während kalte Speicherumgebungen („cold storage“) für Compliance Daten und Disaster Recovery weiterhin sinnvoll sind, wird der zukünftige Geschäftserfolg von der Fähigkeit abhängen, schnell auf Daten zuzugreifen, sie zu verteilen und zu analysieren. Diese Entwicklung wird auch zu einer weiteren Annäherung von Backup und Archivierung führen.
  • 7. Storage und Marketing: neue beste Freunde – Marketingkommunikation mittels visuellem „Storytelling“ – sei es in Form von überzeugenden Produkt-Botschaften, der Präsentation herausragender Events, der Veranschaulichung neuer Markttrends oder der Förderung der Wahrnehmung des Unternehmen über Social Media – werden auch in Deutschland an Relevanz gewinnen und Teil der Markenbildung werden. Saßen sie in der Vergangenheit eher auf dem Rücksitz größerer IT-Initiativen, generieren traditionell IT-ferne Fachabteilungen mittlerweile enorme Mengen qualitativ hochwertiger digitaler Inhalte. Die verstärkte Nutzung und Archivierung von Video-, Grafik- und anderem Bildmaterial stellt Storage-Infrastrukturen vor neue Herausforderungen. IT-Abteilungen müssen ihre traditionellen Ansätze zur Datenverwaltung und -sicherung von Daten überdenken.
  • 8. Datenmigration ist so "Old School" – Sukzessiv steigende Kapazitäten bei Disk-Speichern und Petabyte-große Archive erhöhen den Bedarf nach Alternativen zur traditionellen Datenmigration. Momentan fällt durchschnittlich alle drei bis fünf Jahre eine Migration von Inhalten auf traditionellem RAID-Speicher an; monate- bis jahrelange Wartezeiten inklusive. Bedenkt man dann noch die allgemeinen Ansprüche, das Leistungsniveau der IT in diesem Zeitraum nicht sinken zu lassen, kann man den IT-Administrator um seinen Job kaum beneiden. RAID wird zunehmend ineffektiv. Die nächste Generation von Object Storage mit Funktionen zur Selbstheilung und Selbstsicherung wird breitere Anwendung finden – allein, um die Notwendigkeit der Migration zu eliminieren.
  • 9. Tschüss Nielsen Werbestatistik, hallo Storage – Da sich auch das klassische Fernsehen immer stärker Richtung online verschiebt, erhalten Rundfunkanbieter neue Möglichkeiten den Werbemarkt zu analysieren und die gewonnen Erkenntnisse sinnvoll einzusetzen. Soll die Kompetenz im Unternehmen ausgebaut werden, steigt nicht nur der zu speichernde und zu sichernde Datenberg. Auch die Verwaltung der Daten verlangt neue Ansätze, inklusive der Entwicklung eines robusteren regelbasierten Tiered Archivsystems. Gleichzeitig befinden sich Rundfunkanstalten auf der Suche nach Lösungen, die Analytik und Storage kombinieren.
  • 10. Du bist nur so gut wie Dein Datenmanagement – Die Erfassung digitaler Daten war nie einfacher und Unternehmen werden die Investitionen in Technologie, die das maximale aus den Daten rausholt, weiter erhöhen. Digitales Videomaterial von Sportveranstaltungen, Kundeninformationen vom Ort des Verkaufs (POS) oder Forschungsdaten können Muster offenbaren, die erst über einen längeren Analysezeitraum tatsächlich realisiert werden. Die Entdeckung derartiger Muster kann helfen die eigene Performance und Produktivität zu erhöhen, eine bislang ungenutzte Einnahmequelle offenbaren oder sogar Leben retten. Die Fähigkeit, nicht nur große Datenmengen zu vorzuhalten, sondern auch einfach und effektiv verwalten und teilen zu können, wird sich zu einem noch bedeutenderen Faktor für den Unternehmenserfolg entwickeln.

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