Der Druck auf Unternehmen wächst: Stakeholder wie Kunden oder Aktionäre, aber auch die Regulierungsbehörden, etwa die EU, verlangen von ihnen nachhaltigeres Handeln – und die Dokumentation dessen. Das neueste Beispiel hierfür: Das sogenannte Lieferkettengesetz. Unternehmen formulieren daher ESG-Strategien und versuchen die (positiven) Auswirkungen ihrer Nachhaltigkeitsmaßnahmen zu messen. Für beides sind vollständige und korrekte Datensätze notwendig. Otto Neuer, Regional VP und General Manager bei Denodo, erklärt, wie sie ihr Datenmanagement aufstellen müssen, um Nachhaltigkeitsinitiativen wirkungsvoll zu gestalten.
Um dem Datenmanagement Vorrang einzuräumen und einen Single Source of Truth für ESG-relevante Daten zu schaffen, bietet sich Datenvirtualisierung als zugrundeliegende Technologie an.
(Bild: ReisMedia - stock.adobe.com)
Ursprünglich stammt der Begriff „ESG“ („Environmental Social Governance“) aus dem Investmentbereich: Er beschreibt einen Investitionsansatz, bei dem auf Faktoren wie die Auswirkungen auf die Umwelt (Environmental) und das soziale Umfeld (Social) sowie die Unternehmensführung (Governance) geachtet wird. Inzwischen wird ESG aber auch allgemeiner verwendet, um die Anstrengungen von Unternehmen im Bereich Nachhaltigkeit zu beschreiben. Denn nicht nur Investoren, sondern auch Kunden, Mitarbeiter oder Geschäftspartner interessieren sich zunehmend für diese Thematik.
Zudem werden von den Behörden, sowohl auf europäischer als auch auf nationaler Ebene, immer strengere Vorschriften und Richtlinien erlassen, um nachhaltigeres Handeln zu forcieren. So ist in Deutschland zum Jahresanfang das „Lieferkettensorgfaltspflichtgesetz“ in Kraft getreten. Demnach müssen Unternehmen mit mindestens 3.000 Mitarbeitern jetzt umfassende Reportings zu ihren Lieferketten vorlegen und aufzeigen, dass entlang dieser Menschenrechte eingehalten und der Umweltschutz ernstgenommen werden. Dafür ist es notwendig, Daten aus unterschiedlichen Quellen miteinander zu verknüpfen und zu harmonisieren.
Der Überblick über die relevanten Daten fehlt
Doch viele Unternehmen sind noch nicht an diesem Punkt. Ein Grund hierfür ist ihr bisheriges Datenmanagement: Zum einen wurde ihre Geschäftssysteme aufgesetzt, bevor Nachhaltigkeit oder Transparenz über Lieferketten für wichtig befunden wurde. Die Folge: Daten, die für entsprechende Projekte und Reports entscheidend wären – ob zum CO2-Fußabdruck, dem Energieverbrauch oder der Wiederverwertbarkeit von Verpackungen –, werden oft nicht effektiv gesammelt oder gemanagt.
Zum anderen stammen die vorhandenen Daten oft aus unterschiedlichen Quellen, unterscheiden sich daher im Format und befinden sich in Datensilos, etwa weil Abteilungen ihre eigenen Anwendungen nutzen, die nicht miteinander verbunden sind. Um ihre ESG-Bemühungen voranzutreiben, müssen Unternehmen jedoch Daten aus zahlreichen – internen und externen – Quellen, Geschäftsbereichen und -funktionen und sogar Regionen zusammenführen. Erst dann können sie identifizieren, welche Prozesse, Technologien, Produkte oder Services optimiert werden müssen, Prioritäten setzen und Metriken festlegen, die den Fortschritt messen und weitere Verbesserungen steuern.
Mit Blick auf das Lieferkettengesetz besteht außerdem die Herausforderung, dass von der Bundesregierung noch keine festen Kriterien vorgegeben wurden, die berücksichtigt werden sollen. Daher müssen Unternehmen flexibel – wenn es zum Beispiel neue Anforderungen gibt – und schnell unterschiedlichste und auch neue Datenquellen einfließen lassen können.
Dementsprechend müssen Unternehmen ihrem Datenmanagement Vorrang einräumen und einen Single Source of Truth (SSOT) für ESG-relevante Daten schaffen. Für dieses Vorhaben bietet sich Datenvirtualisierung als zugrundeliegende Technologie an: Anders als bei einem Data Warehouse oder Data Lake werden die Daten hierbei nicht zentral in einem Repository gespeichert, sondern verbleiben an ihrem Speicherort und werden nur in einer virtuellen Schicht miteinander integriert und gemanagt. Damit müssen nachhaltigkeitsrelevante Daten nicht dupliziert werden, um Teil des Nachhaltigkeits-SSOT zu sein – es entsteht also auch kein weiteres Datensilo.
Dies gilt gleichermaßen für interne wie für externe Datenquellen. Letztere sind wichtig, da nicht alle relevanten Informationen für Nachhaltigkeitsinitiativen unbedingt im Unternehmen selbst vorhanden sind. Beispielsweise können Unternehmen auch Daten von Partnern aus der Lieferkette oder Wetter- und Klimadaten in ihre Analysen einfließen lassen. Je nachdem, welches ESG-Ziel ein Unternehmen erreichen will, sind andere Daten relevant; diese gilt es zu identifizieren.
Darüber hinaus hat Datenvirtualisierung noch einen weiteren großen Vorteil: Die Daten werden in der virtuellen Schicht vereinheitlicht dargestellt. Dafür können Unternehmen Regeln für die Datenqualität und Transformation sowie Governance-Richtlinien und -Kontrollen implementieren. Diese Harmonisierung der Daten stellt sicher, dass sie miteinander kombiniert werden können, selbst wenn sie aus verschiedenen Quellen stammen. Hilfreich ist in diesem Zusammenhang auch ein Datenkatalog, der sich mithilfe von Datenvirtualisierung für den Nachhaltigkeits-SSOT erstellen lässt. In dieser Anwendung sind alle verfügbaren Daten verzeichnet. Die intuitiven Interfaces moderner Plattformen für Datenvirtualisierung tragen außerdem dazu bei, dass – auch weniger technisch-versierte – Nutzer schnell relevante Daten für ihre Analysen entdecken und wichtige Erkenntnisse gewinnen können.
Stand: 08.12.2025
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Fazit
Otto Neuer, Regional VP und General Manager bei Denodo.
(Bild: Denodo)
Daten spielen im Zusammenhang mit ESG-Strategien eine entscheidende Rolle: Sie geben Auskunft darüber, welche Prozesse, Systeme oder Produkte wie im Sinne der Nachhaltigkeit optimiert werden können, und helfen dabei, Fortschritte zu messen. Dass dies auch für Regierungen eine immer wichtigere Rolle spielt, zeigt das Lieferkettengesetz. Daher müssen Unternehmen ihr Datenmanagement verbessern und sicherstellen, dass sie schnellen Zugriff auf alle maßgeblichen internen und externen Daten haben. Dies gelingt am einfachsten mithilfe einer virtuellen Datenschicht – die auch im Hinblick auf unterschiedliche Datenformate, die Datenqualität und die Datenanalyse Vorteile birgt.
* Der Autor: Otto Neuer, Regional VP und General Manager bei Denodo
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