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Big Data und Langzeitspeicherung

Archivierung großer Datenmengen mit LTFS-Bändern

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Die erwähnten nicht genutzten Dateien sollten im Tier 3 liegen. Da es sich um den größten Anteil der Daten handelt, ist hier eine günstige und zuverlässige Speicherlösung gefragt.

Das günstigste Medium ist bis heute immer noch das Band. Es ist vor allem in der Lage, große Datenmengen aufzunehmen. So kann ein LTO-5-Band 1,5 Terabyte und ein LTO-6-Band bis zu 2,5 Terabyte an Daten speichern. Für den zukünftigen Standard LTO-8 wird eine Kapazität von ca. zehn Terabyte auf einem Band erwartet. Der Preis für das einzelne Band verändert sich dagegen kaum. Gerade im Tier-3-Speicher soll der administrative Aufwand gering gehalten werden.

Am effektivsten ist daher ein System, das ohne großen Aufwand im Netzwerk bereitsteht. Praktisch ist es, wenn das System sich als NAS – Network Attached Storage – über Shares präsentiert. So können die Dateien leicht in das System migriert werden und weder Anwender noch Applikationen werden in der Nutzung eingeschränkt – im Normalfall merkt man nicht, dass es sich um ein Bandlaufwerk handelt. Das System führt das Band-Handling im Hintergrund durch. Wer mehr Kapazität braucht, legt einfach neue Bänder in die Library und in kürzester Zeit hat das System mehrere Terabyte zusätzlich an Kapazität gewonnen.

Alle Dateien am richtigen Ort

Nun geht es darum, die nicht genutzten Dateien zu migrieren: aus dem performanten Tier-1-Speicher in das Tier-3-Speichersystem, eine Kombination aus Platte und Band als NAS im Netzwerk. Hierzu kommt es auf den hauseigenen Workflow an. Wünscht man (1.) für die Anwender die volle Transparenz und den Zugriff auf die Dateien weiterhin über den Tier 1 Share? Arbeitet man (2.) Projekt basierend und will die Dateien projektbezogen in einem Langzeitspeicher ablegen? Oder besteht der Workflow aus (3.) einer Kombination aus beidem?

Grundsätzlich gibt es für jeden dieser drei Anwendungsfälle eine geeignete Applikation, um die Dateien zu bewegen. Diese bieten individuelle Regelwerke für verschiedene Grade der Transparenz. Für eine transparente Migration verbleiben Platzhalter im Tier 1; für Projektarchive werden Daten in Containern gebündelt und über eine XML-Quittung dokumentiert. Beispiele sind das System HNAS des Herstellers HDS, Applikationen der Dataglobal oder Point oder die Software der Firma NTP für Isilon-Systeme. Im Fall einer projektorientierten Ablage muss definiert werden, welche Dateien zu dem auszulagernden Projekt gehören. Eine Möglichkeit bietet die Firma Docuprotection mit der gleichnamigen Software an.

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