Die Zukunft der Tape-Technologie

Das Rollenspiel von Band steht vor dem Change

| Redakteur: Rainer Graefen

Langsam muss sich die LTO-Organisation wieder neue Ziele setzten. Nur noch zwei Generationen, ca. 6 Jahre, sind auf der Roadmap offen. Dass das LTO-Laufwerk nicht am Ende ist, zeigen die Bemühungen von IBM, neue Funktionen wie die Partitionierung und weit über die aktuelle Roadmap hinausgehende Speicherkapazitäten zu etablieren.
Langsam muss sich die LTO-Organisation wieder neue Ziele setzten. Nur noch zwei Generationen, ca. 6 Jahre, sind auf der Roadmap offen. Dass das LTO-Laufwerk nicht am Ende ist, zeigen die Bemühungen von IBM, neue Funktionen wie die Partitionierung und weit über die aktuelle Roadmap hinausgehende Speicherkapazitäten zu etablieren. (IBM)

Die Beweggründe, sich ein Tape-Laufwerk zu installieren, werden weniger. Zumindest für den durchschnittlichen bis mittelständischen IT-Benutzer. In der großen IT dagegen will keiner mehr ohne Band leben.

Die Sachlage sieht bescheiden aus für das Tape als Massenspeicher. Mit weniger als 25.000 Petabyte verkauftem Speichervolumen im Jahr 2011 (so eine Western-Digital-Analyse) liegt das Band als Speichermedium gerade gleichauf mit dem Durchstarter NAND-Flash. Optische Medien speichern immerhin 75.000 Petabyte und die Festplatte ist der ungeschlagene Massenspeicher mit 350.000 Petabyte.

Ein technischer Lebenslauf

Während das Tape für die Datenverarbeitung auf der Anwendungsebene für die Datensicherung und Wiederherstellung (Backup & Restore) mäßig interessant ist, sprechen einige wirtschaftliche und technische Faktoren wie die stromsparende Langzeitlagerung, lange Medienlebensdauer, niedriger Preis pro Terabyte und eine extrem hohe Schreib- und Lesegeschwindigkeit dafür, am Band als Massenspeicher festzuhalten.

Unser Artikel „LTFS macht Archivare zu Aktivisten“ (siehe Seite 31 in diesem Kompendium), zeigt wo das Potenzial und damit die Zukunft von Tape stecken könnte. Die Grundlage für diese Entwicklung haben IBM, Hewlett-Packard und Seagate, in der Zwischenzeit durch Quantum ersetzt, im LTO-Konsortium geschaffen. Im Industriestandard LTO (Linear Tape Open) wurde die Austauschbarkeit von Medien und Bandlaufwerken geschaffen. Das hat den Tape-Markt konsolidiert, aber nicht den Backup-Markt.

Nur die halbe Miete

Während im Tape-Markt die Anwender bei LTO auf mehrere Lieferquellen zugreifen können, und nur noch Oracle Storagetek mit dem T10000C und IBM mit dem TS1140 die höchsten Enterprise-Anforderungen bedienen, mangelt es beim Backup an einer einheitlichen Band-Formatierung. Jede Backup-Software schreibt die Daten in einem seit Jahrzehnten erprobten Format auf das Band und arbeitet gleichzeitig an der Ablösung vom Band, da das Backup auf Disk und Virtuellen Tape Libraries einige Vorteile gegenüber dem Band bietet.

Im Consumer-Bereich wird das Tape aktuell durch USB-Festplatten und vielleicht auf lange Sicht durch die Cloud abgelöst. Das lässt den Tape-Markt einerseits schrumpfen, gleichzeitig ist das Tape fast nur noch für professionelle Anwender handhabbar, da die Datentransfergeschwindigkeiten von LTO-5 und nun LTO-6 mit handelsüblicher Rechnerhardware nicht mehr handhabbar sind.

Ergänzendes zum Thema
 
Das IBM LTO-6-Laufwerk

Ein Geniestreich

Zirka zehn Jahre mussten vergehen, bis die IBM-Entwickler eine geniale Idee hatten. Sie verpassten der fünften LTO-Generation die Fähigkeit, das Band zu partitionieren. Dies gilt auch für die nächsten drei Generationen laut LTO-Roadmap und mit Sicherheit auch darüber hinaus. Dass wir so lange auf diese Idee warten mussten, verwundert ein wenig, da im IBM-Unternehmensleben schon viel partitioniert wurde.

Es hat einige Zeit gedauert, bis die Tape-Gemeinde diesen Schritt begriffen hatte, da nicht sofort verständlich war, wozu die Formatierungs-Software LTFS notwendig war. Mittels LTFS wird eine Dateistruktur mit den Metadaten der gespeicherten Dokumente in der kleineren, etwa 100 GByte großen Partition angelegt.

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