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Grundlagen moderner Netzwerktechnologien im Überblick – Teil 3 Aufgaben, Ziele und Funktionen von Rechnernetzen

| Autor / Redakteur: Dr. Franz-Joachim Kauffels / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Um die Aufgaben, Ziele und Funktionen von Rechnernetzen besser definieren und verstehen zu können, muss grundsätzlich zwischen Netzen und Diensten unterschieden werden. Dieser Beitrag vermittelt die hierfür nötigen Grundlagen und nennt die fünf Verbundarten von Rechnernetzen.

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Bei der Betrachtung von Rechnernetzen muss grundsätzlich zwischen Netzen und Diensten unterschieden werden
Bei der Betrachtung von Rechnernetzen muss grundsätzlich zwischen Netzen und Diensten unterschieden werden
( Archiv: Vogel Business Media )

Die ersten nennenswerten Netze waren Telefonnetze. Zu Beginn der Datenkommunikation bildeten sie auch die Grundlage für die Kommunikation zwischen den damals wenigen Rechnern. Erst Anfang der 70er Jahre hat sich der Begriff Rechnernetz gebildet und konkretisiert.

Langsam aber sicher haben sich zu dieser Zeit Netze von den Telefonnetzen abgespaltet, die nur für die Rechnerkommunikation gedacht waren. Dieser Prozess ist aber bis heute noch nicht vollständig beendet.

Etwa Mitte der 70er Jahre haben sich herstellerabhängige Netzwerkarchitekturen herausgebildet, die zunächst die Möglichkeit boten, eine größere und verteilte Menge von Terminals bequem mit den Großrechnern kommunizieren zu lassen. Später wurden diese Architekturen für eine allgemeine Kommunikation erweitert. Beispiele sind hier die Systems Network Architecture SNA von IBM, DECnet von Digital Equipment oder Transdata von Siemens.

Zehn Jahre später kamen die PCs auf den Markt und es kam die Idee auf, alle Rechner eines Unternehmens oder einer Organisation in einem lokalen Netz, Local Area Network, LAN, zusammenzuschließen. Dies war der Anfang vom Ende der herstellerabhängigen Netzwerkarchitekturen, denn ein LAN sollte die herstellerunabhängige Kommunikation für alle ermöglichen.

Die bereits für das Internet verwendete TCP/IP-Protokollfamilie hat trotz aller technischen Einzelprobleme die Grundlage dafür geschaffen, dass sich in einem LAN alle angeschlossenen Geräte verstehen können.

LANs entwickelten sich zu Intranets weiter – Systeme, die prinzipiell wie das Internet arbeiten, aber in ihrer logischen Ausdehnung auf organisationsinternen Gebrauch beschränkt sind. Zwar haben Intranets fast immer auch Verbindung zum Internet, aus Gründen des Datenschutzes sind hier jedoch stets besondere Regeln zu beachten.

Telefonie: von analog zu digital

In dieser Zeit haben sich die ursprünglichen Telefonnetze ebenfalls weiterentwickelt, zunächst mit der Digitalisierung. Sprache und Steuerdaten konnten jetzt gemeinsam auf gleicher Basis übertragen und verarbeitet werden: ISDNIntegrated Services Digital Network. Dadurch wurden die Telefonnetze auch zu Rechnernetzen, denn selbst der kleine ISDN-Chip im Telefon ist ein Rechner.

Im nächsten Schritt wurden die Fernnetze systematisch erweitert und aufgerüstet, um den gemischten Sprach- und Datenverkehr tragen zu können. Etwa im Jahr 2000 war der Anteil des reinen Telefonierens in diesen Netzen nicht mehr messbar. Und mit Voice over IP, kurz VoIP, wird der Sprachverkehr ebenso zum IP-Paketstrom wie alles andere.

Das übliche Übertragungsmedium der Frühzeit war der (Telefon-) Draht. Drähte gibt es heute immer noch, auch wenn ihre Namen jetzt „wichtiger“ klingen. Der eigentliche Entwicklungssprung für Fernbereichsnetze kam jedoch mit der Einführung der optischen Übertragungstechnologie, bei der die Informationen mittels moduliertem Licht über geeignete Lichtwellenleiter geschickt werden. Große Provider wie AT&T rüsten zurzeit. auf Netze um, die eine Übertragungsleistung von bis zu 10 Terabit pro Sekunde erreichen können.

Diese Leistung muss aber auch zum Kunden herunter gebrochen werden. Dabei helfen Verteilnetze in vielen Ausführungen sowie letztlich geeignete Schnittstellen beim Kunden, wie DSL.

weiter mit: Der Sinn und Zweck von Rechnernetzen

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