Die Datensicherung muss immer auch in heterogenen Umgebungen funktionieren

Acht Geheimnisse, die viele Backup-Anbieter nicht verraten

| Autor / Redakteur: Marc Campbell / Rainer Graefen

Mark Campbell, Chief Marketing & Technology Officer bei Unitrends
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Mark Campbell, Chief Marketing & Technology Officer bei Unitrends (Unitrends)

Jede Industrie hat ihre Geheimnisse - auch der Backup-Markt. Während man solche Geheimnisse innerhalb der Industrie genau kennt, versuchen viele Backup-Provider gezielt, dieses Wissen vor ihren Kunden zu verbergen.

Die agilen, komplexen und heterogenen Rechenzentren von heute machen die Datensicherheit für viele Unternehmen zu einer Herausforderung. Das letzte, was sie brauchen, ist, dass sie über die Feinheiten des Marktes im Unklaren gehalten werden.

Deshalb klären wir hier über acht Geheimnisse auf, die die meisten Backup-Anbieter gern vor ihren Kunden verbergen:

  • 1. Die Kosten von Backup-Software sind nur ein Bruchteil der Gesamtausgaben: Die Kosten von Backup-Software sind angesichts von Kapital- und Betriebskosten nur die Spitze des Eisbergs. Kunden müssen auch einen Server, ein Betriebssystem, einen Storage-Controller, viel Speicher und aktuelle Netzwerktechnik kaufen. Dann müssen sie Zeit und Geld auftreiben, um alle diese Komponenten zu integrieren, damit sie optimale Funktionalität und Leistung liefern. Es ist deshalb wichtig, Kapital- und Betriebsausgaben bei der Auswahl einer Backup-Lösung zu berücksichtigen. Unternehmen können keine Lösungen brauchen, die rote Zahlen erzeugen, noch bevor sie überhaupt installiert sind, die das Budget erschöpfen oder wertvolle IT-Ressourcen belasten!
  • 2. Die Industrie verdient prächtig an Upgrade-Gebühren pro Client: Viele Backup-Anbieter verlangen heute unter anderem Gebühren pro Client, pro Agent, pro Betriebssystem und pro Anwendung, damit sie mit dem Wachstum ihrer Kunden und neu hinzukommenden Kunden ihren Umsatz steigern. Es ist auch üblich, für die Lieferung neuer Versionen von Betriebssystemen und Applikationen Upgrade-Gebühren zu erheben – das Budget wird also jedes Mal belastet, wenn die Technologie sich weiterentwickelt. Das ist nicht richtig. Wenn Kunden intensiv recherchieren, werden sie feststellen, dass es Backup-Anbieter gibt, die einfache, transparente und faire Preismodelle nutzen.
  • 3. Geht etwas schief, ist es enorm teuer, wenn niemand die Verantwortung übernimmt: Jeder wurde schon einmal beim Versuch, ein Problem zu lösen, von einem Hersteller zum anderen verwiesen, weil keiner die Verantwortung übernehmen wollte. Die meisten Hersteller tun nämlich nur so, als gäbe es bei einer Implementierung umfassenden Support aus einer Hand, halten aber dieses Versprechen im Ernstfall nicht. Statt dessen betrachten sie den Kundensupport als Ausgabeposten, aus dem mit etwas Geschick ein lukratives Beratungsgeschäft gemacht werden kann, indem Kunden genau dann hängengelassen werden, wenn sie Hilfe am dringendsten brauchen. Viele Unternehmen denken bei der Auswahl eines Backup-Lieferanten häufig gar nicht an das Thema Kundendienst und Support - ein schwerer Fehler. Tritt der Ernstfall ein, wünschen sie sich, sie hätten einen Lieferanten ausgewählt, der die Kunden an die erste Stelle setzt.
  • 4. Online- und Cloud-Backup können bei der Datenwiederherstellung unglaublich langsam sein: Während Online- und Cloud-Backup oft als „the next big thing“ gepriesen werden, haben sie einen wichtiges Problem, an das allzu viele nicht denken: Die Wiederherstellung von Online- oder Cloud-Backups kann unglaublich langsam sein. Wenn der Katastrophenfall eintritt und die lokalen Daten verloren gehen, kann es Wochen oder sogar Monate dauern, die Daten aus der Cloud zurückzubekommen. Die meisten Unternehmen können aber nicht einen Monat warten, bis sie ihr Geschäft wieder zum Laufen zu bringen. Verwendet man Online- oder Cloud-Backup für die Disaster Recovery, müssen Unternehmen sicherstellen, dass sie einen hybriden Backup-Mechanismus mit einer On-Premise-Appliance nutzen, um die angestrebten Datenerhaltungsraten (Recovery Point Objectives, RPOs) und Recovery-Fristen (Recovery Time Objectives, RTO) einzuhalten.
  • 5. Tape ist ein gutes Backup-Medium, aber schlecht bei der Datenwiederherstellung: Tape ist kein verlässliches Medium für die primäre Datenwiederherstellung – Backups landen zwar auf dem Band, lassen sich aber oft nicht wieder zurückspielen. Zudem hat Band sehr hohe Betriebskosten und ist anfällig für Fehler des Nutzers, beispielsweise durch versehentliches Überschreiben, falsche Bezeichnungen und diverse andere Probleme. Zudem funktionieren viele moderne Backup- und Recovery-Funktionen mit Tape nicht, etwa viele Deduplizierungsvarianten, die sofortigen Wiederherstellung mit Failover-Virtualisierung, permanenter inkrementeller Backup und so weiter. Tape als Archivmedium in einer Disk-to-Disk-to-Tape-Strategie (D2D2T) kann für viele Unternehmen sinnvoll sein. Sie sollten es aber nicht als primäres Backup- oder Restore-Ziel verwenden.
  • 6. Replikation erfordert entweder teure Spezialhardware oder viele Ressourcen: Es gibt zwei wichtige Methoden, Replikation für die Datensicherheit einzusetzen. Beide haben einen Preis. Mit der Array-basierenden Replikation kaufen Unternehmen Upgrades, mit denen ein Storage-Array auf ein anderes replizieren kann. Dabei fallen aber bei jeder Speichererweiterung für das Unternehmen nicht nur Kosten für den Speicher an, sondern auch für dessen Schutz. Mit hostbasierender Replikation installieren Anwender Software auf ihrem Computer, die Daten auf einen anderen Computer replizieren kann. Dadurch wird der Computer, auf dem die Software liegt, extrem belastet, was Bandbreite verbraucht und den Geschäftsbetrieb unter Umständen schwer beeinträchtigt. Die effizienteste Form der Replikation ist eine integrierte On-Premise-Backup-Appliance, welche die Arbeitslast der primären Server verringert. Die Appliance sollte Daten für die Disaster Recovery in eine private oder öffentliche Cloud replizieren können.
  • 7. Wer Software auf Windows-Server legt, riskiert Datenverluste: Wenig überraschend, ist Windows derzeit das populärste Betriebssystem. Das hat drei Folgen: Die meisten Backup-Anbieter verkaufen vor allem Software für Windows-Umgebungen, die meisten IT-Administratoren betreiben ihre Verwaltungssoftware auf Windows-Servern und schon seit Jahren sind Windows-Server, PCs und Notebooks die beliebtesten Angriffsziele bösartiger Attacken. Unternehmen, die ihre Backup-Software auf Windows-Servern fahren, riskieren, unter dem zu leiden, wovor sie sich eigentlich schützen wollen: Datenverlust. Nur dass die Datenkorruption hier statt durch Bedienungsfehler, Hardwareausfälle oder Naturkatastrophen jetzt durch Cyberkriminelle verursacht wird. Kunden sollten deshalb integrierte Backup-Appliances vorziehen, die mit gehärteten Linux-Versionen (oder anderen Nicht-Windows-Plattformen) als Betriebssystem arbeiten, um dem Risiko Windows-basierender Angriffe auszuweichen.
  • 8. Die Unterstützung heterogener Umgebungen ist eine Verpflichtung und kein Nebenthema: Viele Hersteller behaupten heute, heterogene Datenzentren zu unterstützen. Aber für Backup-Anbieter bedeutet die Unterstützung von Heterogenität mehr als Datenverluste in physischen, virtualisierten oder Cloud-basierten Umgebungen zu verhindern. Sie müssen auch unterschiedliche Versionen von Betriebssystemen, Servern, Anwendungen, Speicherplattformen und Hypervisoren unterstützen und diese Unterstützung aufrecht erhalten, egal, ob Produkte Jahre lang oder neu auf dem Markt sind. Unternehmen sollten Herstellern nicht einfach glauben, die behaupten, heterogene Umgebungen zu unterstützen. Sie sollten sie dazu drängen, ihr Engagement zu beweisen, so dass sie sicher sein können, dass ihre Infrastruktur der Weiterentwicklung der Technologie und den sich ändernden geschäftlichen Anforderungen standhält.

Agilität ist unverzichtbar

Unternehmen müssen bedenken: Nur mit Datensicherheitslösungen und -strategien, die sich an agile IT-Umgebungen anpassen, können sie mit den ständig wechselnden Anforderungen und der sich kontinuierlich weiterentwickelnden Technologielandschaft zuverlässig, einfach und bezahlbar mithalten.

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