Der Markt der intelligenten Sensoren

Auch Frankreich und China wollen Wearables produzieren

| Autor / Redakteur: Bernhard Schoon / Rainer Graefen

Geht auch als Uhr durch.
Geht auch als Uhr durch. (Alcatel)

Noch werden sie von der Mehrheit nicht wirklich geschätzt. Dennoch steht hinter den Wearables, diesen tragbaren Sport- und Fitness-Gadgets, eine emsige, weltweite Industrie aus Großunternehmen und Startups. Einige der jüngsten Neuheiten sind wirklich ideenreich.

Die CES in Las Vegas setzte zu Jahresbeginn eine Welle neuer Kleingeräte für Sport, Gesundheit und das vernetzte Heim frei. So bringt Walkman-Pionier Sony einen "Smart B-Trainer" als Kopfhörer mit GPS-Empfänger und Sensoren zur Messung von Beschleunigung und Herzfrequenz.

Zurzeit nur ein Prototyp, misst das Gerät auch die Schritte und den Pulsschlag des Trägers und errechnet daraus die zurückgelegte Strecke und den Kalorienverbrauch. Der Besitzer kann auch einen Trainingsplan eingeben, den das Gerät überwacht. Ganz in der Tradition des Walkman spielt der Kopfhörer natürlich auch Musik. Termin der Markteinführung und Preis sind noch offen.

Wearables aus China und Frankreich

Zwei Neuheiten aus dem Nachbarland Frankreich: Eine ganz neue Kategorie der Wearables begründet der Startup Emiota aus Paris mit dem Gürtel Belty. Das Wearable misst die Aktivitäten des Trägers und überträgt sie drahtlos zu einer Fitness-App auf dem Smartphone.

Eine Besonderheit: Sobald sich der Träger setzt oder aufstellt, verändert der Gürtel automatisch seine Länge. Indem der Belty die jeweilige Bundweite des Trägers speichert, kann die App daraus eine Gewichtsabnahme oder -zunahme ermitteln. Ob man den Belty optisch für chic oder trendy hält, muss man selbst entscheiden.

Netzausrüster Alcatel hat die neue, smarte Uhr "Onetouch Watch" ins Programm genommen. Mit ihrem runden Display ähnelt sie der Moto 360 von Motorala, die im vergangen Jahr vorgestellt wurde. Die Onetouch Watch arbeitet mit Android-Smartphones und eignet sich auch als Fernauslöser der Handy-Kamera, zum Messen der Herzfrequenz oder zur Anzeige von Nachrichten. Im Armband befindet sich eine USB-Schnittstelle, mit der die Uhr ohne zusätzliche Kabel an einen Rechner angeschlossen werden kann.

Neue Wearables auch beim chinesischen Hersteller Lenovo: Das Vibe Band VB10 besitzt ein rechteckiges E-Ink-Display und ähnelt damit dem Gear Fit von Samsung oder dem Microsoft Band. Da das Display deutlich weniger Strom als LCD- oder AMOLED-Displays verbraucht, gibt der Hersteller die Laufzeit des Akku mit einer Woche ohne Nachladen an.

Das wasserdichte Gerät besitzt einen Sensor zur Messung der Beschleunigung und eignet sich damit auch als Fitness-Tracker. Über Bluetooth lässt sich das Vibe Band VB10 mit iOS- und Android-Smartphones verbinden und benachrichtigt den Träger über eingehende SMS oder neue Nachrichten auf Facebook.

Kostenlos und eher teuer

Der US-Hersteller Smartthings, Anbieter von Hardware und Software für das vernetzte Heim und seit vergangenem Jahr eine Tochter von Samsung, bringt die kostenlose App "Smartthings 1.0". Zur Steuerung einer vernetzten Wohnung mit den Smartwatches der Reihe Gear S von Samsung reagiert das Gerät mit der Spracherkennung S Voice auf hinterlegte Sprachbefehle und die Eingaben über das Touchdisplay der Smartwatch.

Da die Smartwatch Gear S einen eigenen Mobilfunkchip besitzt und damit keine Verbindung zu einem Smartphone benötigt, ermöglicht die App auch die Steuerung von Geräten in der Wohnung von unterwegs.

Der Hamburger Hersteller Montblanc, bekannt für seine Schreibgeräte und Luxusuhren, wertet herkömmliche Uhren mit Smartwatch-Funktionalität auf. Der neue "e-Strap" ist ein hochwertiges Lederarmband mit Display und ersetzt das Original-Armband einer Uhr. Neben dem Display enthält der "e-Strap" auch ein Benachrichtigungssystem, wenn auch nur mit wenigen Funktionen, sowie einen Sensor zur Messung der Beschleunigung.

Eine Smartphone-App zeigt die zurückgelegten Strecken des Trägers nach Tagen, Wochen und Monaten an. Das ist nicht wirklich viel im Vergleich zu den übrigen Smartwatches und Fitness-Trackern, der Preis von rund 300 Euro passt aber zum Image des Herstellers.

Ab wann die neuen Wearables gegen ihren stärksten Marktrivalen, die Apple Watch, antreten müssen, ist zurzeit noch unklar. Wie gewohnt, kursieren jede Menge Spekulationen über die Verfügbarkeit der Uhr in den USA und dem Rest der Welt.

Von Apple ist lediglich das Datum für ein internes Schulungsprogramm nach außen gedrungen: Vom 9. und 16. Februar werden Mitarbeiter der amerikanischen Apple Stores in Cupertino und Texas als Uhrenverkäufer fit gemacht.

Jedoch nicht die komplette Mannschaft, sondern nur ausgewählte Kräfte, die ihre Kollegen vor Ort weiterschulen sollen. In Deutschland und Europa könnte es noch etwas länger dauern, bis man die Apple Watch kaufen kann. Für Apple-Kenner ein höchst ungewöhnlicher Zustand, denn fast alle Neuheiten waren sonst sofort nach der Keynote verfügbar.

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