Nie mehr warten BMC-Suite kontrolliert bei der DAK alle Antwortzeiten eines Transaktionsprozesses
Die DAK ist eines von vier Unternehmen, die zusammen mit dem System-Management-Anbieter BMC Software ein neues Tool zum Messen und Verbessern von Transaktionen entwickelt hat. Der Clou daran: Die Sicht der Endanwender ist in die Prozessbetrachtung eingeschlossen.
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Das „Transaction Management“ von BMC besteht bis jetzt aus zwei Komponenten: „Transaction Analyzer“ und „Transaction Management Application Response Time“.
Der Transaction Analyzer, der im Februar dieses Jahres angekündigt wurde, beruht auf der Host-Verwaltungstechnik „Mainview“ des Herstellers. Das Tool isoliert eine reale Transaktion auf dem Mainframe und löst diese gegebenenfalls in ihre Bestandteile auf, verfolgt ihren Ablauf durch das Betriebssystem z/OS und gleicht die Informationen mit diversen anderen Echtzeit-Transaktionsinformationen aus verschiedenen Subsystemen ab. Folgende Transaktionssysteme werden unterstützt: der Transaktionsmonitor CICS, das hierarchische Datenbank-Management-System IMS und IBMs Großrechner-Datenbank DB2.
Das zweite Modul überwacht die Antwortzeiten von Applikationen und simuliert die Erfahrung der Endanwender bei einem Zusammenbruch der Transaktion an einer beliebigen Stelle. Damit liefert dieser Management-Bestandteil etwa eine Grundlage für Service Level Agreements (SLAs). Zudem hilft das Werkzeug mit Session-Details bei der Analyse fehlerhafter Transaktionen.
Nutzen für die DAK
Für Andreas Strausfeld, IT-Leiter bei der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK), hat dieses Tool wiederum zwei Seiten. Zum einen stehe das roboterartige Messen von anwendungstypischen Aktivitäten im Vordergrund. Zum Beispiel will er wissen, wie lange das Anmelden auf der im hauseigenen Rechenzentrum befindlichen Citrix-Server-Farm dauert, nachdem ein Anwender seine Applikation aufgerufen hat.
„Vor dem Einsatz des BMC-Werkzeugs haben uns die Möglichkeiten gefehlt, die typischen Applikations-Response-Zeiten zu überwachen“, sagt er. BMC-Werkzeuge der „Patrol-Produktfamilie“ hatte das DAK-Rechenzentrum zwar bereits im Haus. Dennoch gehöre es schlichtweg zu seinen Aufgaben, auch Alternativen zu analysieren.
Da Strausfeld nicht fündig wurde, stellte er einen Mitarbeiter ab, der dem BMC-Entwicklungsteam mit Anforderungen aus der Praxis zur Seite stand. Zudem oblagen der DAK auch Testarbeiten.
Nun kann er das tun, was sich nach Herstellerangaben 68 Prozent der Unternehmen wünschen, aber nur 37 Prozent umsetzen. Er misst die Verfügbarkeit von Dienstleistungen aus Sicht von Endanwendern.
Die Anwendungen lassen sich sogar schon auf die typischen Routinen testen, bevor die Applikationen zum Einsatz kommen, berichtet Strausfeld. Diese Einsatzart findet sich somit in Entwicklungs- und Testumgebungen, da das Tool dabei hilft, Systeme zu konfigurieren und Anwendungen zu designen.
Doch auch im produktiven Einsatz bewährt sich die Krankenkasse das Messen von Antwortzeiten. Dabei lasse sich jeder Schritt im Transaktionsprozess nachvollziehen, so Strausfeld. Das reiche etwa vom Aufruf eines Systems, das zur Leistungsberechnung dient, wenn ein DAK-Kunde in einer Geschäftsstelle eine Kur beantragt, bis zur Mitteilung des Berechnungsergebnisses. „Wir können sehen, an welcher Stelle es hakelt und warum“, erläutert der IT-Leiter, „etwa wenn ein PC streikt und der Prozess stockt, weil die Festplatte voll ist.“
Einsatzgebiete
Mittlerweile wendet sein Systemsteuerungs-Team das BMC-Werkzeug auf fünf verschiedene Applikationen an, auf die erwähnte Anwendung zur Leistungsberechnung, zwei Marketing-Applikationen und zwei Auskunftssysteme.
Der Erfolg ist sichtbar. Dank harmonischer IT-Prozesse hat sich der Service-Level verbessert. Letztlich müssen die DAK-Kunden weniger Wartezeiten in Kauf nehmen. Das aber sei für eine Krankenkasse wichtiger denn je, betont der IT-Leiter. „Service und vor allem Beratung nehmen immer mehr Raum ein.“
Obwohl der Erfolg viele Väter hat, kam die Initiative zur Einführung und Entwicklung eines solchen Tools im Wesentlichen aus der operativen Ebene. Strausfeld erinnert sich an die Diskussionen mit dem zentralen User-Help-Desk, die die aufgelaufenen Probleme an die Systemsteuerungs-Abteilung berichteten.
Die Optimierung der Transaktionen bezüglich der Antwortzeiten entlastet nun auch den User-Support. Den angenehmen Nebeneffekt bezeichnet „Strausfeld als „Abfallprodukt“ des erfolgreichen Tool-Einsatzes. „Der User-Help-Desk hat nun auch weniger Sorgen“.
Zugleich erkennt der IT-Verantwortliche der DAK weiteres Potenzial bei seinen Dienstleistungsaufgaben. Das Rechenzentrum betreut derzeit noch drei andere Krankenkassen, die wie die Hanseatische Ersatzkasse, zum Teil recht ähnliche Systeme wie die DAK nutzen.
Da das BMC-Tool sich auch zur Überwachung von Mandaten eigne, könne sich die Systemsteuerung ihre Arbeit vereinfachen, so der IT-Leiter. Jedenfalls bereitet er bereits vor, das BMC-Transaktions-Monitoring-Tool für die Großrechner einzusetzen.
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