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Entwarnung für NetBackup-Kunden Cohesity kauft Datenschutzgeschäft von Veritas

Von Michael Matzer 4 min Lesedauer

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Cohesity und Veritas haben eine Übereinkunft getroffen, wonach Cohesity das Datenschutzgeschäft (NetBackup) von Veritas kaufen wird, das dann aus Veritas herausgelöst wird.

Der Kauf des Veritas-Datenschutzgeschäftes bedeutet für Cohesity im Bereich der Datensicherheit und -verwaltung in hybriden Speicherstrukturen einen gewaltigen Schritt nach vorne.(Bild:  kanpisut - stock.adobe.com)
Der Kauf des Veritas-Datenschutzgeschäftes bedeutet für Cohesity im Bereich der Datensicherheit und -verwaltung in hybriden Speicherstrukturen einen gewaltigen Schritt nach vorne.
(Bild: kanpisut - stock.adobe.com)

Durch den Verkauf erlange Cohesity einen Zugang zu 96 Prozent des Enterprise-Markts der Fortune 100 und 80 Prozent der Global 500, wie Marktbeobachter meinen, dürfte Veritas NetBackup einen Innovationsschub erleben. Während Cohesity die Integration von KI-Funktionen vorangetrieben hat (Storage-Insider berichtete), war davon bislang bei Veritas noch nichts zu sehen.

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Der kombiniert adressierbare Marktanteil dürfte 30 Milliarden US-Dollar umfassen, der Wert des vergrößerten Unternehmens circa 7 Milliarden US-Dollar. Der Jahresumsatz läge über 1,6 Milliarden US-Dollar und der Abo-Umsatz (ARR) bei über 1,3 Milliarden US-Dollar. Nach anonymen Insiderangaben beläuft sich der Wert der Transaktion auf rund drei Milliarden US-Dollar inklusive Schulden.

Veritas befindet sich mehrheitlich im Besitz der privaten Beteiligungsgesellschaft Carlyle Group, die das Unternehmen 2016 von Symantec übernommen hat. Carlyle hat seinen Anteil an der Einheit übertragen und wird nach Abschluss der Transaktion dem Vorstand von Cohesity beitreten. Die bei Veritas verbleibenden Unternehmensanteile werden in eine Firma namens DataCo überführt. Sie besteht aus dem Geschäft mit InfoScale, Data Compliance und BackupExec.

Der Carve-Out soll bis Ende 2024 abgeschlossen sein. Sanjay Poonen werde das vergrößerte Cohesity als CEO und President leiten, und Greg Hughes, bislang CEO von Veritas, wird in den Verwaltungsrat aufgenommen und zu Poonens „strategischem Berater“.

Die gemeinsamen Kunden

Sanjay Poonen, der CEO von Cohesity, legt großen Wert auf die Kontinuität der bestehenden Kundenbeziehungen. Das ist kein Wunder, denn es waren ja gerade die globale Präsenz der Veritas-Vertriebs- und -Supportorganisation sowie die installierte Basis bei den größten Konzernen (Global 500, Fortune 100), die Veritas NetBackup attraktiv genug machten, um es zu erwerben.

Zusammen verwalten Cohesity und Veritas NetBackup hunderte von Exabyte an geschützten Daten. Die will Poonen nicht aufs Spiel setzen: „Die beiden Unternehmen teilen eine feste, langfristige Verpflichtung gegenüber ihren Kunden. Bestehende Produkte werden noch für viele Jahre unterstützt, während gemeinsame Best-of-breed-Technologien genutzt werden, um die innovativste Roadmap für eine Zukunft bereitzustellen, die Kunden freuen wird.“ Poonen fährt fort: „Wir fühlen uns unseren 10.000 Cohesity- und Veritas-Kunden tief verpflichtet, den 3.000 Partnern und den Mitarbeitern.“

Synergien

„Veritas und Cohesity teilen die Vision, Unternehmen bei der Bewältigung der Herausforderungen zu unterstützen, die sich aus den wachsenden Cyber-Bedrohungen und der Komplexität hybrider Cloud-Strukturen ergeben“, verlautete von Veritas Deutschland. „Veritas bringt seine einzigartige Cloud-orientierte Architektur in die innovative Dynamik von Cohesity ein. Dadurch schaffen wir eine ideale Ausgangsposition, um transformative Abwehrmaßnahmen gegen Cyberangriffe anzubieten. Dabei legen wir besonderen Wert auf Flexibilität und Skalierbarkeit – die entscheidenden Erfolgsfaktoren im Multi-Cloud-Zeitalter.“

Auch Poonen betont: „Der Zusammenschluss vereint die Innovationskraft und Schnelligkeit von Cohesity mit der globalen Präsenz und dem etablierten Kundenstamm von Veritas.“ Dies läute eine neue Ära der KI-gestützten Datensicherheit und des Datenmanagements ein, indem die Stärken beider Produktportfolios kombiniert werden. Durch die erweiterte Marktpräsenz, geografische Reichweite und Forschungs- und Entwicklungsressourcen werde das fusionierte Unternehmen schneller neue Kunden gewinnen und die Entwicklung innovativer Lösungen im wachsenden Marktsegment Datensicherheit und -verwaltung vorantreiben.

Veritas verspricht: „Die Kunden werden von den Innovationen profitieren, die aus den verstärkten Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten, dem starken Engagement für den Erfolg der Kunden und einem der größten Partnernetzwerke der Branche resultieren.“ Darüber hinaus biete sich Technologie- und Unternehmensführern die einmalige Chance, mit Hilfe der generativen KI datengestützte Erkenntnisse zu gewinnen, die zu neuer Effizienz, Innovation und Wachstum führen. Veritas drückte eine weitere Hoffnung aus: „Gemeinsam steigen wir zum Marktführer im Bereich Datensicherheit und -management auf.“

So mancher Veritas-Kunde könnte sich bang fragen, ob er jetzt seine Lizenzen vergessen könne. Doch Veritas will diese Sorge ausräumen: „Alle Produkte werden noch viele Jahre unterstützt. Bestehende Kunden können jederzeit migrieren. Ob On-Premises oder in der Cloud – jeder Workload, den die beiden Unternehmen supporten, wird auch in der zukünftigen Lösung unterstützt. Keine Workloads oder Speicherziele bleiben zurück.“

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Roadmap

Die gemeinsame Roadmap sieht vielversprechend aus. Veritas weiter: „Das fusionierte Unternehmen wird weiterhin in die Roadmap und Strategie aller Cohesity-Produkte und -Dienstleistungen sowie in Veritas NetBackup, NetBackup-Appliances und Alta-Datenschutzangebote investieren. Gleichzeitig arbeiten die Unternehmen an einer gemeinsamen integrierten Lösung, die die bewährten Technologien beider Unternehmen kombiniert.“

Und das soll aus den Bestandsprodukten werden: „Die besten Funktionen der Cohesity-Data-Cloud-Plattform und der Veritas-Produkte NetBackup, NetBackup Appliances und Alta Data Protection werden in die künftige Lösung des neuen Unternehmens einfließen. Die Entwicklung übernimmt ein gemeinsames Team aus Cohesity- und Veritas-Ingenieuren auf der Grundlage des Feedbacks großer Unternehmenskunden.“

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Analystenstimme

„Ich glaube, dass es den Kunden nützt, wenn Cohesitys einfache und sichere Hochleistungsplattform mit ihren KI-gestützten Erkenntnissen künftig mit dem globalen Fußabdruck und den Cloud-nativen Funktionen von Veritas kombiniert wird“, wertet Patrick Moorehead, Gründer, CEO und Chefanalytiker bei Moor Insights & Strategy. „Das kombinierte Unternehmen wird von skalierten F&E-Anstrengungen und branchenführenden Funktionen profitieren, um Kunden besser zu schützen und ihnen fortschrittliche Fähigkeiten hinsichtlich Datenverwaltung und Erkenntnissen zu bieten.“ Der adressierbare Markt des vergrößerten Unternehmens werde rund 30 Milliarden US-Dollar umfassen, wobei diese Zahl auch die Märkte für Datenreplikation und Datenschutz umfasse, die von IDC 2024 auf 12,2 Milliarden US-Dollar geschätzt würden.

Fazit: Cohesity dürfte mit diesem Kauf zu einem führenden Mitspieler im Datenschutzmarkt aufsteigen.

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