IBM hat die fünfte Generation seiner FlashSystem-Baureihe FlashCore Module (FCM) mit 11,8 PB effektiver Speicherkapazität und bis zu 6,3 Millionen IOPS vorgestellt. Drei Modelle sollen künftig mit KI-Agenten ausgestattet sein. Dies trage zu höherer Sicherheit, besserer Compliance und proaktiver Optimierung bei, sagte Sam Werner, der General Manager für IBM Storage.
IBM stattet seine FlashSystem-Modelle 5600, 7600 und 9600 mit KI-Agenten aus.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)
Sam Werner, General Manager für IBM Storage, kündigte an, die drei FlashSystem-Modelle 5600, 7600 und 9600 mit einem neuen FlashCore-Modul (FCM) ausstatten zu wollen, das im Vergleich zur Vorgängergeneration eine bis zu 40 Prozent höhere Dateneffizienz bieten soll. Zudem enthält es die neue Software Flashsystem.ai. „Durch den agentischen Ansatz in FlashSystem.ai wird das FCM zu einem Ko-Administrator“, so Werner in der Ankündigung. Die Software dient der Verwaltung, Überwachung, Diagnose und Behebung von Problemen entlang des gesamten Datenpfads.
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„Das aktualisierte Portfolio markiert den Beginn einer Ära autonomer Speicherlösungen, in der FlashSystem zu einem strategischen KI-Partner wird, der IT-Verantwortliche dabei unterstützt, eine optimale und sichere Leistung für jede ihrer Arbeitslasten zu gewährleisten“, sagte Werner. Die neuen Modelle dienen also nicht nur KI-Workloads, sondern, wie ihre Vorgänger, der Cybersicherheit und Compliance.
Optimierende Agenten
Diese Agenten haben es in sich. Sie sollen durch ständige kontextbasierte Observierung eine Ransomware-Attacke binnen einer Minute nicht nur erkennen, sondern auch durch Disaster Recovery beseitigen können. Wie Werner in der Fragerunde dem etwas ungläubigen Publikum erläuterte, sei diese Minute sehr wichtig, um den Recovery Point Objective (RPO), den der Kunde eingestellt hat, auf einem Minimum zu halten. Nur so könne der Datenverlust bei einer Minute gehalten werden.
Recovery Time Objective (RTO) definiert die maximale Ausfallzeit bis zur Wiederherstellung eines Systems, während RPO den maximal tolerierbaren Datenverlust (in Zeit) festlegt. Was Werner also anstelle von RPO gemeint hat, ist RTO: die Reaktionszeit bis zur Entdeckung einer Anomalie wie etwa einer Ransomware-Attacke. Pure Storage hat eine entsprechende Lösung zusammen mit seinem Partner Rubrik ((https://blog.purestorage.com/solutions/anomaly-threat-detection-with-rubrik-security-cloud/)) am 20. Januar 2026 angeboten.
Die FCMs seien air-gapped, seit 2024 quantensicher und die Dateien unveränderbar, fügte Werner hinzu, doch das ist schon länger bei FlashSystems Standard.
Compliance und Governance
Neben diesen Sicherheitsfunktionen sollen die Agenten in FlashSystem.ai, die auf IBMs eigener KI-Architektur watson.ai und proprietärer Hardware aufbauen, auch die Konformität der Daten mit den rechtlichen Richtlinien überwachen. Drittens sollen sie in der Lage sein, die Datenhaltung gemäß den Vorgaben des Nutzers proaktiv zu optimieren. Dazu gehören vor allem Workloads, die an der optimalen Storage-Stelle mit den nötigen Ressourcen ausgeführt werden könnten, aber auch ein gewisses Maß an Intelligent Tiering, das besonders in der Cloud Kosten spart. Diese Funktionen besitzt das FlashSystem mit IBM Storage Virtualize seit 2025, da es den SANVolume Controller (SVC) umfasst.
Die Gretchenfrage lautet: Werden auch Fremdsysteme einbezogen? Die Antwort gibt Big Blue selbst: „Die neueste Generation von IBM FlashSystem führt Client-Workloads mit proaktiver Optimierung und intelligenter Platzierung von Workloads für eine unterbrechungsfreie Datenmobilität über verschiedene Speichergeräte hinweg aus, einschließlich Speicher-Arrays von Drittanbietern.“
Ganz konkret gesagt: „Wir können mit dem SAN Volume Controller, der ebenfalls mit FlashSystem.ai und dem neuen Betriebssystem integriert werden kann, über 450 verschiedene Speichersysteme einbinden“, fasste Werner zusammen. „Der SVC nutzt, wie die FlashSysteme auch, SV 9.1.2, das kommende Betriebssystem. SVC und FlashSysteme können dabei in ein FlashSystem-Grid zusammengeschaltet werden, das bis zu 32 verschiedene Flash/SVC-Systeme beinhalten kann.“
„Auf jeden Fall können damit die Service-Level-Agreements (SLA) garantiert werden“, was besonders für Managed- und Cloud-Service-Provider von großer Bedeutung ist. Werner gab an, dass die Betriebskosten (TCO) 57 Prozent niedriger lägen als beim Vorgängermodell und die Agenten dem Admin rund 90 Prozent seiner Arbeit abnähmen. „Sagen Sie dem System über den Prompt einfach, welche Workload Sie einrichten wollen, und das System erledigt den Rest.“
Weitere Agenten sollen den Arbeitsaufwand halbieren können, der für Vorgaben der Compliance- und Auditierungsdokumentationen notwendig ist. Diese Agenten seien in der Lage, mithilfe von IBMs KI-Modell Schlussfolgerungen zu ziehen und den Auditoren Erklärungen für bestimmte Betriebseinstellungen, etwa Datenhaltungsstandorte, zu liefern.
Stand: 08.12.2025
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Niedrigere Betriebskosten
Die Speicherkapazität der neuen FCM-Generation liege bei 105 TB pro Laufwerk. Das ist weniger als die Kapazität, die Pure – mit 150 TB – und Solidigm – mit 122 TB – auf dem Enterprise-Storage-Markt anzubieten hätten. Auch die Qualität der Flash-Laufwerke lässt noch Luft nach oben.
Werner erläuterte, dass ein FCM teils aus herkömmlichen SLC-Flash-Drives, teils aus hochwertigen QLC-Drives bestünde, um auf diese Weise den soliden Mittelwert eines TLC-Drives zu erhalten. Diese Vorgehensweise hat etwas für sich, denn Festplatten-Hersteller wie Seagate oder Western Digital argumentieren, dass ihre Laufwerke, die in ein, zwei Jahren schon 100 TB erreichen sollen, erheblich preisgünstiger seien als Flash-Laufwerke.
Das wäre kostengünstiger als eine reine Bestückung mit QLC-Drives. Die Preise hat IBM noch nicht veröffentlicht. Zum Vergleich: Bei einem FlashSystem-Modell 5300 mit 90 TB effektiver Kapazität ist man heute mit 47.700 Euro dabei, bei 170 TB mit 61.900 Euro.
Drei Modelle für verschiedene Workloads
Die neuen Modelle adressieren verschiedene Geschäftsanforderungen. Das FlashSystem 5600 sei ideal für Unternehmen, die Funktionen der Enterprise-Klasse auf kleinem Raum benötitgen, biete bis zu 2,5 PBe effektive Speicherkapazität (also komprimiert und dedupliziert) in einem einzigen 1U-System und bis zu 2,6 Millionen IOPS. Das extrem kompakte 1U-Design eignet sich laut IBM für beengte Umgebungen wie Randstandorte, Außenstellen und kleinere Rechenzentren.
FlashSystem 7600, laut IBM entwickelt für Organisationen, die hohe Leistung und Skalierbarkeit für wachsende Arbeitslasten benötigen, biete bis zu 7,2 PBe effektive Kapazität in einem einzigen 2U-System und bis zu 4,3 Millionen IOPS. „Die 7600 ist für den Betrieb großer virtualisierter Umgebungen, Analyseplattformen und konsolidierter Anwendungen konzipiert, die eine höhere Kapazität und schnellere Reaktionszeiten erfordern“, so Werner. Unter konsolidierten Anwendungen versteht IBM folgendes: „Zuvor mehrere getrennte Anwendungen/Systeme werden in einer gemeinsamen Plattform gebündelt, so etwa für eine gemeinsame Datenbasis, eine Benutzeroberfläche, logische Zusammenführung, um konsistente Snapshots durchzuführen und so weiter.“
FlashSystem 9600 sei konzipiert für Unternehmen, die unternehmenskritische Anwendungen mit höchsten Leistungsanforderungen und „massiver“ Skalierbarkeit benötigen. Dafür biete es eine effektive Kapazität von bis zu 11,8 PBe in einem einzigen 2U-System mit bis zu 6,3 Millionen IOPS. Typische Anwendungsfälle seien Kernbankensysteme, ERP-Plattformen und KI-gesteuerte Anwendungen, die Geschwindigkeit und hohe Sicherheit erforderten. Das FlashSystem 9600 senke die Betriebskosten durch KI und Konsolidierung im Vergleich zur Vorgängergeneration um bis zu 57 Prozent.
IBM FlashSystem reduziere den benötigten Speicherplatz je nach Modell durch optimierte Platzierung und Konsolidierung im Vergleich zur Vorgängergeneration um 30 bis 75 Prozent.
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Verfügbarkeit
„Das neue FlashSystem-Portfolio wird ab dem 6. März 2026 allgemein verfügbar sein“, so Sam Werner. Aktuelle Preise gab der Manager nicht bekannt.
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