Steven Umbehocker, Gründer und CEO von Osnexus, einem Anbieter skalierbarer, Software-definierter Speichersysteme, weist darauf hin, dass Festplatten in objektbasierten Speichersystemen fest verankert seien und dass beispielsweise der Festplattenriese Seagate eine kontinuierliche technologische Entwicklung vorausgesagt habe.
Sein Statement lautet: „Die Kostenersparnis von 5:1 zwischen Flash und Festplatte macht die Festplatte in objektbasierten Speichersystemen zu einer stärkeren Alternative zu Tape, und da Seagate in den nächsten Jahren die lang erwarteten 30-, 40- und 50-TB-Festplatten ausliefern wird, sollte sich in der Folge die Lebensdauer der Festplatte verlängern.“
Der Analyst
IT-Teams berücksichtigen jedoch mehr als nur die Anschaffungskosten, wenn sie zwischen Festplatten und Flash-Speichern wählen. Randy Kerns, leitender Stratege beim Analystenunternehmen Futurum Group, merkt dazu an: „Es gibt einen Aspekt bei der Umstellung auf Flash-Technologie, der oft übersehen wird: Neben der Leistungssteigerung durch Flash gibt es auch einen Wert der Einfachheit.“
Das erläutert er auch: „Mit Einfachheit meine ich die Notwendigkeit, die Geräte-Eigenschaften für die Platzierung/Verteilung von Daten im Hinblick auf die Leistung zu verwalten. Es ist einfacher, wenn die Leistung des Speichers höher ist.“ Er folgert: „Dies ist ein Faktor, der Unternehmen dazu bewegen wird, auf leistungsfähigere Technologien umzusteigen.“
Einige Rechenzentren sind vollständig mit Flash-Speicher ausgestattet
Für Tintri führt Meyers an, dass All-Flash-Rechenzentren bereits existierten. Und zur zukünftigen Ausstattung sagt er: „Die Antwort auf die Frage nach All-Flash-Rechenzentren wird von der Größe, dem Umfang sowie der Reichweite des Rechenzentrums abhängen.“
Es gebe viele kleinere bis mittelgroße Rechenzentren, die vollständig mit Flash ausgestattet seien. Dabei handele es sich jedoch eher um Rechenzentren für Einzelkunden.
Die großen Unternehmen, die regionalen Hosting-[Service-Provider] und die großen Hyperscaler werden für jeden beliebigen Zeitraum, den Sie prognostizieren wollen, Spinning-Rost haben.
Shawn Meyers
Dennis Hahn, leitender Analyst beim Forschungsunternehmen Omdia, stimmt dem zu und prognostiziert eine Klasse von Unternehmensrechenzentren, die bis 2028 komplett mit Flash ausgestattet sein werde. Dies seien Rechenzentren von Unternehmen, die zunehmend öffentliche Infrastruktur-Clouds nutzten, um ihre weniger leistungssensiblen oder kritischen Anwendungen zu hosten, die keinen Flash-Speicher benötigten und die dieselben Clouds nutzten, um kalte oder selten benötigte Daten zu speichern.
„Vor-Ort-Rechenzentren, die sich weitgehend auf die Ausführung geschäftskritischer Anwendungen konzentrieren, gehen schnell zu reinen Flash-Speichern über“, sagt Hahn. Omdia prognostiziere, dass in den kommenden drei bis fünf Jahren die Mehrheit dieser lokalen Rechenzentren vollständig auf Flash-Technologie umsteigen werde.
Langsames Internet braucht keine schnellen Speicher
Mit anderen Worten: Festplatten werden aus diesen Unternehmensrechenzentren in die Hyper-Cloud-Rechenzentren verlagert – wo sie nach Ansicht von Hahn wie auch der anderen Mitglieder der Expertenrunde aufgrund ihrer niedrigen Kosten und des fehlenden Bedarfs an Leistung bei der Speicherung kalter Daten noch viele Jahre lang bestehen werden.
Hahn nennt noch einen weiteren Grund, warum Flash nicht für die Speicherung jeder Art von Daten verwendet werden sollte: „Da diese [Bulk-, Archiv- und Backup-Speicher] oft mit dem relativ langsamen Internet verbunden sind, ist eher der Durchsatz als die geringe Latenz beim Abruf entscheidend. Wichtige Anwendungsfälle wie etwa Video und Rich Media werden HDD für eine lange Zeit effizient nutzen können, ebenso Technologien wie IoT und ELT-Datenerfassungspipelines [Extract, Load, Transform].“
Stand: 08.12.2025
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