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Von Flash, Spindeln, Decoupled Storage und der Cloud Das bringt der Storage-Markt 2015

| Autor / Redakteur: Ulf Schade, Computacenter / Rainer Graefen

Für den Storage-Markt gelten Voraussagen von Trends meist nur bedingt. Schließlich vollziehen sich Veränderungen in der zentralen Infrastruktur nicht innerhalb von Monaten, sondern eher über Jahre hinweg. Dennoch sollten sich Unternehmen mit neuen Entwicklungstendenzen auseinandersetzen. Womit sollten sie sich daher näher beschäftigen?

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Decoupled-Storage-Architekturen entkoppeln die Speicherleistung von der -kapazität. Dadurch lässt sich die Anwendungs-Performance beschleunigen.
Decoupled-Storage-Architekturen entkoppeln die Speicherleistung von der -kapazität. Dadurch lässt sich die Anwendungs-Performance beschleunigen.
(Computacenter)

Bei großen Unternehmen liegt die Trennung von Performance und Kapazität stark im Trend. Häufig setzen sie hierfür hybride Systeme mit zwei verschiedenen Speicherebenen (Tiers) ein: einen mit hoher Geschwindigkeit und einen mit hoher Kapazität. Ein dritter Tier mit Speicherservices aus der Cloud ist heute im Bereich Disaster-Recovery-Vorsorge schon praxistauglich.

Doch bei hybriden Speicherinfrastrukturen im Online-Bereich sollten Kunden die Angebote vor allem in Bezug auf die Beweglichkeit der Daten zwischen den verschiedenen Storage-Bereichen kritisch hinterfragen.

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Schnelle Flash-Speicher

Für den schnellen Datenzugriff im Bereich Online-Speicher und On-Premise bieten sich Flash-Technologien aufgrund ihrer hohen IOPS-Raten sowie kurzen Latenzzeiten an. Damit sind sie ideal für die zeitkritische Verarbeitung von Daten in Datenbanken oder VDI-Umgebungen. Der bisherige Nachteil der hohen Kosten verschwindet zunehmend, da sich die Preise denjenigen von SAS-Laufwerken annähern.

Doch Flash ist nicht gleich Flash. So gibt es Flash Storage als SSD-Festplatte, als RAM-Disk, als Flash-Karte oder als All-Flash-Array (AFA). Welche dieser Technologien für ein Unternehmen geeignet ist, hängt von der vorhandenen Infrastruktur sowie den gewünschten Funktionen ab.

Vor allem Features zur Datenreduktion wie Deduplikation und Kompression sind Bestandteil vieler Enterprise-Storage-Systeme. Insbesondere bei den AFA-Appliances ist aber das Zusammenspiel mit traditionellen Speichersystemen, die Unterstützung der erforderlichen Datendienste, darunter Snapshots oder die Replikation - und die Integration von Applikationen wichtig.

Ein Beispiel für ein solches AFA-System ist FlashRay von NetApp, das mit dem neuen Betriebssystem MARS ausgeliefert wird. Aufgrund des längenvariablen Block-Layouts bei der Verarbeitung im System, reduziert es die Lese- und Schreibaktivitäten auf ein Minimum. Dies erhöht die effektive Kapazität und ermöglicht einen höheren Durchsatz bei gleichbleibender Latenz im Millisekunden-Bereich.

Wie bei den NetApp Systemen gibt es generell bei der Produktkategorie der AFAs oft den Ansatz eines eigenständigen, spezialisierten Betriebssystems, um das Optimum an Leistung aus den Systemen herauszuholen.

Die Kombinationskünstler

Anbieter von hybriden Speichersystemen, also mit SSD, Flash und Disk im Mix, setzen oft auf den etablierten Speicherinfrastrukturen auf. Sie bieten einen Kompromiss zwischen Performance und der Vollständigkeit von Datendiensten, welche spezialisierte AFA-Systeme heute noch nicht vollständig vergleichbar aufweisen können.

Viele Unternehmen erwarten von Flash, dass sich die Storage-Provisionierung vereinfacht. Doch die Flash-Technologie selbst ermöglicht dies nicht. Die eigentlichen Speicherprozesse sind sogar komplexer als bei herkömmlichen Disk-Arrays, werden jedoch weitgehend standardisiert und automatisiert.

So bietet die Nutzeroberfläche entsprechend weniger Konfigurationsmöglichkeiten und damit eine einfachere Bedienung. Unternehmen entstehen dadurch Vorteile: das Management ist effizienter, manuelle Fehler lassen sich leichter ausschließen und sie benötigen nicht mehr zu jeder Zeit hochspezialisierte Storage-Fachkräfte. Die IT-Mitarbeiter lassen von den Routineaufgaben des täglichen Betriebs entlasten und erhalten wieder den Freiraum, der zur Umsetzung anderer Geschäftsprojekte nötig ist.

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