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Flash im Fokus der Expertendiskussion

Das All-Flash-Rechenzentrum – und inwiefern lebt Tape?

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Und die Nachhaltigkeit?

Roy Illsley, Chefanalyst bei Omdia, fügt hinzu: „Eine weitere Überlegung ist der Trend zur Verlängerung der Lebensdauer von IT-Geräten als Teil einer Strategie der ökologischen Nachhaltigkeit und Kosteneinsparung. Daher sind die Kunden jetzt weniger bereit, eine vermeintlich alte Technologie durch eine neue zu ersetzen. Die Auswirkungen auf die Rechenzentren werden darin bestehen, dass eine Mischung von Technologien eingesetzt wird, die in einigen Fällen bis zu sieben Jahre alt sein können, was bedeutet, dass die Einführung von Flash-Rechenzentren nicht unmittelbar bevorsteht.“

Curtis Anderson, Software-Architekt bei Panasas, einem Anbieter von Speicher-Software für leistungsintensive Workloads, vertritt eine ähnliche Ansicht bezüglich der Verbreitung von All-Flash-Rechenzentren. Allerdings basiert seine Meinung auf der Größe eines Unternehmensrechenzentrums und nicht auf den darin gehosteten Workloads.

„Wir glauben, dass es eine Grenze gibt, bei der Implementierungen unterhalb einer bestimmten Kapazität als All-Flash sinnvoll sind und Implementierungen oberhalb dieser Grenze nicht. Diese Grenze wird sich langsam nach oben verschieben, aber unserer Meinung nach meist mit dem Wachstum des Kapazitätsbedarfs Schritt halten.“

Keine synchrone Skalierung von Leistung und Kosten

Zur Verdeutlichung seines Arguments fügt Anderson an, dass ein Unternehmen mit der Speicherung eines relativ kleinen Dateisystems von 200 TB in Flash zufrieden sein könne, da dies nur etwa 150.000 US-Dollar mehr koste als die Speicherung auf Festplatte und eine viel bessere Leistung habe. Aber für eine 100-mal größere Kapazität von 20 PB betrügen die zusätzlichen Kosten 12 Millionen Dollar, was schwer zu rechtfertigen sei. „Wenn man nicht gerade sehr spezielle Anforderungen hat, könnte man diese Mittel besser für den Kauf von CPUs und GPUs einsetzen.“

Die technologische Entwicklung folge oft einer Kurve, bei der die Kosten- oder Leistungsverbesserung im Laufe der Zeit langsam abnehme und immer flacher werde, je schwieriger der technische Fortschritt zu erreichen sei. Um das Jahr 2010 herum sagten viele Beobachter voraus, dass die technische Entwicklung von NAND-Flash in Bezug auf die Anzahl der Speicherzellen, die in einen einzigen Flash-Chip gepackt werden können, vor riesigen Herausforderungen stehe.

Zu diesem Zeitpunkt war Flash bereits ein etablierter und wachsender Bestandteil der IT-Landschaft in Unternehmen, nicht nur wegen seiner Leistung und weiterer Vorteile gegenüber Festplatten, sondern auch, weil sein Preis in den zehn Jahren zuvor immer weiter gesunken war. Sobald Hersteller von Flash-Chips auf die vorhergesagten Herausforderungen stießen, würden im Umkehrschluss die Preise, gemessen in US-Dollar pro Einheit Speicherkapazität, viel langsamer fallen.

Noch viel Dampf in der Flash-Technologiekessel

Im Jahr 2013 umging Samsung jedoch die vorhergesagte Einschränkung, indem es die ersten so genannten 3D-Flash-Chips auf den Markt brachte, die aus mehreren Schichten von Speicherzellen bestehen statt wie bisher aus einer einzigen Schicht. Ein äußerst wertvoller Nebeneffekt ist die Möglichkeit, mehr Datenbits in jeder Speicherzelle zu speichern. Das hat dazu geführt, dass die Preise pro TB fielen.

Alle großen Flash-Hersteller folgten bald Samsungs Beispiel, und seither ist die Anzahl der Schichten pro Chip rapide gestiegen. Aber das war vor zehn Jahren. Nähert sich Flash nun dem Ende oder dem flacheren Teil seiner Technologiekurve?

„Leute, die sagen: ,Moore’s Law ist tot‘, ignorieren 3D-NAND im Handy“, so der Generaldirektor des Analystenhauses Objective Research Jim Handy. Diese Technologie habe NAND-Flash einen neuen Schub gegeben, um weiterhin Bits zum Chip hinzuzufügen. „Jedes Jahr finden die Prozessingenieure geniale Wege, um die Technologie weiter voranzutreiben. Es ist zu erwarten, dass die Kosten in den nächsten Jahren mindestens um weitere Größenordnungen sinken werden, da die Chipdichte weiter zunimmt.“

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