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Die Zukunft der Tape-Technologie

Das Rollenspiel von Band steht vor dem Change

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Die große Partition enthält die Rohdaten. Mit diesem Geniestreich hat IBM dem Band einmal mehr ein Leben nach dem schon oft angesagten Tod verschafft. Zusätzlich zur Austauschbarkeit von Hardware und Medien ist nun auch die Lesbarkeit der Tape-Inhalte dazugekommen. Es ist damit nicht mehr notwendig ein Anwendungsprogramm zu installieren, vielmehr reicht es aus, einen betriebssystemspezifischen Treiber zu installieren. Dieser bindet das Inhaltsverzeichnis von Partition 1 in das Dateisystem ein. Die Tape-Daten lassen sich damit wie von jeder Festplatte lesen.

Die Langzeitspeicherung

Ob sich Backup-Hersteller auf dieses Format einlassen werden, ist offen. Ob das Tape weiter die Treppe auf die hinteren Stufen (Tier) fallen wird und zum staubigen digitalen Archiv verkommen wird, ist dagegen nicht mehr offen. Das Tape kann jetzt als langlebiges Archiv wie auch als Langzeitspeicher verwendet werden. Es besteht nicht mehr der Zwang, dass man sich nach zwei Laufwerksgenerationen überlegen muss, wann man mit dem Umkopieren der Daten anfängt.

Mit LTFS lässt sich die Lebensdauer von Bandmedien voll ausschöpfen. Die Kosten für die Langzeitarchivierung sinken. Und nicht zuletzt lassen sich nun auch die älteren Datenbestände wesentlich leichter wieder zu aktiven Daten machen. Die Metadaten-Partition bietet die Chance für eine inhaltsbezogene Indexierung der auf dem Band gespeicherten Dokumente.

Ein flatterhaftes Kopf-Medium-Verhältnis

Die LTO-Roadmap sieht derzeit noch die Generation 7 und Generation 8 vor. Das bedeutet, dass Generation 8 in ca. sechs Jahren auf den Markt kommen wird. Wie geht es dann weiter? Verglichen mit der Festplatte oder NAND-Flash weist das Tape die geringste Flächendichte auf. Das kann man als technologisch hintendran bezeichnen, oder als Chance für ein rasant steigerbares Speichervolumen.

Ein gewichtiges Problem der Bandspeicherung war früher, dass das Band über den Schreib-Lesekopf geführt wurde, dort Abrieb verursachte. Und auch die Wickeltechnik trug dazu bei, dass man größere Bandflächen magnetisieren musste, um die Daten wieder auslesen zu können. Inzwischen werden jedoch in der Bandtechnik fortschrittlichste Dünnfilmtechnologien, die wie in der Festplattentechnik in die Tiefe (perpendicular) magnetisiert werden.

Es ist noch viel Platz auf dem Band

Im IBM-Forschungslabor im Schweizer Rüschlikon arbeitet man derzeit daran, die Flächendichte von Tape-Medien auf 100 Gigabit pro Quadratzoll anzuheben. Das ist nach dem aktuellen Stand der Harddisk-Technik um den Faktor 7 geringer als bei Festplatten. Der Abstand könnte sich bis 2016 auf Faktor 18 vergrößern, wenn es Seagate und Western Digital schaffen, hartmagnetische Speichermaterialien einzusetzen.

Dann könnte die Festplattenindustrie die Speicherkapazität auf 50 Terabyte in einem 3,5-Zoll-Laufwerk erreichen. Die IBM-Forscher würden es demgegenüber mit ihrer Flächendichte für die Linearaufzeichnung auf ein Speichervermögen von inzwischen 126 TByte bringen. Die Bandtechnik ist also grundsätzlich in der Lage mit den Fortschritten beim Speichervermögen von Festplatten mitzuhalten.

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