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Definition Was ist Recovery Point Objective (RPO)?

Autor / Redakteur: Walter Schadhauser / Rainer Graefen

In der Informationstechnik hegt man das Ideal des unterbrechungsfreien Betriebs. Und wenn man das nicht sicherstellen kann, sollen wenigstens keine Daten verlorengehen. Ersteres wird gerne als RTO, letzteres als RPO bezeichnet.

Die Rettung dieser HDD-Daten könnte etwas länger dauern.
Die Rettung dieser HDD-Daten könnte etwas länger dauern.
(Bild: Kroll Ontrack)

Der Recovery Point Objective oder RPO ist, etwas prosaisch ausgedrückt, der Zeitraum, der vom Hier und Jetzt bis zur letzten Datensicherung vergangen ist. Ein Beispiel zur Verdeutlichung: Erfolgte die letzte Datensicherung vor zwei Stunden, würde das bedeuten, die Daten der letzten 7.200 Sekunden wären verloren, wenn jetzt der Server mit seinem Speichersystem einen Totalschaden erleiden würde.

Das kann, muss aber nicht schlimm sein. Letztlich ist es eine Abwägung des hinnehmbaren Risikos und wie teuer es wäre, die verlorenen Daten wiederherzustellen. Die Annehmlichkeit einer ausfallsicheren IT, die einen RPO von null Sekunden garantiert, könnte so wesentlich teuer sein als das erneute Eingeben Hunderter oder Tausender Daten.

Anders beim HFT, beim High Frequency Trading, wenn innerhalb weniger Millisekunden Millionenbeträge von Euros transferiert werden. In diesem Fall sind ausgeklügelte Maßnahmen notwendig, die den Ausfall des aktiven Rechenzentrums durch ein gespiegeltes zweites Rechenzentrum egalisieren.

Durch die zunehmende Virtualisierung von Anwendungen im Rechenzentrum scheint nun aber auch für mittelständische Unternehmen die Zeit zu kommen, in der sie sich mit bezahlbaren Summen einen RPO von null für wichtige Anwendungen einkaufen können. Man sollte aber beachten, dass ein RPO=0 nicht gleichbedeutend ist mit dem Begriff der „Business Continuity“ oder auch nur dem Wiederanlauf der IT nach einem Notfall. Dazu wären umfassendere Maßnahmen notwendig.

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